Norderstedt
Sportkegeln

Das Lampenfieber hemmt den Aufsteiger aus Norderstedt

Jörg Brustmann war gegen Husum mit insgesamt 901 Holz bester SCN-Kegler, zog sich gegen Itzehoe dann aber eine Leistenzerrung zu

Jörg Brustmann war gegen Husum mit insgesamt 901 Holz bester SCN-Kegler, zog sich gegen Itzehoe dann aber eine Leistenzerrung zu

Foto: Anne Pamperin

Zweitligist SCN verliert beide Auftaktpartien. Gegen die SF Husum noch ohne Chance ist das Ergebnis gegen die Itzehoer Kegler knapper.

Norderstedt.  Auf die Minute pünktlich um 13 Uhr eröffnete Schiedsrichter Hans-Herbert Hain aus Harburg im Sportpark Edmund Plambeck den ersten Doppelspieltag der Sportkegler in der 2. Bundesliga Nord-West. Aufsteiger 1. SC Norderstedt, der zum dritten Mal nach 1999 und 2002 den Sprung in die zweithöchste deutsche Klasse geschafft hat, empfing zunächst die Sportfreunde Husum und tags darauf den Vizemeister der vergangenen Saison, den Verein Itzehoer Kegler.

Zahlreiche Fans und auch einige ehemalige Mitstreiter unterstützten die Garstedter lautstark und sorgten für gute Stimmung. Jede Acht wurde mit einem langgezogenen „Holz“ begleitet, bei einer Neun ertönte zudem das doppelte „Holz, Holz!“.

Das Daumendrücken und Anfeuern nützte indes nichts, die Gastgeber verloren beide Partien mit 0:3. Gegen Husum unterlag der SCN klar mit 5335: 5428 Holz. Bester Norderstedter war Jörg Brustmann, 48, der als einer der wenigen Akteure im Team Zweitligaerfahrung besitzt. Er erzielte mit 120 Wurf 901 Holz und blieb 61 Punkte über dem Schnitt von 840 Zählern.

„Das Ergebnis ist in Ordnung. Dabei war ich auf meiner Sahnebahn gar nicht so gut“, sagte Brustmann, der sich im zweiten Match gegen Itzehoe eine Leistenzerrung zuzog und nach 39 Wurf gegen Ersatzmann Thorben Steiner ausgewechselt wurde.

Gegen Itzehoe hielten die Gastgeber lange ein Unentschieden, mussten sich dann aber doch mit 5316:5336 Holz geschlagen geben. Bernd Holers kegelte mit 901 Punkten das beste Resultat der Hausherren. „Vor allem gegen Husum war die Nervosität groß. Fast alle SCN-Spieler sind unter ihren Möglichkeiten geblieben“, sagte Abteilungsleiter Maik Steiner, der am zweiten Tag als Schiedsrichter fungierte.

Die gelben und roten Karten, die Steiner und sein Kollege Hans-Herbert Hain aus Harburg in den Brusttaschen hatten, wurden nicht benötigt. „Der gegnerische Spieler darf nicht gestört werden. Wenn das der Fall ist, kann man schon mal eine Verwarnung aussprechen. Der Wurf wird dann mit null Punkten gewertet. Eine rote Karte bedeute den sofortigen Ausschluss des Spielers. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass es sowas in letzter Zeit mal gegeben hat“, sagte Hain.

Wer die Zweitligaakteure als Zuschauer besuchte, konnte sich davon überzeugen, dass Kegeln auf hohem Niveau eine faszinierende Präzisionssportart ist, die mehr Begeisterung verdient hätte. Rund 45 Minuten dauert ein Durchgang mit 120 Wurf. Jeweils zwei Teammitglieder der Heimmannschaft treten gleichzeitig gegen zwei Gäste an und wandern jeweils nach 30 Wurf eine Bahn weiter. Jeder Club stellt sechs Akteure plus Ersatz.

Eine weitere Herausforderung für die Aktiven ist der Gassenzwang. Zunächst muss die Kugel in der linken Hälfte der Kegel einschlagen, nach 15 Würfen wird in die rechte Gasse gewechselt.

1. Spieltag: SCN – Sportfreunde Husum 5335:5428. Jörg Brustmann (901 Holz), Christian Schröder (894), Bernd Holers (892), Thorsten Krohn (891), Dirk Lemmermann (886), Mario Steiner (871).
2. Spieltag: SCN – Verein Itzehoer Sportkegler 5316:5336. Bernd Holers (901 Holz), Christian Schröder (898), Thorsten Krohn (892), Dirk Lemmermann (884), Jörg Brustmann, ab 40. Wurf Thorben Steiner (873), Mario Steiner (868).