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Eintracht Norderstedt bekommt Rückenwind fürs Derby

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Christopher Herbst
Linksverteidiger Steven Lindener (vorne) ist seit Wochen einer der beständigsten Akteure bei Eintracht Norderstedt

Linksverteidiger Steven Lindener (vorne) ist seit Wochen einer der beständigsten Akteure bei Eintracht Norderstedt

Foto: Anne Pamperin

Regionalligist erreicht mit 6:0 beim Altengamme das Pokal-Achtelfinale. Am Sonnabend spielt der Tabellenfünfte beim FC St. Pauli II.

Norderstedt.  Pokalspiele bei unterklassigen Gegnern sind in der Regel undankbare Aufgaben. Doch die Fußballer von Eintracht Norderstedt nahmen positive Eindrücke von ihrem Auswärtsmatch beim Landesligisten SV Altengamme mit. Das Ergebnis – ein 6:0 (1:0) – war ungefährdet, der Gegner harmlos und weniger aggressiv als vielleicht erwartet. Am Ende bekam der Regionalligist vielmehr warmen Applaus und beste Wünsche mit auf den Weg. Ein Zuschauer steckte Kapitän Philipp Koch sogar eine Spende für die Mannschaftskasse zu.

Mit Treffern kurz vor und kurz nach der Pause war die Begegnung früh entschieden, sodass Trainer Thomas Seeliger einige Akteure für die Regionalliga-Begegnung am Sonnabend (14 Uhr, Hoheluft) beim FC St. Pauli II schonen konnte. Jan Lüneburg, David Karg und Clifford Aniteye hatten entsprechend früher Feierabend.

Für Steven Lindener galt dies nicht, obwohl der Linksfuß auch in Altengamme äußerst engagiert zu Werke ging. Der 24-Jährige ist bei der Eintracht seit Wochen einer der beständigsten Spieler im Team, nahm auch diesmal die ungewohnten Rahmenbedingungen auf dem Kunstrasen sofort an, erzielte nicht von ungefähr das wichtige 1:0 und bereitete zwei weitere Tore vor.

„Auf dem Platz hier war es eng, da hat man kaum Zeit für die Aktionen. Als wir den Gegner mit dem zweiten Tor gepackt hatten, hat es Spaß gemacht. Da spiele ich gern 90 Minuten.“

Weil zuletzt reihenweise Stammkräfte mit Verletzungen ausgefallen sind, ist Lindener in der sportlichen Hierarchie nach vorne gerückt. „Er ist seit Wochen in Topform“, lobte Trainer Seeliger. Im Pokal wurde er ausnahmsweise links offensiv aufgeboten, in der Regionalliga ist er mittlerweile als Linksverteidiger gesetzt.

Die Rückkehr von Jan-Philipp Rose ins Team hat daran nichts geändert, denn dieser wird gerade dringend im Abwehrzentrum benötigt. Dort fehlt Tim Petersen (Muskelfaserriss) weiterhin, und auch Marin Mandic fällt aktuell mit einer Oberschenkelzerrung aus. „Wir wollen mit Marin kein Risiko eingehen“, sagt Thomas Seeliger, der seinen Abwehrchef am Sonnabend vermutlich schonen wird.

Deutlich schlimmer hat es Deran Toksöz erwischt. Dessen Verletzung aus dem Havelse-Spiel vom vergangenen Sonntag ist keineswegs „nur“ der anfangs befürchtete Muskelfaserriss im Adduktorenbereich, sondern ein knöcherner Sehnenabriss – eine Verletzung, die eine deutlich längere Reha-Phase erfordert.

Nicht ausgeschlossen ist, dass Toksöz sogar erst 2016 wieder einsteigen kann. Nach Linus Meyer (Kreuzbandriss) fehlt nunmehr also auch die zweite Kreativkraft im Mittelfeldzentrum und ein gefährlicher Torschütze. Toksöz hat wie Angreifer Jan Lüneburg fünf Treffer auf seinem Konto.

„Wir müssen da jetzt durch“, sagt Thomas Seeliger trotzig. Vielleicht eröffnet sich damit eine Chance für Youngster Nico Schluchtmann, der einer der Kandidaten für die vakante Position von Toksöz ist. In Altengamme gelang dem 19-Jährigen ein Kunststück in Robert-Lewandowski-Manier; er erzielte das 4:0 und 5:0 jeweils in der 67. Minute – für seinen Doppelpack benötigte Schluchtmann gerade einmal 40 Sekunden.

Tore: 0:1 Steven Lindener (43.), 0:2 David Karg (47.), 0:3 Jan Lüneburg (54.), 0:4, 0:5 Nico Schluchtmann (jeweils 67.), 0:6 Björn Nadler (82.).

Eintracht Norderstedt: Springer – Marxen, Aniteye (70. Bojadgian), Rose, Kummerfeld – Koch – Kunter, Karg (62. Nadler), Schluchtmann, Lindener – Lüneburg (56. Schultz).

Das Pokal-Achtelfinale wird am 2. November ausgelost und vom 18. bis 20. Dezember gespielt.

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