FUSSBALL

SV Henstedt-Ulzburg schafft 5:1-Derbysieg mit Hattrick

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Ulrich Stückler
Vera Homp, 24, brachte den SVHU mit drei Toren zwischen der 63. und 86. Minute

Vera Homp, 24, brachte den SVHU mit drei Toren zwischen der 63. und 86. Minute

Foto: Ulrich Stückler

Zweitligafrauen treffen in Kiel fünfmal nach der Pause. Vera Homp netzt dreimal ein, Maria Marrocu feiert ihr Comeback über 90 Minuten.

Henstedt-Ulzburg.  Die Zweitliga-Fußballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg strotzten vor dem Match bei Holstein Kiel nicht unbedingt vor Optimismus. Doch sämtliche Bedenken erwisen sich als hinfällig: Das Schleswig-Holstein-Derby an der Förde endete mit einem klaren 5:1 (0:0)-Auswärtserfolg des Aufsteigers. Der Hauptgrund für die Zurückhaltung beim SVHU: Den Spielerinnen von Trainer Tobias Homp fehlte nach nur vier Pflichtspielen seit dem 3:1-Heimsieg über Blau-Weiß Hohen Neuendorf am 13. September schlichtweg ein vernünftiger Wettkampfrhythmus.

Da zudem besagte vier Partien allesamt hohe Niederlagen mit einer ernüchternden Gesamt-Torbilanz von 4:18 Treffern gebracht hatten, war zu Beginn des Landesderbys erst einmal kein Hurra-Fußball angesagt. „Das waren einfach zu viele Gegentore in letzter Zeit gewesen, dem musste ich mit einer etwas defensiveren Grundaufstellung entgegenwirken“, sagte Tobias Homp. Der Coach hatte die übliche Doppelspitze mit Alina Witt und Vera Homp aufgelöst und seine Tochter in einer 4:2:3:1-Formation ins offensive Mittelfeld zurückbeordert.

„Die erste Halbzeit war dann auch von reichlich Nervosität geprägt. Wir wollten selbstverständlich gewinnen, aber die Kielerinnen mussten unbedingt siegen, um nicht schon jetzt mit dem Rücken zur Wand zu stehen“, sagte Homp. „So haben die mit ihrem frühen Pressing unseren Spielaufbau wirksam gestört.“ Da aber die SVHU-Abwehr solide stand, ging es mit einem Zwischenstand von 0:0 in die Pause – und der Erkenntnis für den Übungsleiter, dass es nach bewährtem Muster wohl doch besser läuft. Mit dem Wiederanpfiff setzten die nun wieder mit Witt/Homp als Sturmduo agierenden Hen­stedt-Ulzburgerinnen Holstein Kiel unter Druck.

Schon in der 53. Minute bekam Alina Witt den Ball für ihren achten Saisontreffer aufgelegt. „Dass wir kurz darauf das 1:1 kassierten, lag vorrangig daran, dass wir wegen einer Behandlungspause für Kristin Engel kurz unkonzentriert waren“, so Homp, „ansonsten lief die zweite Halbzeit so, wie ich es mir vorstelle. Frühes Stören, Ballgewinne, konzentriert ausgeführte Konter.“ Hauptnutznießerin dieser zahlreichen Angriffschancen war dabei Vera Homp, der – jeweils nach Vorarbeit durch Alina Witt – ein Hattrick zur entscheidenden 4:1-Führung gelang.

Aber noch eine SVHU-Spielerin durfte sich an diesem Tag wie eine Extra-Siegerin fühlen. Maria Marrocu, die nach Querpass von Witt im Nachsetzen das abschließende 5:1 erzielte, stand nach drei kürzeren Joker-Einsätzen zum ersten Mal seit der Innenbandverletzung ihres rechten Knies am 21. August in der Startformation. „Ich war zu Beginn schon etwas nervös“, sagte die 26 Jahre alte Mittelfedakteurin, „nach der Pause lief es aber immer besser. Mein Knie hält, und auch konditionell bin ich schon wieder gut drauf.“

Tore: 0:1 Alina Witt (53.), 1:1 Maike Timmermann (55.), 1:2, 1:3, 1:4 Vera Homp (63./73./86.), 1:5 Maria Marrocu (87.).
SV Henstedt-Ulzburg: Weech – A. Michel (72. J. Michel), Hegeler, Engel, Schmitt – Schoknecht, Marrocu – Homp, Einfeldt (46. Kretzschmar), Stöckmann – Witt.

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