Norderstedt
Handball

HT Norderstedt gelingt Sensation zum Saisonstart

Rückraumspieler Felix Minners hält sich seinen Gegner mit vollem Körpereinsatz vom Leib – ein treffendes Beispiel für das kampfstarke HTN

Rückraumspieler Felix Minners hält sich seinen Gegner mit vollem Körpereinsatz vom Leib – ein treffendes Beispiel für das kampfstarke HTN

Foto: Anne Pamperin

Aufsteiger schlägt Titelanwärter Wift/Neumünster mit 29:28. Das Siegtor gelingt zehn Sekunden vor Schluss. Damen unterliegen dem AMTV.

Norderstedt.  Was für ein furioser Saisonauftakt für die Männer des HandballTeams Norderstedt: Der Aufsteiger setzte sich am ersten Spieltag der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein vor 350 Zuschauern im Schulzentrum Süd gegen den Meisterschaftsfavoriten SG Wift/Neumünster mit 29:28 (13:15) durch und sorgte damit für eine faustdicke Überraschung. HTN-Trainer Florian Korte war begeistert von der Leistung des kompletten Teams.

„Ein Riesenkompliment an die Mannschaft, die ein überragendes Spiel gemacht hat. Ein Lob auch an diejenigen, die wenig oder keine Einsatzzeit hatten. Sie haben trotzdem voll mitgezogen. Jetzt sehen die Jungs, zu was sie in der Lage sind, wenn jeder an seine Leistungsgrenze geht“, so Korte. Treffsicherster Akteur war Henning Scholz, der in der Woche vor dem Match aufgrund von Achillessehnenbeschwerden noch hatte pausieren müssen. Scholz erzielte zehn Tore und verwandelte dabei alle fünf HTN-Siebenmeter.

Die Gäste schafften es nicht, sich einen Vorsprung herauszuspielen – auch, weil Norderstedt sehr konzentriert agierte. „Ich wusste, dass es für uns ein Vorteil sein würde, wenn wir die Partie lange eng gestalten könnten. Wift wurde mit der Zeit unruhig, das war gut für uns“, sagte Florian Korte.

Tom Minners, mit fünf Toren zweitbester HTN-Schütze, erzielte zehn Sekunden vor dem Ende das 29:28. Der Sieg war auch das Verdienst von HTN-Keeper Robin Noack, der den „Bären“ endgültig den letzten Nerv raubte. Der 22-Jährige erwischte einen glänzenden Tag, zeigte zahlreiche gelungene Paraden und entschärfte in der letzten Sekunde einen Siebenmeter. In Halbzeit zwei stand der angehende Physiotherapeut, der seit 13 Jahren Handball spielt, auf der Seite der SG-Trommler, deren lautstarke Unterstützung auch ihn motivierte. „Mich pusht das total, wenn die gegnerischen Fans Stimmung machen und auch mal sauer sind“, sagte er anschließend grinsend.

Die HTN-Damen unterliegen trotz großem Engagement

Eine tolle Stimmung herrschte auch beim Spiel der HTN-Damen, die sich trotz engagierter Leistung dem favorisierten AMTV Hamburg mit 22:29 (9:16) geschlagen geben mussten. „Wir sind in der Oberliga angekommen“, sagte Trainer Steffen Liepold anschließend. „Anfangs mussten wir uns erst einmal an das Tempo und die robuste Deckung gewöhnen. Wir haben heute leider zu viele technische Fehler gemacht. Im Angriff hätten wir variabler spielen müssen.“ Unzufrieden war der Coach nicht mit seinem Team, das sich trotz eines zwischenzeitlichen Zehn-Tore-Rückstandes wieder aufrappelte. „Wir sind nicht zusammengebrochen, sondern haben in der zweiten Halbzeit eine gute Reaktion gezeigt.“

Neuzugang Sophia Nemitz, die vom Elmshorner Handballteam gekommen ist, war mit sechs Treffern beste Torschützin. Die 20-Jährige bekam von ihrem Coach ein Sonderlob. Ebenfalls erfreulich: Kim-Lea Borchers war nach einem Jahr Pause und einem überstandenem Kreuzbandriss wieder im HTN-Kader und erzielte bei ihrem Comeback gleich ein Tor.

Die Tore der HTN-Männer: Henning Scholz (10/davon 5 Siebenmeter), Tom Minners (5), Rick Walder, Tobias Bombe, Steffen May (je 3), Jakob Taulin, Michael Leon Williams (je 2), Tim Gottschalk (1). Die Tore der HTN-Frauen: Sophia Nemitz (6), Anne Herrmann (4/1), Josefine Palm (3), Anika Hoffmann (2/1), Janine Mielsch, Madlin Rieboldt, Antonia Höfer (je 2), Kim-Lea Borchers (1).