Norderstedt
Pferdesport

Norderstedter Reitertage sind ein hartes Stück Arbeit

Tina Werner (Garstedt-Ochsenzoller RFV) und ihre Stute Sarinna feierten auf Hof Nordpol ein starkes Comeback

Tina Werner (Garstedt-Ochsenzoller RFV) und ihre Stute Sarinna feierten auf Hof Nordpol ein starkes Comeback

Foto: Anne Pamperin

Es wird immer schwieriger, Helfer und Sponsoren zu finden. Trotzdem findet das Turnier für Amateure und Profis auch 2018 statt.

Norderstedt.  Allergiker sind nicht zu beneiden. Sie müssen ständig niesen, haben Schnupfen, klagen über juckende Augen. Dass bisweilen auch Pferde unter derartigen Symptomen leiden, musste Tina Werner vom Garstedt-Ochsenzoller Reit- und Fahrverein feststellen. Ihre Schimmelstute Sarinna war fast zwei Jahre lang außer Gefecht. „Sie hatte immer wieder Husten“, sagte die Berufsreiterin, die einen Privatstall an der Segeberger Chaussee betreibt. Erst durch eine Nahrungsmittel- und Einstreu-Umstellung bekam sie das Pro­blem in den Griff.

Die Norderstedter Reitertage auf Hof Nordpol waren für Tina Werner und Sarinna eine gute Gelegenheit, um nach der langen Pause endlich wieder Turnierluft zu schnuppern. „Ich finde die Veranstaltung hier immer sehr schön. Die Familie Bade macht das supertoll“, sagte Werner. Auch ihr Pferd fühlte sich auf der weitläufigen Anlage von Heiko und Sabine Borm-Bade an der Poppenbütteler Straße wohl. Sarinna bewältigte den von Horst Millahn aufgebauten Springparcours der Klasse M* mit Bravour und blieb – bis auf einen halben Strafpunkt wegen Zeitüberschreitung – fehlerfrei. Am Ende freute sich Tina Werner über den dritten Platz und ein gelungenes Comeback.

Heimspiel für Dressurreiterin Regina Wieloguzow

Regina Wieloguzow zählt ebenfalls zu den Stammgästen auf Hof Nordpol. Die 50-Jährige arbeitet seit vielen Jahren als Dressurausbilderin auf der Reitanlage und kennt das Areal dementsprechend wie aus ihrer Westentasche. Wieloguzow landete in der M*-Dressur mit ihrer Stute Helena auf Platz acht und belegte in der L*-Prüfung mit Howard sogar den vierten Rang.

Das von vielen Seiten an sie herangetragene Lob nahm Sabine Borm-Bade gerne entgegen. Zum 15. Mal war der Hof Nordpol Gastgeber für Amateure und Profis. 800 Reiterinnen und Reiter mit 1500 Nennungen erforderten viel organisatorisches Geschick. Als Publikumsmagnet erwies sich das abendliche L-Springen mit derbyähnlichen Hindernissen, die Hofbesitzer Heiko Bade selbst gebaut hat.

Einziger Wermutstropfen: Das Wetter spielte nicht an allen drei Turniertagen mit. Die Nachwuchsprüfungen für Profireiter mussten auf den Montag verschoben werden, sehr zum Leidwesen von Sabine Borm-Bade. „Leider hatten sich viele Starter auf Freitag eingestellt und konnten den neuen Termin nicht wahrnehmen. Daher waren die Prüfungen quantitativ schwächer besetzt als ursprünglich vorgesehen.“

Immerhin: So schlimm wie vor drei Jahren, als die komplette Veranstaltung wegen anhaltender Regengüsse abgesagt werden musste und die Familie Bade einen erheblichen finanziellen Verlust verkraften musste, war es nicht. Die Plätze befanden sich dank der unermüdlichen Helfer in gutem Zustand.

„Teilweise sind wir um 4 oder 5 Uhr aufgestanden, um alles vorzubereiten. Die ersten Prüfungen haben ja schon um 8 Uhr angefangen“, sagte Sabine Borm-Bade, die sich allerdings über etwas mehr Unterstützung gefreut hätte. „Leider wird es immer schwieriger, Helfer und Sponsoren zu mobilisieren. Aber die Norderstedter Reitertage werden in zwei Jahren auf jeden Fall wieder stattfinden. Unser Konzept, ein gemeinsames Turnier für Amateure und für Profis anzubieten, wollen wir ebenfalls beibehalten.“