Norderstedt
Motorsport

Die Freude des Jedermanns am Fahren im Grenzbereich

Christian Harms, 50, aus Kaltenkirchen hat mit seinem serienmäßigen Mazda MX-5 erstmals an einem Autoslalom teilgenommen und ist dabei auf den Geschmack gekommen

Christian Harms, 50, aus Kaltenkirchen hat mit seinem serienmäßigen Mazda MX-5 erstmals an einem Autoslalom teilgenommen und ist dabei auf den Geschmack gekommen

Foto: Thomas Maibom

Beim Autoslalom des MSC Kaltenkirchen fahren „Normalos“ wie der Kaltenkirchener Christian Harms gemeinsam mit erfahrenen Halbprofis.

Kaltenkirchen. Vor einer Premiere haben die Akteure oft Lampenfieber. Die ganz normale Reaktion auf ein anstehendes, ungewohntes Ereignis, von dem ungewiss ist, welchen Ausgang es nehmen wird. Falls auch Christian Harms dieses harmlose Muffensausen vor dem Start in seinem ersten Autoslalom verspürt haben sollte, so hat er sich dies nicht anmerken lassen.

Der 50-jährige Kaltenkirchener lehnte entspannt an seinem knapp halb so alten Mazda MX-5, Baujahr 1991, und harrte der Dinge, die da kommen mochten. Harms hatte sich auf der Seitenstraße neben dem Kaltenkirchener Festplatz in die lange Schlange an Fahrzeugen eingereiht und wartete auf seinen Einsatz beim 12. Kaki ADAC Clubsport-Slalom. Es ist traditionell die Auftakt-Konkurrenz zum Autoslalom-Wochenende, das der Motorsportclub Kaltenkirchen Jahr für Jahr hier an der Norderstraße veranstaltet.

Doch obwohl es ein ständig wiederkehrendes Event ist, für den bei der Stadt Hamburg angestellten Maschinenbau-Ingenieur kam die von Harry Seiler und seinem rund 30-köpfigen Helferteam wieder einmal mustergültig in Szene gesetzte Veranstaltung beinahe doch wieder zu überraschend. „Ich hab schon in früheren Jahren mal zugesehen und darüber nachgedacht, mitzumachen. Es juckte mir schon ewig in den Fingern, mein Auto einmal im Grenzbereich bewegen zu dürfen“, so Harms, der ein Faible für den kleinen japanischen Flitzer hat. Gleich mehrere Exemplare davon besitzt der leidenschaftliche Bastler und schraubt gern selber an seinem Gefährt. „Ich habe erst zwei Tage vor der Veranstaltung zufällig gelesen, dass es nun wieder soweit ist. Da habe ich mir gesagt, dass ich nun noch versuche mich anzumelden und habe mich durchtelefoniert.“

So lernte Harms am Telefon unter anderem gleich auch die Club-Vorsitzende Monika Henning kennen und bekam vom MSC einen rundum positiven Eindruck. „Das war ganz unproblematisch. Alle waren hilfsbereit und bemüht, mich noch in den Wettbewerb zu bekommen“, sagte der neue Lokalmatador, der in der Klasse 1b für Neueinsteiger mit serienmäßigen Fahrzeugen starten wollte und es dann auch durfte.

Was folgte, waren völlig neue Erfahrungen, die dem Newcomer gewaltig Lust auf Mehr machten. „Die Trainingsrunde, bei der ich für die 800 Meter noch 51,8 Sekunden benötigt habe, fühlte sich bereits richtig gut an“, so Harms, „in der ersten Wettkampfrunde war ich dann gleich eine Sekunde schneller, hab aber leider noch ein Hütchen mitgenommen.“

Lehren, die der 50-Jährige dann noch in seinen zweiten Wertungslauf einbringen konnte und sich mit
48,71 Sekunden sogar noch deutlicher verbesserte. „Das hat richtig Spaß gemacht. Ich könnte mir glatt vorstellen, hier weiterhin mitzumachen, vielleicht ja auch Clubmitglied zu werden.“

Feedback, das Rennleiter Harry Seiler und seine Mitstreiter gerne hören. Ohnehin gab die diesjährige Auflage der Traditionsveranstaltung dem Auto-Sportleiter des MSC Kaltenkirchen reichlich Grund zur Freude.
„Wir haben nach Empfehlung unserer Vereinskollegen aus Neumünster, die auch Slalomrennen veranstalten, erstmals den fliegenden Ampelstart mit Lichtschranke ausprobiert. Und ich bin sehr zufrieden“, sagte Harry Seiler, der nun ausrechnet, um wie viel Starter er künftig das 2015 248 Nennungen umfassende Teilnehmerfeld erweitern kann. „Ich denke, dass wir angesichts kürzerer Rundenzeiten und des flüssigeren Verlaufs zehn bis 20 Prozent mehr Fahrten absolvieren können.“

