Norderstedt
Handball

Ein ganz schwacher Auftritt des SV Henstedt-Ulzburg

Frust pur: Die Enttäuschung über die eigene Leistung steht den SVHU-Spielerinnen ins Gesicht geschrieben

Frust pur: Die Enttäuschung über die eigene Leistung steht den SVHU-Spielerinnen ins Gesicht geschrieben

Foto: Thomas Maibom

Drittliga-Handballfrauen unterliegen ohne ihre Rückraumregisseurin Marleen Völzke dem Berliner TSC in eigener Halle mit 26:31.

Henstedt-Ulzburg. Zumindest der Handballnachwuchs hatte seinen Spaß. Anlässlich des Frauen-Punktspiels zwischen dem SV Henstedt-Ulzburg und dem Berliner TSC in der
3. Liga Nord liefen die weibliche E1- und F-Jugend des TSV Ellerau an der Seite der SVHU-Spielerinnen zur Begrüßung des Publikums mit aufs Feld. Damit nicht genug: Während der Partie feuerten die Youngster mit „Klatschpappen“, die in der Halbzeitpause und nach dem Match auch noch zum Sammeln von Autogrammen dienten, das Heimteam unverdrossen an.

Die Kleinen erledigten ihren Job mit Begeisterung und Hingabe – im Gegensatz zum Tabellensiebten. Der lieferte vor 200 Zuschauern eine ganz schwache Leistung ab, agierte in der Abwehr brav statt aggressiv, im Angriff drucklos statt treffsicher. Sehr zur Freude von Berlins glänzender Keeperin Juliane Meyer; ihr dürften die vielen unpräzisen Würfe der Gastgeberinnen wie eine verfrühte Osterüberraschung vorgekommen sein.

„Berlin wollte die Punkte“, kommentierte Trainer Sebastian Schräbler die verdiente 26:31 (11:13)-Pleite seiner Mannschaft. Das diese Einschätzung ergänzende „wir nicht“ verkniff er sich. Die frühere Henstedt-Ulzburgerin Bente Maassen, die seit Februar zum Aufgebot des akut abstiegsgefährdeten Clubs aus der Bundeshauptstadt gehört und gegen ihren früheren Verein ein Tor erzielte, wunderte sich derweil ein wenig: „So schwach hatten wir den Gegner nicht erwartet, der SVHU hat uns von der ersten Minute an mit seiner wenig Zuversicht ausstrahlenden Körpersprache aufgebaut.“

Zugegeben: Der SV Henstedt-Ulzburg musste kurzfristig auf seine Rückraumregisseurin Marleen Völzke verzichten; die 23-Jährige klagte nach einem Autounfall über Nackenbeschwerden. Völzke wurde in den ersten zehn Minuten von Sabrina Wrage, anschließend von Katharina Rahn, 18, vertreten. Schräbler: „Das hat aber keine Rolle gespielt. Leni ist zwar der Kopf des Teams, doch wir hätten vermutlich auch mit ihr verloren.“

Der Übungsleiter weiß, dass sein Saisonziel, der fünfte Tabellenplatz, mit Leistungen wie gegen Berlin nicht zu erreichen ist. Stattdessen blickt er leicht besorgt in Richtung Gefahrenzone. Hintergrund: Die 3. Liga wird umstrukturiert, und noch ist nicht ganz klar, welche Platzierung am Ende den sicheren Klassenerhalt bedeutet.

„Nach aktuellem Stand reicht Rang elf, und auf den haben wir vier Punkte Vorsprung. Es ist traurig, sich überhaupt mit diesem Thema befassen zu müssen“, so Sebastian Schräbler, „aber vielleicht müssen wir rein in den Abstiegskampf, um zu gewinnen.“

Tore des SV Henstedt-Ulzburg: Laura Neu
(8/davon 1 Siebenmeter), Mirlinda Hani (8/5),
Tina Pejic (4/1), Katharina Rahn, Janicke Bielfeldt
und Annika Fimmen (alle 2).
Die Tabelle der 3. Liga Nord