Norderstedt
FUSSBALL

Favorit TuRa stolpert in Hinrunde mit Findungsproblemen

TuRa-Trainer Marcus Fürstenberg, 42, hat den Aufstieg noch nicht ad acta gelegt

TuRa-Trainer Marcus Fürstenberg, 42, hat den Aufstieg noch nicht ad acta gelegt

Foto: Anne Pamperin

Landesliga-Fußballer aus Harksheide starten als Aufstiegs-Aspirant in die Hammonia-Staffel. Jetzt ist die Fürstenberg-Elf nur Fünfter.

Norderstedt.  Es ist gut ein halbes Jahr her, dass die Fußballer des TuRa Harksheide von Landesliga-Experten zu den Titelfavoriten der Hammonia-Staffel gezählt wurden. Schließlich hatte der Club die Oberliga-Playoffs in der Vorsaison nur knapp verpasst. Aber Trainer Marcus Fürstenberg sah die Chancen immer skeptisch; er wusste, was kommen könnte. Der Verein war letzten Sommer ins Risiko gegangen, hatte bei seinen Transfers mehrheitlich auf Akteure gesetzt, die zwar durchaus hoch veranlagt, aber eben nicht die einfachsten Charaktere sind.

Hätte alles gepasst, wäre der Club auf allen Positionen schlagkräftig gewesen. Fürstenberg beschreibt die Realität aber so: „Wir sind eine Mittelklassemannschaft, weil wir es nicht geschafft haben, zusammenzufinden. Jeder stellte Dinge in den Vordergrund, die in den Hintergrund rücken sollten. Bei Erfolg wäre das einfacher. Dabei kenne ich kaum einen Verein, der so viel tut für sein Team wie Harksheide.“

Aus vielerlei Gründen haben diverse Akteure, allesamt potenzielle Stammkräfte, die TuRaner während der ersten Saisonhälfte wieder verlassen. So beendeten Benjamin Slotty und Lars Schmitz jeweils ihre Karriere nach neuerlichen Verletzungen. Kevin Heitbrock hat sich zuletzt wochenlang nicht gemeldet, war ohnehin selten über einen längeren Zeitraum austrainiert. Seine Zukunft bei TuRa: ungewiss. Karl Bogucki und Chalton Heston (ehemals Kofi Mensah) gingen nach Zwistigkeiten. Auch der Abschied von Marcel Boldt, eigentlich ein Zögling von Marcus Fürstenberg, war unschön – der Spieler, mittlerweile bei UH-Adler untergekommen, beklagte sich über mangelnde Wertschätzung, wollte nach seinem verheilten Beinbruch mehr Einsätze, während Fürstenberg ihn dafür noch nicht bereit sah. Ein Streit vor dem Training führte zum Zerwürfnis.

Ein weiteres Indiz dafür, dass die durchaus namhafte Truppe nicht zusammenpasste, sind die sieben Unentschieden – zu oft fehlte im Kollektiv Biss, um eigentlich unterlegene Gegner in die Knie zu zwingen. In der Landesliga überwintert TuRa mit 28 Zählern auf Rang fünf, hat 18 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter TSV Sasel. Fürstenberg: „In der Hansastaffel wären wir mit dieser Punktzahl gut dabei. Bei uns preschen aber mit Sasel, dem Wedeler TSV und dem TuS Osdorf drei Vereine vorneweg. Uns bleibt wahrscheinlich nur die Goldene Ananas – aber man weiß ja nie, was noch passiert.“

Der ursprünglich von Fürstenberg propagierte Fünf-Jahres-Plan zum Aufstieg in die Oberliga 2017 steht nach wie vor, ist aber mit dem aktuellen Kader kaum zu realisieren. „Vor zwei Jahren war es einfacher, Spieler zu bekommen. Jetzt fragen die Leute aus Hamburg, wo Harksheide liegt, das sei doch bei Flensburg. Dazu haben wir in der Nachbarschaft den SC Poppenbüttel, den Hamburger SV III und den WSV Tangstedt, die alle finanzkräftig sind.“

Künftig wird vermehrt auf Identifikation gesetzt. „Jetzt haben wir eine relativ gute A-Jugend, die in die Verbandsliga aufsteigen kann. Nächsten Sommer wollen wir ein, zwei Jungs mehr integrieren.“ Nachwuchs-Torjäger Lion Jodeit gehört schon jetzt fest zum Herrenkader. „Und ein Jahr später kommt ein noch stärkerer A-Jugend-Jahrgang“, so Fürstenberg. „Wenn wir aber nur auf unsere eigenen Talente setzen, ist es sicher sinnvoll, erst einmal in der Landesliga zu spielen. Sie identifizieren sich mit TuRa. Wir wollen, dass das wertgeschätzt wird.“

Aufgegeben hat Marcus Fürstenberg den Aufstieg aber noch nicht. „Dafür bin ich zu ehrgeizig“, sagte er. Der 42-Jährige hatte seinen Vertrag noch vor Weihnachten bis 2017 verlängert. Für die laufende Vorbereitung hat er sieben Tests vereinbart, und geht zudem neue Wege. „Sidnei Marschall und Diego Wohlers haben gute Kontakte zu Spielern aus Südamerika. Wir testen einige Talente und werden sie eventuell noch in dieser Saison einbauen.“

Auch für die kommende Saison hat Marcus Fürstenberg Kandidaten – auch aus der Region – im Auge. „Wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle, haben wir spätestens dann eine schlagkräftige Truppe zusammen.“

Testspiele, 17. Januar, 15 Uhr: USC Paloma (H); 23. Januar, 14.30 Uhr: Bargfelder SV (H);
24. Januar, 16 Uhr:
VfL Pinneberg (in Tornesch); 30. Januar, 14 Uhr: Glashütter SV (H); 3. Februar, 20 Uhr: SV Henstedt-Ulzburg (A, Theodor-Storm-Straße); 5. Februar, 19.30 Uhr: UH-Adler (A); 7. Februar, 14 Uhr: DuWO 08 (H).