Norderstedt
Ju-Jutsu

Galavorstellung der Kodokan-Kämpfer auf Schalke

U18-Vize-Europameister in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm: Oliver Schneider

U18-Vize-Europameister in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm: Oliver Schneider

Foto: Philipp Roth

Norderstedter Ju-Jutsu-Asse brillieren in der Veltins-Arena bei den U18-Europameisterschaften und den Internationalen German Open.

Norderstedt.  Das hatten sich die Fußballer des FC Schalke 04 ganz anders vorgestellt: Der Bundesligist ist nach fünf Partien ohne Punkt Tabellenletzter, agierte bisher auch in der heimischen Veltins-Arena ohne Fortune. Für die U18-Europameisterschaften sowie die parallel dazu ausgetragenen Internationalen German Open im Ju-Jutsu wurde der Rollrasen kurzerhand gegen Judomatten ausgetauscht und später wieder eingesetzt. Ob diese Rotation den Knappen das Glück zurückbringt, wird sich am Donnerstag zeigen, wenn Schalke in der Europa League Red Bull Salzburg empfängt.

Für die Ju-Jutsu-Kämpfer des Norderstedter Vereins Kodokan erwies sich das umfunktionierte Stadion als ein äußerst gutes Pflaster. Oliver Schneider (17) sicherte sich bei der EM die Silbermedaille in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm. Er gewann seine vier Vorkämpfe nach Punkten und scheiterte erst im finalen Duell am amtierenden Deutschen U18-Meister Maximilian Pick vom PSV Basdorf.

Ein wenig gewöhnungsbedürftig war die Wettkampfstätte mit rund 80.000 Zuschauerplätzen für die jungen Kampfsportler schon. Die Veranstaltung war mit 1400 Teilnehmern zwar eines der größten Events in der Geschichte des Ju-Jutsu, aber die Aktiven und Zuschauer verloren sich dennoch ein wenig in der Arena. „Das Stadion war schon ein bisschen zu groß. Und es war saukalt“, sagte Oliver Schneider.

Erst im Endkampf kam Atmosphäre auf. „Als es draußen dämmerte, wurden die Matten angestrahlt. Das hatte schon was“, so Schneider, der gegen Pick zunächst mit 5:0 Punkten führte, dann aber doch den Kürzeren zog.

In den Fights zuvor hatte der frühere Karatekämpfer des SV Friedrichsgabe von seiner Wendigkeit profitiert, die er sich auch durch sein zweites Hobby, das Basketballspielen, antrainiert hat. „Ich habe meine Gegner beobachtet. Dadurch konnte ich mir eine Taktik zurechtlegen, bin meistens dem Bodenkampf und Würfen aus dem Weg gegangen und habe mich auf das Schlagen und Treten konzentriert.“

Während sich Schneider über seine erste Medaille bei internationalen Meisterschaften freute, stand seine Vereinskameradin Katharina Kienitz schon zum dritten Mal auf dem WM- oder EM-Siegertreppchen. Nach ihrem Gewinn bei den U15-Weltmeisterschaften 2013 und dem Sieg bei der U18-EM im Jahr danach, holte die 17-Jährige nun U18-Bronze in der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm.

Die Garstedterin litt ebenfalls unter der Kälte und zog sich sogar eine Blockade im Rücken zu. „Das soll aber keine Ausrede sein. Die Siegerin und auch die Zweitplatzierte waren sehr, sehr gut. Ich bin zufrieden“, sagte Katharina Kienitz. Fabian Mußbach (17) komplettierte das gute Kodokan-Abschneiden bei den Nachwuchstitelkämpfen mit Rang sieben im Ne-Waza, einer Form des Bodenkampfes.

Auch bei den German Open brillierten die Kodokaner. Im Fighting triumphierten Tim Weidenbecher (bis 94 Kilogramm), Ashot Arustamjan (bis 62 Kilogramm/beide Männerklasse) und Leon Wehowsky (U21/bis 77 Kilogramm). U12-Gold holte Malon Stahlhuth (bis 34 Kilogramm). Zweite Plätze erkämpften Lea Kienitz (U18/bis 52 Kilogramm) und Maximilian Ußmant (U15/bis 60 Kilogramm). Für Tom Wendeborn (U21/bis 85 Kilogramm), Luzie Grutke (U18, bis 57 Kilogramm) und Lena George (U18, plus 70 Kilogramm) gab’s Bronze im Fighting, Samantha Binder wurde Dritte im Ne-Waza der Frauen bis 70 Kilogramm.