Norderstedt
FUSSBALL

SVHU-Coach Jens Martens fehlt gegen VfR ein Abwehr-Trio

André Zick, 30,

André Zick, 30,

Foto: Ulrich Stückler

SH-Liga-Fußballer des SV Henstedt-Ulzburg müssen kurzfristige Ausfälle verkraften. SV Todesfelde hat auch Personalsorgen, TuS Hartenholm will spielen

Norderstedt.  An diesem Wochenende beginnt der Punktspielbetrieb in der Schleswig-Holstein-Liga – sofern es die Platzverhältnisse denn zulassen. Die drei Fußballclubs aus dem Kreis Segeberg, die in der höchsten Klasse des nördlichsten Bundeslandes vertreten sind, gehen dabei mit gemischten Gefühlen in die zweite Etappe der Punktrunde 2015/2016.

Nimmt man die Leistungen in der Vorbereitungsphase als Maßstab, scheint der SV Henstedt-Ulzburg (14./18 Punkte/25:45 Tore) am besten gerüstet zu sein. Das Team von Trainer Jens Martens blieb weitgehend von Verletzungen verschont, lieferte in den Tests gute Leistungen und Ergebnisse ab. Die entscheidende Frage: Kann der abstiegsgefährdete SVHU den Aufwärtstrend nun auch in der SH-Liga fortsetzen?

Klarer Fall von zu früh gefreut, denkt sich da wohl Jens Martens; hätte er doch auf das Abschlusstraining vor der Heimpartie an diesem Sonnabend (15 Uhr, Kunstrasen Theodor-Storm-Straße) gegen den VfR Neumünster verzichtet. „Mir ist sind am Donnerstagabend kurzfristig gleich drei Abwehrleute weggebrochen, das ist sehr ärgerlich“, sagte der SVHU-Coach mit Blick auf die gute Verfassung, in der sich die Rhener über die gesamte Freiluft-Vorbereitung hinweg präsentiert haben.

Das Missgeschick mit den wohl weitreichendsten Folgen widerfuhr Tobias Höche. Der 23 Jahre junge Defensivspezialist, der auf der rechten Außenbahn aber auch für einigen Vorwärtsdrang sorgen kann, zog sich bei einem Zusammenprall mit Michel Blunck eine Sprunggelenksverletzung zu, die ihn wohl für einige Wochen außer Kraft setzen wird. „Dazu ist bei Florian Geertz die Verletzung am Zehengrundgelenk wieder aufgebrochen, und Daniel Ahlers ist kurzfristig auf einen beruflichen Lehrgang beordert worden“, zählt Martens auf. „Da denkst du, nun ist doch alles gut, und schon kommt so eine Ernüchterung.“

Doch auch ohne das Defensivtrio steht dem Coach ein breiterer Kader als noch vor der Pause zur Verfügung. Auch auf der Torhüterposition. Dort ist zwar Kapitän André Zick weiterhin die unbestrittene Nummer eins zwischen den Pfosten. Aber dahinter wechseln sich nun Fin Drews und Marc-Aaron Kassler ab. Wer von dem jungen Keeper-Duo nicht im ersten Kader steht, holt sich Spielpraxis in der U23, die von der kommenden Saison an von Claus Rath trainiert wird.

Beim SV Todesfelde (7./27 Zähler/37:38 Treffer), der am Sonntag um 14 Uhr auf dem wetteranfälligen Sportplatz an der Dorfstraße den Tabellenvorletzten TuRa Meldorf (17./11/18:43) empfangen soll, hätte wohl niemand etwas dagegen, wenn die Partie abgesagt werden würde. Grund: Das geradezu aberwitzige Verletzungspech in den vergangenen Wochen, das sich entsprechend negativ auf den Trainingsbetrieb ausgewirkt hat. Der Kader von Coach Sascha Sievers schrumpfte zwischenzeitlich so stark zusammen, dass der SVT den als Härtetest geplanten Vergleich mit dem Hamburger Oberliga-Club FC Türkiye wegen Personalmangels absagen musste – eine vernünftige Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte war praktisch unmöglich.

„Unser Programm hatte zwischenzeitlich nichts mehr mit Fußball zu tun, sondern ähnelte lebenserhaltenen Maßnahmen“, so Sievers, „nach aktuellem Stand stehen mir gegen Meldorf maximal 14 Mann zur Verfügung.“ Mut macht dem Übungsleiter lediglich der passable Auftritt seiner Mannschaft beim 0:1 am vergangenen Wochenende gegen die U19 von Eintracht Norderstedt. „Das sah ordentlich aus, bis meine Spieler keine Kraft mehr hatten.“

Ob die Partie der Schleswig-Holstein Liga zwischen dem Heider SV (4./35/34:18) und dem stark abstiegsbedrohten TuS Hartenholm (16./13/13:48) am Sonntag um 14 Uhr überhaupt stattfinden kann, entscheidet sich wohl erst kurzfristig. „Schon in den vergangenen Jahren haben wir in Heide auf einem sehr tiefen Platz gespielt, nun kommt zusätzlich die Nässe der vergangenen Tage hinzu“, blickt Hartenholm-Trainer Jörg Schwarzer skeptisch auf das erste Spiel der Rückrunde. „Eine Absage und Spielverlegung auf einen Termin unter der Woche wären eine Katastrophe für uns“.

In der Hinrunde gab es eine knappe 1:2 Heimniederlage für seine Elf in einer Partie, die mit neun gelben Karten und zwei Platzverweisen hart geführt wurde. „Beide Mannschaften stehen kompakt und haben eine ähnliche Spielanlage“, blickt der 50-jährige auf das Aufeinandertreffen beider Teams in der Hinrunde zurück.

Unterstützung im Hintergrund erhält Liga-Obmann Heinrich-Wilhelm Genz ab sofort von einem ehemaligen Norderstedter. Olaf Rosenthal, der bereits Trainer bei Concordia Hamburg, Union Solingen, der A-Jugend des FC St. Pauli, TuRa Harksheide und der Kaltenkirchener Turnerschaft war, kümmert sich um Aufgaben in der Organisation des SH-Ligisten. „Heiwi Genz kann sich nun mehr um die Betreuung des Teams kümmern“, begrüßt Schwarzer die zusätzliche Hilfe.