Norderstedt
Fussball

Eintracht Norderstedt verteilt in Rehden Gastgeschenke

Juri Marxen traf in der 45. Minute mit seinem ersten Saisontor zum zwischenzeitlichen 1:3

Juri Marxen traf in der 45. Minute mit seinem ersten Saisontor zum zwischenzeitlichen 1:3

Foto: Anne Pamperin / Anne Pamperi

Regionalliga-Kicker verlieren beim Tabellenneunten nach katastrophalem Beginn mit 2:4 und kassieren ihre vierte Niederlage in Folge.

Norderstedt.  Erst 13 Minuten waren auf dem A-Platz der Waldsportstätten absolviert, als Thomas Seeliger, der Trainer der Regionalliga-Fußballer von Eintracht Norderstedt, gedanklich einen Haken hinter die Auswärtspartie beim BSV Schwarz-Weiss Rehden machte. Die abstiegsgefährdeten Hausherren lagen zu diesem Zeitpunkt durch Treffer von Gazi Siala (9.), Joseph Boyamba (12.) und Kevin Artmann (13.) mit 3:0 in Führung, den Gästen drohte ein Debakel.

„Wir haben in der Anfangsphase gepennt und munter Gastgeschenke verteilt“, sagte der Coach. Die Niederlage beim Tabellenneunten war nach dem 1:3 gegen Hannover 96 II, dem 1:3 beim TSV Havelse sowie dem 0:4 gegen die U23 des FC St. Pauli die vierte Punktspielpleite hintereinander.

Seeliger hatte das Match in Rehden zum Charaktertest für seine Elf erklärt. Diese fiel – das war einer der wenigen positiven Aspekte eines gebrauchten Nachmittags – trotz der katastrophalen Anfangsphase zumindest nicht durch. „Man muss den Hut davor ziehen, dass sich die Jungs nicht aufgegeben haben und noch einmal zurückgekommen sind“, so der 49 Jahre alte Fußball-Lehrer, „wir waren über weite Strecken besser als unser Gegner.“

Juri Marxen mit seinem ersten Saisontor (45. Minute) und Mannschaftskapitän Philipp Koch (55.) ließen die Gäste zwischenzeitlich zumindest auf einen Punktgewinn hoffen – dann aber brach Andor Bloyki den Norderstedtern, die neben den verletzten Offensivkräften Jan Lüneburg und Ermir Zekjiri kurzfristig auch noch Innenverteidiger Jan-Philipp Rose (Entfernung eines Muttermals) ersetzen mussten, mit dem 4:2 (69.) das Genick.

Mangelnde Einsatz- und Laufbereitschaft waren also nicht die Ursache für das aus Eintracht-Sicht unbefriedigende Endresultat – was aber dann? „Wir haben wie so oft in den vergangenen Wochen zu viele individuelle Fehler gemacht“, sagte Thomas Seeliger, „die Ergebnisse, die wir erzielen, sind auch eine Frage der Qualität. Mit reduziertem Kader bekommen wir gegen jede Mannschaft in der Regionalliga Probleme.“

Sehr schwer dürfte für sein Team auch die nächste Aufgabe werden. Am 30. April kommt der VfB Lübeck ins Edmund-Plambeck-Stadion; die Hansestädter gehören wie der FC St. Pauli II und Rehden zum großen Kreis der Abstiegskandidaten, benötigen im Kampf um den Klassenerhalt daher jeden Zähler. „Immerhin waren wir beim Verschenken der Punkte an die Vereine aus dem unteren Tabellendrittel bisher gerecht“, so Seeliger mit einem Anflug von Galgenhumor – doch am Sonnabend soll mit der Großzügigkeit endlich Schluss sein...

BSV Schwarz-Weiß Rehden – Eintracht Norderstedt 4:2 (3:1). Tore: 1:0 Gazi Siala (9.), 2:0 Joseph Boyamba (12.), 3:0 Kevin Artmann (13.), 3:1 Juri Marxen (45.), 3:2 Philipp Koch (55.), 4:2 Andor Bloyki (69.); Zuschauer: 222; Eintracht Norderstedt: Höcker – Coffie, Aniteye, Mandic, Lindener – Koch – Marxen, Toksöz, Ilgner (75. Akdogan), Kummerfeld (46. Nadler) – Kunter (50. Schultz).


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