Ergebnisse vom Kaltenkirchener Slalom-Wochenende:

Sieger und Bestplatzierte aus dem Kreis Segeberg

12. Kaki ADAC Clubsport-Slalom (Streckenlänge pro Lauf 800 Meter).

Klasse 1b: 1. Jan Nimz (Hamburg/Peugeot 206 RC) Gesamtzeit: 1:27,66 Minuten, ..., 6. René Schmuhl (Norderstedt/Opel Corsa) 1:42,90 Min.;

Kl. 2a: Benjamin Pingel (Kuddewörde/Ford Fiesta) 1:31,44 Min., 2. Toni Schwien (Nahe/Dacia Logan) 1:31,58 Min.; Kl. 2b: Mika-Steffen Klauza (Westensee/VW Golf II) 1:28,96 Min., ..., 11. Giuseppe Stefani (Bad Bramstedt/Seat Leon) 1:34,04 Min.;

Kl. 3a: 1. Sebastian Raudies (Schuby/VW Polo 86 C) 1:22,92 Min., ..., 5. Roy Roger Taylor (Latendorf/VW Polo RT1) 1:24,16 Minuten; Kl. 3b: 1. Henrik Stoldt (Tangstedt/BMW 316i Compact) 1:26,92 Min., ..., 3. Julian Stahmer (Schmalfeld/Opel VX 220) 1:28,83 Min.;

Kl. 4a (alle Opel Corsa): 1. Pascal Behncke (Goldebek) 1:36,02 Min.; Kl. 4b: 1. Lucas Hepp (Schönbek) 1:30,57 Min., 2. Philip Boldt (Bad Bramstedt) 1:30,81 Min.; Kl. 4c: 1. Paul Schubert (Trittau); Kl. 4d: 1. Sascha Benthack (Dassendorf) 1:34,25 Min.;

Kl. 5a: 1. Jaro Schwien (Nahe/Ford Fiesta) 1:30,54 Min; Kl. 5b: 1. Eckehard Wolter (Kiel/Porsche Boxter) 1:30,08 Minuten.

38. ADAC Wilhelm-Henning-Gedächtnis-Slalom (1200 Meter pro Lauf).

Kl. F 10: 1. Kenneth-Lasse Klauza (Westensee/VW Golf) 2:10,24 Min.; Kl. F 8: 1. Sebastian Wriedt (Kiel/VW Polo) 2:22,43 Min.; Kl. F 9: 1. Marco Sander (Hamburg/Mazda MX-5) 2:11,17 Min., 2. Jaro Schwien (Nahe/Dacia Logan) 2:13,30 Min.;

Kl. FS 20: 1. Sebastian Raudies (Schuby/VW Polo 86C), ..., 7. Roy Roger Taylor (Latendorf/VW Polo RT1) 2:10,89 Min.; Kl. FS 21: 1. Hans-Heinrich Ernst (Kattenberg-Linau/Opel Kadett C Coupé) 2:02,40 Min., 2. Timm Stahmer (Schmalfeld/Opel VX 220) 2:10,41 Min.;

Kl. G3: 1. Giuseppe Stefani (Bad Bramstedt/Seat Leon) 2:19,15 Minuten.

23. Kaki ADAC Slalom (800 Meter pro Lauf).

Kl. 1a: 1. Anna-Lena Kruse (Lübeck/Dacia Logan) 1:38,18 Min., 2. Dominic Gumrich (Henstedt-Ulzburg/VW Lupo) 1:40,13 Min.;

Kl. 2a: 1. Jaro Schwien (Nahe/Dacia Logan) 1:29,14 Min.; Kl. 2b: 1. Niclas Nawroth (Hamburg/BMW 318is) 1:25,55 Min., ..., 13. Günter Vogt (Kisdorf/Fiat 188) 1:33,29 Min.;

Kl. 3a: 1. Harry Holz (Sörup/Fiat X 1/9) 1:22,10 Min., ..., 7. Roy Roger Taylor (Latendorf/VW Plo RT1) 1:32,57 Min.; Kl. 3b: 1. Julian Stahmer (Schmalfeld/Opel VX 220) 1:25,42 Minuten.