Norderstedt
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Rückschlag für U17-Talente

B-Junioren von Eintracht Norderstedt verlieren 2:3 gegen VfB Lübeck. Partie steht kurzzeitig vor Abbruch

Norderstedt.  Das Regionalligaspiel gegen den VfB Lübeck werden die B-Junioren-Fußballer von Eintracht Norderstedt so schnell nicht vergessen. Und das aus vielerlei Gründen.

Es begann schon damit, dass der heimische Kunstrasen zur geplanten Anstoßzeit um 11.30 Uhr noch belegt war – ausgerechnet von der eigenen zweiten Mannschaft, die in der Oberliga kickt. „Da hat mal wieder jemand getrödelt“, sagte Norderstedts Trainer Frank Spitzer genervt in Richtung des Hamburger Fußball-Verbandes.

Mit 15 Minuten Verspätung ging es schließlich los. Zunächst lief es sogar sehr ordentlich für die Eintracht-Talente – Angreifer Manuel Brendel traf beispielsweise per Kopf nur die Latte (14.). Der gleiche Akteur war allerdings ohne böse Absicht unmittelbar danach an einer Szene beteiligt, die beinahe zu einem vorzeitigen Abbruch der Partie geführt hätte. Brendel traf seinen Lübecker Gegenspieler Vito Persch bei einem Zweikampf am Fünfmeterraum folgenschwer am Unterschenkel, das Knacken war meterweit zu hören. Und die markerschütternden Schreie ließen nichts Gutes erahnen.

„Das Bein ist durch“, riefen die Mitspieler sofort zur Bank. Glücklicherweise war ein Notarzt aufgrund eines weiteren Einsatzes bereits auf der Sportanlage und konnte sich sofort um Persch kümmern, ehe dieser mit einem Krankenwagen abtransportiert wurde.

Währenddessen wurde hektisch diskutiert. „Ich hätte Verständnis gehabt, wenn Lübeck das Spiel nicht mehr hätte fortsetzen wollen. Wir hätten die Partie an einem Wochentag nachholen können“, sagte Frank Spitzer. Der VfB mit dessen Coach Heiko Anders entschied sich jedoch dagegen und ließ sich tatsächlich nichts anmerken. Fünf Tore fielen anschließend bis zur Pause, davon vier nach Standardsituationen; das letzte in der 23. Minute der Nachspielzeit.

Beide Teams offenbarten riesige Defensivlöcher. Nur: Trotz des Verletzungsschocks wirkte Lübeck stabiler, führte zur Halbzeit verdient mit 3:2 – dies war zugleich der Endstand.

Spitzer war bedient über die dürftige Leistung speziell nach dem Seitenwechsel. Bis auf einen Lattenkopfball von Malcom Petersen (60.) gab es keine Ausgleichschance. „Da war ein totaler Bruch bei uns im Spiel.“ Was ihn am meisten ärgerte: Seine taktischen Anweisungen fanden offenbar kein Gehör. „Wenn ich in der Schlussphase auf eine Dreier-Abwehr umstelle, sollen die Bälle schnell in den gegnerischen Strafraum. Das verstehen die Jungs nicht. Sie haben immer noch große Probleme, sich situativ richtig zu entscheiden.“