Norderstedt
Tischtennis

Besser geht’s nicht – Friedrichsgabe gelingt Traumstart

Foto: Thomas Maibom

Das Damenteam des SV Friedrichsgabe ist mit makellosen 10:0 Punkten Tabellenführer der Tischtennis-Verbandsoberliga Nord.

Norderstedt.  Nicht wenige Tischtennisfans dürften sich beim Betrachten der aktuellen Tabelle der Damen-Verbandsoberliga Nord verwundert die Augen reiben. Ganz oben im Ranking steht ein Verein, der vor zwei Jahren noch in der Landesliga spielte und in Schleswig-Holstein bisher vor allem mit seiner vorbildlichen Nachwuchsarbeit auf sich aufmerksam gemacht hat: der SV Friedrichsgabe. Die makellose Bilanz des Aufsteigers aus den ersten fünf Partien: 10:0 Punkte. Besser geht’s nicht...

Die vier Protagonistinnen, die für den ungeahnten Höhenflug verantwortlich sind, halten indes den Ball flach. „Bei uns hebt trotz des guten Starts niemand ab. Wir wissen, dass wir mit dem Auftaktprogramm etwas Glück gehabt haben und unsere bisherigen Gegner nicht immer in Bestbesetzung angetreten sind. Es kommen noch einige richtig schwierige Aufgaben“, sagt Wiebke Gerdau, die beim SVF an Nummer zwei gemeldet ist und über die größte Wettkampferfahrung im Team verfügt.

Die 32-Jährige, die südlich der Elbe in Neu Wulmstorf wohnt und als Lehrerin an der Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg arbeitet, hat das Tischtennis-Einmaleins beim TTC Neuenfelde gelernt; sie schmetterte später für den Oberalster VfW, den Bargfelder SV, den SC Urania, die TTG 207 sowie den Niendorfer TSV in der Ober- beziehungsweise Regionalliga – und ist seit dem 1. Juli 2013 in Friedrichsgabe aktiv.

1999 hatte sie sich in Bargfeld mit ihren Teamkolleginnen Bettina Ludwig und Karin Lensch angefreundet. „In den Jahren danach bestand zwischen uns immer Kontakt. Dann bin ich die Patentante von Bettinas Tochter Carina geworden. Und irgendwann haben wir uns dazu entschlossen, wieder in einer Mannschaft zu spielen.“

Also wechselten Wiebke Gerdau und ihre Mitstreiterinnen aus früheren Zeiten zum SVF; es folgten zwei Durchmärsche durch die Landes- und Verbandsliga. Inzwischen haben sich die Wege des Trios wieder getrennt, aber nur vereinsintern. Ludwig, deren ältere Tochter Miriam, 15, vor wenigen Wochen ohne Niederlage das schleswig-holsteinische Mädchen-Ranglistenturnier gewonnen hat, und Lensch sind mittlerweile im Landesliga-Team im Einsatz. Kristin Nissen, 23, die zu Saisonbeginn von der Kaltenkirchener Turnerschaft kam, und Melanie Schiemann, 33, komplettieren das Verbandsoberliga- Quartett.

Gerdau fühlt sich in Friedrichsgabe nach wie vor sehr wohl. Ansonsten würde sie nicht einmal pro Woche die zeitaufwendige und bisweilen nervenaufreibende Fahrt durch den Elbtunnel und über die Megabaustelle A7 in Kauf nehmen. „Wenn es dumm läuft, brauche ich schon mal zwei Stunden auf dem Hinweg zum Training oder zurück nach Hause. Aber es macht viel Spaß beim SVF, und ich kann regelmäßig mein Patenkind sehen.“

Hinzu kommt: Die Mitglieder der Tischtennissparte wissen genau, was sie an „ihren“ Damen haben. Sie tun alles, um das Aushängeschild der Abteilung zu unterstützen. Eine kompetente Betreuung der Mannschaft während der Punktspiele ist garantiert, außerdem gibt es stets genügend freiwillige Schiedsrichter. „Das“, sagt Wiebke Gerdau, „ist sehr angenehm für uns, so können wir uns voll auf die Matches konzentrieren.“

Einzelbilanzen der SVF-Spielerinnen nach fünf Verbandsoberliga-Partien: Miriam Ludwig 12:1 Siege, Wiebke Gerdau 7:3, Kristin Nissen 10:3, Melanie Schiemann 5:6.


Die Tabellenspitze:
1. SV Friedrichsgabe (10:0 Punkte/40:17 Spiele), 2. SC Poppenbüttel III (8:0/32:6), 3. Kaltenkirchener TS II (6:0/24:9), 4. SC Mittelpunkt Nortorf (3:3/18:21), 5. TSV Schwarzenbek II (2:2/11:11).