Norderstedt
Leichtathletik

Hitzeschlacht im Kaltenkirchener Freizeitpark

Was für eine Wohltat: Sönke Stapel aus Kaltenkirchen genoss die Abkühlung durch das Wasser aus dem Rasensprenger

Was für eine Wohltat: Sönke Stapel aus Kaltenkirchen genoss die Abkühlung durch das Wasser aus dem Rasensprenger

Foto: Anne Pamperin

Beim 8. Helmut-Jung-Gedächtnislauf trotzen die Teilnehmer am Marathon, Halbmarathon und Zehntellauf den hochsommerlichen Temperaturen.

Kaltenkirchen. Wer kann, der vermeidet bei den aktuellen Außentemperaturen lange Aufenthalte in der prallen Sonne, begibt sich stattdessen in die Nähe einer Badestätte. Sport im Freien ist nur in Maßen erträglich.

Doch es gibt durchaus auch Ausnahmen: Arne Franck, Organisator des Helmut-Jung-Gedächtnislaufes in Kaltenkirchen, zählte trotz der Wettervorhersage mit über 30 Grad im Schatten 157 Anmeldungen und 119 Finisher bei der 8. Auflage der Veranstaltung im Freizeitpark.

Zur Auswahl standen die Marathon- und Halbmarathondistanz sowie der Zehntellauf über 4,2 Kilometer. „Ich war überrascht, dass für den Halbmarathon nur rund 60 Meldungen eingegangen sind. Sonst waren es immer wesentlich mehr Halbmarathonis als Läufer über die 42,195 Kilometer. Diesmal war das Verhältnis allerdings fast gleich“, so Franck.

Am Start waren neben vielen Sportlern aus Kaltenkirchen und Umgebung auch Aktive aus Dänemark. Die weiteste Anreise hatten Maria Jurado Pareja und Miguel Angel Ruiz aus Spanien. „Wir kommen zwar aus Madrid, aber zum Laufen ist es uns eigentlich ein wenig zu warm“, sagte Miguel Angel Ruiz lachend. Das Duo nahm dennoch am Halbmarathon teil und kam gemeinsam nach 2:29 Stunden ins Ziel.

„Ich habe ein paar Plastikwannen besorgt, die wir mit Wasser befüllt haben“, so Arne Franck, der sich für die Läufer noch ein weiteres „Schmankerl“ ausdachte und hinter den Verpflegungsstand einen Rasensprenger stellte. Die Teilnehmer nahmen den Service gern in Anspruch nahmen und liefen zur Abkühlung unter der Wasserfontäne hindurch.

Franck machte sich trotzdem Gedanken, denn die Rahmenbedingungen waren grenzwertig. Besonders heikel neben den hohen Temperaturen: zwei Wespennester an der Einmündung zum Start- und Zielbereich. „Bei den erfahrenen Läufern vom 100 Marathonclub war ich mir sicher, dass sie mit der Hitze klarkommen. Ein wenig Angst haben mir eher die unerfahrenen Sportler gemacht. Ich habe da schon genau hingeguckt und gelegentlich nachgefragt, ob alles in Ordnung ist.“

Die Marathonis und Halbmarathonläufer waren glücklicherweise vernünftig und hörten auf ihre Körper – so auch Sönke Stapel. Der Kalt­enkirchener, der im Jahr 2012 den 320 Kilometer langen Gore-Tex-Transalpin-Run mit acht Marathons in acht Tagen bewältigt hatte, wollte ursprüglich über die volle Distanz gehen.

„Bis zum Halbmarathon lief auch alles gut für mich. Dann hat mir die Hitze immer mehr zu schaffen gemacht. Der Rasensprenger im Start- und Zielbereich war das Highlight in jeder Runde, aber nach 32 Kilometern bin ich trotzdem vorsichtshalber ausgestiegen. Vielleicht habe ich mir das Tempo nicht richtig eingeteilt“, sagte der 35-Jährige.

Marathonsieger Steve Dolezych aus dem niedersächsischen Steimke hatte noch ganz andere Sorgen. „Wegen der Sperrung der Autobahn 7 musste ich einen Umweg fahren und bin erst zehn Minuten vor dem Start in Kaltenkirchen angekommen“, sagte der
31-Jährige, der 3:19,15 Stunden benötigte. Mit der Hitze kam der Sieger gut zurecht. „Ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Dass hier 4,2-Kilometer lange Runden gelaufen werden, fand ich ganz witzig“, so Dolezych, der sich vorstellen kann, auch 2016 wieder in den Norden zu kommen.

Frauensiegerin wurde Beate Gröhn vom 100 Marathonclub in 4:02,10 Stunden. Schnellste Halbmarathonis waren Monika Gebauer (Team Erdinger alkoholfrei/1:53 Stunden) sowie der vereins­lose Volker Schmitz (1:28 Stunden). „2017 wird es wohl die zehnte und gleichzeitig letzte Auflage des Helmut-Jung-Gedächtnislaufes geben. Gleichzeitig wird das dann auch die 20. vom Deutschen Leichtathletikverband genehmigte Marathonveranstaltung in Kaltenkirchen sein“, so Arne Franck.

Der Grund für das bevorstehende Aus des Wettbewerbs: Als Trainer der B-Junioren-Fußballer der Kaltenkirchener Turnerschaft, die in der Verbandsliga Süd spielen, ist der 52-Jährige mittlerweile sehr viel an den Wochenenden unterwegs.