Norderstedt
Fussball

Es wird Veränderungen in der Startformation geben

Gegen die defensivstarke SV Drochtersen/Assel ist die Kreativität von Eintracht Norderstedts Mittelfeldmotor Deran Toksöz (links) gefragt

Gegen die defensivstarke SV Drochtersen/Assel ist die Kreativität von Eintracht Norderstedts Mittelfeldmotor Deran Toksöz (links) gefragt

Foto: 54° / John Garve / Agentur 54°

Regionalligist Eintracht Norderstedt will am Sonntag gegen die SV Drochtersen/Assel Wiedergutmachung für das 1:3 in Lübeck betreiben.

Norderstedt.  Manchmal ist Fußball unerklärlich. Beim 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen das zweite Team des FC St. Pauli waren die Regionalliga-Kicker von Eintracht Norderstedt die bessere Mannschaft, zeigten bis auf die schlechte Chancenverwertung eine durchaus ansprechende Vorstellung.

Nur fünf Tage später, bei der 1:3-Auswärtspleite gegen den VfB Lübeck, präsentierte die Elf von Trainer Thomas Seeliger ein ganz anderes Gesicht: Die Garstedter blieben im Stadion an der Lohmühle meilenweit hinter ihren Möglichkeiten zurück, lieferten eine unterirdisch schlechte erste Halbzeit ab und luden die Hansestädter mit stümperhaftem Abwehrverhalten zum Toreschießen ein. Trotz „sensationeller Bedingungen“, wie es der an der Niederlage unschuldige Keeper Johannes Höcker formulierte – also in prickelnder Atmosphäre, vor einer Traumkulisse von 1325 Zuschauern, und unter Flutlicht.

Coach Seeliger, der in seiner Zeit als Fußballprofi unter anderem 86 Bundesligaspiele bestritten hat und zu dessen Markenzeichen es gehörte, stets 100 Prozent zu geben, war vom schlappen Auftritt seiner Mannschaft entsetzt. „In einem Match mit Derbycharakter muss man doch Herrenfußball spielen“, sagte er. Nach der Partie in der Hansestadt verkniff er sich in der Öffentlichkeit allzu drastische Kommentare, wählte aber hinter verschlossenen Türen, bei der teaminternen Aufarbeitung des Desasters, seinen Spielern gegenüber deutliche Worte – moderat im Ton, klar in der Sache.

Johannes Höcker: „Der Trainer hat uns in normaler Laustärke klargemacht, dass es ohne Grundtugenden wie Lauf- und Einsatzbereitschaft im Fußball nicht geht.“ Normalerweise eine Selbstverständlichkeit für jeden Regionalliga-Kicker...

Formschwankungen sind an der Ochenzoller Straße indes keine Seltenheit. „Seit meinem Amtsantritt vor vier Jahren gelingt es uns nicht, über einen längeren Zeitraum konstant gute Leistungen abzurufen“, sagt Thomas Seeliger. Seine Erklärung für dieses Phänomen: „Das ist dann irgendwann auch eine Frage der Einstellung und Qualität.“

Qualität, vor allem im Offensvibereich, ist auf jeden Fall vonnöten, wenn es im Heimspiel gegen die SV Drochtersen/Assel (Sonntag, 14 Uhr, Edmund-Plambeck-Stadion) nicht gleich die nächste Negativüberraschung geben soll. Die Niedersachen, die die Serie 2015/2o16 als Aufsteiger auf dem vierten Tabellenplatz abgeschlossen haben, gelten als extrem abwehrstark sowie als unangenehmer Gegner.

„Drochtersen lebt von der Defensivarbeit und der mannschaftlichen Geschlossenheit. Die sind in den Zweikämpfen sehr präsent und gefährlich im Umschaltspiel“, sagt Seeliger, der sich in punkto Mannschaftsaufstellung zwar nicht in die Karten schauen lassen lässt, aber eines klarstellt: „Es wird Veränderungen geben.“

Die Testpartie gegen den Hamburger Oberliga-Club Wedeler TSV Mitte dieser Woche (5:2) war für den 50 Jahre alte Fußball-Lehrer eine willkommene Gelegenheit, um unter Wettkampfbedingungen zu experimentieren. Dabei spielte sich ein Akteur in den Vordergrund, der im bisherigen Saisonverlauf noch nicht so recht zum Zug gekommen ist. Kangmin Choi, Neuzugang vom SC Victoria und ursprünglich als Offensivkraft verpflichtet, überzeugte als Rechtsverteidiger und war bester Mann auf dem Platz.