Norderstedt
Kaltenkirchen

910 Teilnehmer und eine Premiere

RSC Kattenberg zieht nach NordCup-Marathon und 17. Radtourenfahrt „In die Holsteinische Schweiz“ positive Bilanz

Kaltenkirchen.  Als die letzten Streckenschilder abmontiert und eingesammelt, die Depots in Bark, Schlamersdorf, Seekamp und Wulfsdorf aufgelöst und gereinigt, die für den NordCup-Marathon „Holsteiner Wellenritt“ sowie die 17. Radtourenfahrt „In die Holsteinische Schweiz“ erforderlichen Utensilien in Wilstedt eingelagert worden waren, hatten die 60 Helfer des Radsportclubs Kattenberg ihre Pflicht erfüllt.

Auf der Aufgabenliste von Organisatorin Gaby Schabram stand indes immer noch ein wichtiger offener Punkt. Die 50 Jahre alte Kaltenkirchenerin war einen Tag später in aller Herrgottsfrühe schon wieder auf den Beinen, um die Mitarbeiter von Opel Fischer mit belegten Brötchen zu verwöhnen – als Dankeschön dafür, dass das Autohaus dem Verein den für die gesamte Logistik unverzichtbaren Transporter kostenlos zur Verfügung gestellt hatte.

„Das ist ja schließlich nicht selbstverständlich“, sagte Schabram, die großen Wert darauf legt, dass der RSC Kattenberg sein gutes Verhältnis zu den für die Ausrichtung einer Radsport-Großveranstaltung unverzichtbaren Einzelhändlern sowie den Kooperations- und Ansprechpartnern pflegt.

Selbstverständlich ist auch nicht die Hilfsbereitschaft von Henry Storjohann, dem Hausmeister der Kaltenkirchener Dietrich-Bonhoeffer-Schule, wo sich der Start- und Zielbereich befindet. „Er ist immer freundlich und sofort da, wenn wir ihn brauchen.“

Storjohann gehört zu den zahlreichen Rädchen in einem großen Getriebe, das nun schon zum sechsten Mal in souveräner Manier von Gaby Schabram gesteuert wurde. In ihrem vier DIN-A4-Blätter umfassenden Einsatzplan hat sie die Zuständigkeitsbereiche der Helfer genau aufgelistet. „Wir sind mittlerweile ein gut eingespieltes Team“, so Schabram, „viele sind seit Jahren dabei und wissen deshalb genau, was sie zu tun haben.“

Trotz der insgesamt 910 Teilnehmer gab es keine organisatorischen Probleme. Die einzige Fehleinschätzung: „Wir hatten aufgrund des guten Wetters mit einer regen Beteiligung gerechnet und beim Einkaufen der Verpflegung für 1000 Starter geplant. Beim Apfelsaft ist die Kalkulation allerdings nicht aufgegangen, da hatten wir am Ende 120 Liter zu viel.“ Die Getränke und diverse andere Überbleibsel wurden der Norderstedter und Kaltenkirchener Tafel überreicht.

Die ambitioniertesten Radsportler machten sich schon um 7.30 Uhr auf die 220 Kilometer lange Marathonstrecke durch die Kreise Segeberg, Plön und Ostholstein, die „normalen“ Aktiven starteten zwischen 9 und 11 Uhr je nach Neigung und Form über 48, 84, 119 oder 161 Kilometer. „Kaum zu glauben, wie ruhig das alles gelaufen ist“, so Gaby Schabram.

RSC Kattenberg setzt erstmals das neue Anmeldeverfahren Scan & Bike ein

Geradezu tiefenentspannt erledigte Peter Evers seinen Job. Dabei hätte der passionierte Segelflieger durchaus Grund gehabt, nervös zu sein. Schließlich setzte der RSC Kattenberg als erster Verein im nördlichsten Bundesland bei einer RTF das elektronische System Scan & Bike ein – und Evers war der Mann am Scanner, also die Schnittstelle zwischen Aktiven und Technik.

Das Programm, das von den Teilnehmern einen gültigen QR-Code auf ihrer Wertungskarte oder ihrem Smartphone erfordert, ist in den Niederlanden und in Nordrhein-Westfalen für den Bund Deutscher Radfahrer optimiert worden und wird den Vereinen kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Clubs, die Scan & Bike nutzen wollen, müssen lediglich Computer und Drucker bereitstellen, Kosten und Manpower bewegen sich demzufolge in einem erträglichen Rahmen.

„Bisher hatte sich in Schleswig-Holstein noch niemand an die Sache herangetraut, es ist bei Testphasen geblieben. Wir haben also Pionierarbeit geleistet“, sagte Peters Evers. Sein Fazit der Premiere fiel uneingeschränkt positiv aus. „Alles war betriebssicher, wir hatten keinen Systemabsturz.“

Und nach der erfolgreichen Zielankunft gab’s im Gegensatz zum traditionellen Prozedere, bei dem Vordrucke aus Papier benutzt werden, sogar die Möglichkeit, für die Finisher per Knopfdruck innerhalb von Sekunden eine Urkunde auszudrucken.

Zusammen mit Bernd Schmidt (RSC Mittelpunkt Nortorf) möchte Evers das Projekt Scan & Bike weiter vorantreiben – auch wenn es durchaus Kritiker gibt. „Meiner Meinung nach ist das neue Verfahren für einen Ausrichter wie den RSC Kattenberg eine tolle Sache, die die Arbeit erleichtert. Der Zeitaufwand bei der Anmeldung und Registrierung der Teilnehmer wird deutlich verringert.“

Um den Datenschutz macht sich der Wakendorfer, der im Radsportverband Schleswig-Holstein für die Bereiche Video-Zielauswertung und Zeitnahme zuständig und demzufolge von Haus immer offen für technische Neuerungen ist, keine Sorgen. „Die abgespeicherten Informationen werden direkt nach der Veranstaltung wieder gelöscht.“