Norderstedt
Handball

Es gibt viel zu tun in der Punktspielpause der 2. Liga

Die SVHU-Verantwortlichen hoffen, dass Kreisläufer Karl Saint-Prix nach seinem Kreuzbandriss im linken Knie bis März wieder fit wird

Die SVHU-Verantwortlichen hoffen, dass Kreisläufer Karl Saint-Prix nach seinem Kreuzbandriss im linken Knie bis März wieder fit wird

Foto: Ulrich Stückler

Männerteam des SV Henstedt-Ulzburg ist nach starkem Start auf den 18. Tabellenplatz abgerutscht. 2016 soll es wieder aufwärts gehen.

Henstedt-Ulzburg.  Nach dem ersten Saisondrittel schwebten sie noch auf Wolke sieben, dann allerdings folgte der brutale Absturz ins Jammertal – und das zu allem Überfluss auch noch mit jeder Menge Verletzungspech. So lassen sich die bisher absolvierten 21 Partien der Zweitliga-Handballer des SV Henstedt-Ulzburg in der Serie 2015/2016 zusammenfassen.

Das Team des Trainerduos Matthias Karbowski und Amen Gafsi belegt aktuell mit 15:27 Punkten als Tabellen-18. den ersten Abstiegsplatz; in der bis zum 6. Februar währenden Punktspielpause gibt es für die „Frogs“ viel zu tun.

Die Henstedt-Ulzburger arbeiten mit einem der kleinsten Etats der Liga, von knapp 600.000 Euro ist die Rede. Und auch den konnte der in der Planungsphase allein verantwortliche Geschäftsführer Olaf Knüppel nur auf die Beine stellen, weil Sponsoren diverse Arbeits- und Ausbildungsplätze für die Spieler zur Verfügung gestellt haben. Deshalb bewegt sich der Posten Gehälter in machbaren Dimensionen.

„Nur mit diesem Konzept ist Zweitliga-Handball in Henstedt-Ulzburg möglich“, sagt Matthias Karbowski. „Die Jungs, die sich darauf eingelassen haben, wussten, was auf sie zukommt und ziehen voll mit.“ Doch auch mit diesem Kunstgriff konnten nur elf Feldspieler mit Qualität für die Startformation generiert werden, wobei in der Vorbereitung Neuzugang Hamza Kablouti fehlte. Der Tunesier war für sein Land bei der U20-WM aktiv und stieß erst später zum Kader, der durch Perspektivspieler aus der A-Jugend und dem zweiten Männerteam ergänzt wird.

Dass mit so bescheidenen Mitteln der Klassenerhalt das einzige Sasionziel ist, versteht sich von selbst. Und klar ist auch, dass aufgrund der dünnen Personaldecke jeder langfristige Ausfall ein erhebliches Handicap für den
SV Henstedt-Ulzburg bedeutet.

Den ersten Dämpfer mussten die „Frogs“ schon vor Beginn der Punktrunde verkraften: Am 19. Juli riss sich der ebenfalls neu verpflichtete Kreisläufer Karl Saint-Prix im Vorbereitungsturnier des HSV das vordere Kreuzband im linken Knie. „Karl ist auf einem guten Weg mit seiner Reha-Arbeit“, so Karbowski, „vielleicht kann er uns ab März unterstützen.“

Und doch sah es nach sieben Spieltagen so aus, als könnte der Underdog die 2. Bundesliga rocken. Nicht zuletzt deshalb, weil Tim Völzke im linken Rückraum trotz paralleler Erzieherausbildung gute Leistungen zeigte; er führt wie in der vergangenen Serie die Scorerliste der Frogs an und hat mit seinem Positionskollegen Tim Stefan
148 der 501 SVHU-Tore erzielt. Nach den erwartbaren Auftaktpleiten gegen die Spitzenteams ASV Hamm-Westfalen (27:33) und HSC 2000 Coburg (31:34) ließen die Henstedt-Ulzburger vier Siege und ein Remis folgen. Der Lohn für den Zwischenspurt: Rang fünf mit 9:5 Punkten.

Der Abstecher ins obere Tabellendrittel war allerdings nur eine schöne Momentaufnahme; es folgte das erste Formtief aufgrund zahlreicher Verletzungen, die außer Rechtsaußen Julian Lauenroth und Kreisläufer Martin Laursen fast jeden Akteur trafen. Negativer Höhepunkt war die 14:19-Heimpleite gegen die HSG Nordhorn Lingen, die einen Minusrekord in Sachen Torausbeute brachte.

Danach gab’s drei Siege gegen den VfL Eintracht Hagen, Bayer Dormagen und den HC Empor Rostock. Eigentlich. Doch da Youngster Arnd Sasse in Dormagen eingesetzt wurde, obwohl er kein ein Vertragsverhältnis mit den Profis hatte, wurden dem SVHU die beiden Punkte für den 30:23-Triumph am grünen Tisch aberkannt. Teammanager Joachim Jakstat hatte die Spielordnung falsch interpretiert. „An diesem Fehler knabbere ich immer noch, das wurmt sehr. Mit 17 Zählern würde sich unsere Tabellensituation ein wenig entspannter darstellen.“

Was für die zweite Saisonhälfte Mut macht: Der Abstand zum rettenden Ufer ist minimal. Jakstat: „Wir haben alles noch selbst in der Hand.“


Die Tabelle der 2. Bundesliga