Norderstedt
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Die Heimserie ist gerissen

Fußball-Regionalligist Eintracht Norderstedt verliert 0:2 gegen Weiche Flensburg, fühlt sich aber benachteiligt

Norderstedt. Pablo Kunter hatte genau den Job erledigt, für den er in der Partie gegen den ETSV Weiche Flensburg aufgestellt worden war. Der Angreifer von Fußball-Regionalligist Eintracht Norderstedt lauerte auf diesen einen goldenen Moment, profitierte von einem Fehler des Gästekeepers Florian Kirschke und staubte in der 33. Minute zum 1:0 ab. Die Mannschaft lag sich in den Armen, Stadionsprecher Ewald Koch drückte auf „Play“, die Tormusik dröhnte aus den Boxen.

So weit, so gut. Bis Schiedsrichter Patrick Mewes (SpVg Laatzen) dem Treiben ein Ende bereitete und den Führungstreffer zum Entsetzen der Gastgeber nicht gab. Kunter soll Flensburgs Schlussmann nach Meinung des Referees angerempelt haben, woraufhin Kirschke den Ball erst fallen ließ.

Es war eine letztlich spielentscheidende Szene, denn näher als in diesem Moment kam Eintracht Norderstedt einem Sieg nicht mehr. Weiche gewann mit 2:0 (0:0) und beendete somit auch die Heimserie der Garstedter, die zuvor fünf Begegnungen am Stück im Edmund-Plambeck-Stadion für sich entschieden hatten. Kunter – es wäre für den 19-Jährigen sein erstes Regionalliga-Tor überhaupt gewesen – beteuerte, kein Foul begangen zu haben. „Der Keeper hat den Ball fallen gelassen, ich stand da und habe ihn dann reingemacht. Und mit einer 1:0-Führung hätten wir mehr Sicherheit bekommen und wären besser in die zweite Halbzeit gestartet.“

Sein Trainer Thomas Seeliger pflichtete ihm bei. „Das war ein ganz klares Tor. Ich will kein schlechter Verlierer sein, aber so etwas beeinflusst ein Spiel. Wir wurden benachteiligt.“ Warum sich der Frust an dem aberkannten Treffer entlud, ist verständlich, denn die defensivstarken Flensburger ließen darüber hinaus erst in den Schlussminuten zwei gute Möglichkeiten für den eingewechselten Morike Sako zu – da war das Match jedoch mehr oder weniger bereits entschieden.

Erst hatte Kevin Schulz zum 0:1 eingeschoben, nachdem die Norderstedter eine Flanke nach einem abgewehrten Freistoß nicht klären konnte (50.). Vor dem 0:2 brachte Marius Browarczyk den für Clifford Aniteye (Schienbeinprellung) eingewechselten Hamajak Bojadgian mit einem Querpass in Bedrängnis. Weiches Timo Carstensen ging dazwischen, scheiterte zunächst noch an Johannes Höcker, ehe Tim Wulff per Kopf traf(59.).

Abgesehen von den Diskussionen rund um Pablo Kunter hatte sich die Eintracht offensiv zu wenig durchgesetzt, um die Gäste nachhaltig aus der Ruhe zu bringen. „Flensburg hat das gut gemacht. In einigen Situationen waren wir auch ein bisschen mutlos“, sagte Mittelfeldakteur Linus Meyer, „vielleicht waren die Köpfe nach unserem Pokal-Aus in Buchholz nicht ganz frei.“

Etwaige Wunden – mental oder körperlich – können nun 14 Tage lang gepflegt werden. Weil das Match beim VfL Wolfsburg II auf Ostermontag verlegt wurde, hat Eintracht Norderstedt am kommenden Wochenende spielfrei, ehe am 29. März der Lüneburger SK zu Gast an der Ochsenzoller Straße ist.

Tore: 0:1 Kevin Schulz (50.), 0:2 Tim Wulff (59.). Zuschauer: 605. Eintracht Norderstedt: Höcker – Browarczyk, Aniteye (56. Bojadgian), Mandic, Rose – Koch (62. Sako) – Kunath, Meyer, Toksöz, Pressel (72. Kummerfeld) – Kunter. Die Tabelle der Regionalliga Nord: 1. Werder II (50 Pkt./63:29 Tore), 2. VfL Wolfsburg II (49/57:33), 3. HSV II (46/60:30), 4. SV Meppen (41/44:35), 5. ETSV Weiche (39/41:26), 6. VfB Lübeck (39/31:27), 7. E. Norderstedt (39/34:33), ..., 16. VfR Neumünster (23/28:46), 17. Goslarer SC (21/26:48), 18. FT Braunschw. (10/19:61).