Norderstedt
Handball

Die Suche nach einem neuen Trainer geht weiter

Ob Tim-Oliver Brauer, der im Februar vom insolventen Bundesligisten HSV Handball zu den „Frogs“ kam, in der kommenden Saison für die neue HSG Nord HU antreten wird, ist noch nicht sicher

Ob Tim-Oliver Brauer, der im Februar vom insolventen Bundesligisten HSV Handball zu den „Frogs“ kam, in der kommenden Saison für die neue HSG Nord HU antreten wird, ist noch nicht sicher

Foto: Thomas Maibom

Männer des SV Henstedt-Ulzburg haben noch keinen neuen Coach gefunden. Rückraumspieler Hamza Kablouti möchte seinen Vertrag auflösen.

Henstedt-Ulzburg.  Es ist überstanden: Die seit neun Partien sieglosen Handballer des SV Henstedt-Ulzburg haben sich mit einer 30:39 (14:19)-Niederlage gegen Staffelmeister HC Erlangen von ihren Fans und aus der 2. Bundesliga verabschiedet.

Dass es in der Halle 2 des Schulzentrums Maurepasstraße eine Packung geben würde, war den Gastgebern schon vor dem Anpfiff klar. „Es wäre ein Erfolg für uns, wenn wir am Ende mit weniger als zehn Toren Unterschied von der Platte gehen“, sagte Teammanager Joachim Jakstat.

Dem stark ersatzgeschwächten David SVHU fehlten die personellen und spielerischen Mittel, um Goliath Erlangen ernsthaft in Bedrängis zu beginnen. Dennoch taten die Hausherren alles, um das Resultat in erträglichen Grenzen zu halten – die knapp 500 Zuschauer honorierten die tapfere Vorstellung der „Frogs“ mit Applaus.

Die Serie 2015/2016 ist also abgeschlossen. Ein guter Zeitpunkt, um ein Fazit der Punktrunde zu ziehen und in die Zukunft zu schauen.

Was waren die Gründe für den Leistungsknick der „Frogs“ im Jahr 2016?

Verletzungspech und eigenes Unvermögen. Nach dem zu Saisonbeginn verpflichteten Kreisläufer Karl Saint-Prix fiel auch noch Stammtorhüter Jan Peveling mit einem Kreuzbandriss aus – für die Henstedt-Ulzburger der Super-GAU. Geschäftsführer Olaf Knüppel: „Im Handball spielt der Torhüter eine entscheidende Rolle. Justin Rundt ist talentiert, ihm fehlt aber Jans Klasse. Und Karl, der unsere Lebensversicherung war, hat nicht ein einziges Match bestritten.“ 2016 gab’s zudem sieben Niederlagen mit nur einem oder zwei Treffern Differenz. „Das ist dann schon kein Pech mehr, sondern deutet auf fehlende Qualität hin“, sagt Coach Matthias Karbowski.

Wer wird neuer Trainer?

Das ist völlig offen. Ursprünglich sollte der Nachfolger für Karbowski (Handballpause) und Amen Gafsi (wechselt zum Al-Wakrah Sport Club nach Katar) spätestens am 3. Juni präsentiert werden – doch daraus wurde nichts. Knüppel: „Aktuell stehen noch drei Kandidaten auf meiner Liste.“

Ist der Kader für die
kommende Serie komplett?

Nein. Hamza Kablouti möchte seinen Vertrag auflösen; ob der Verein diesem Wunsch entspricht, wird derzeit in Gesprächen geklärt. Gesucht werden noch ein Links- und ein Rechtsaußen sowie ein junger, talentierter Rückraumakteur, der auf der Mittelposition in die Fußstapfen von Kapitän Nico Kibat treten kann. Daniel Eggert (zum
ASV Hamm-Westfalen), Tim Stefan (TV Hüttenberg), Justin Rundt (HSV Hamburg), Arnd Sasse (HG Hamburg-Barmbek), Thilo Lange (HT Norderstedt) und Florian Bitterlich (will nur noch unterklassig spielen) gehen. Neu dabei sind der Däne Simon Hedehus (Handball-Akademie Skanderborg), Bjarne Möller (eigene A-Jugend) und Jan Stefan (HSV-A-Jugend). Kreisläufer Tim-Oliver Brauer soll gehalten werden, hat aber noch nicht entschieden, ob er bleibt.

Wo finden künftig die Heimpartien des SV Henstedt-Ulzburg statt, der in der
3. Liga Nord als Spielgemeinschaft mit dem HSV Norderstedt unter der Bezeichnung HSG Nord HU antritt?

Sowohl in Henstedt-Ulzburg als auch in Norderstedt. Geplant sind elf Matches im Schulzentrum Maurepasstraße und vier in der Moorbekhalle.

Wie lautet das Ziel für die Saison 2016/2017?

Der Wiederaufstieg ist kein Thema. „Wir wollen oben mitmischen und uns nur aufs Handballspielen konzentrieren“, sagt Olaf Knüppel, der am heutigen Dienstag 50 Jahre alt wird.

Trifft die HSG Nord HU auch auf den
HSV Hamburg?

Ja. Der HSV, Nachfolgeclub des insolventen Bundesligisten HSV Handball, ist – anders als Eintracht Hildesheim oder die HF Springe – ebenfalls in die Nordstaffel der 3. Liga eingeteilt worden und gilt als Meisterschaftsfavorit. Als sehr stark werden zudem der 1. VfL Potsdam, der SC Magdeburg II, der DHK Flensborg und der VfL Fredenbeck eingeschätzt.