Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

26:34-Packung in eigener Halle

Zweitliga-Handballer des SV Henstedt-Ulzburg sind gegen den starken HC Empor Rostock chancenlos

Henstedt-Ulzburg. Diesmal haben die Zweitliga-Handballer des SV Henstedt-Ulzburg ihren Kopf nicht mehr aus der Schlinge ziehen können. Vor einem Monat hatte das Team des Trainerduos Matthias Karbowski und Amen Gafsi gegen den VfL Bad Schwartau eine Sechs-Tore-Führung vorübergehend aus der Hand gegeben, um dann doch noch einen 27:26-Heimsieg einzufahren. Gegen den HC Empor Rostock, einen der Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, war alles anders: Als die „Frogs“ nach knapp 24 Minuten mit 13:11 in Front lagen, dann aber das Torewerfen einstellten und den Gästen eine 16:13-Pausenführung überließen, blieb die Hoffnung auf ein Comeback reines Wunschdenken. Im Gegenteil: Die 26:34-Pleite in eigener Halle gegen die Ostseestädter fiel sehr deutlich aus – und sie war verdient.

Dabei hatten die Gastgeber zu Beginn der Partie noch gut ausgesehen. Im Angriff wurde dynamisch kombiniert. Und wenn Regisseur Nico Kibat keinen Nebenmann in Schussposition bringen konnte, brachten gelungene Anspiele auf Kreisläufer Martin Laursen sowie Vorstöße von Tim Völzke oder Daniel Eggert Richtung Kreis den fälligen Siebenmeterpfiff.

In der Defensive schien der SVHU gut aufgestellt zu sein, obwohl Rostock nach langer Krankheits- und Verletzungsmisere erstmals in Bestbesetzung auf der Platte stand. Doch der nun vollzählige Kader des Traditionsclubs kam ab Mitte der ersten Hälfte immer besser in Fahrt. Die „Frogs“, die beim 9:6 (16.) letztmalig eine Drei-Tore-Führung bejubelt hatten, gerieten in den letzten sechs Minuten vor der Pause durch zwei Gegenstöße sowie zwei Rückraumaktionen und einen Siebenmeter des zehnfachen Torschützen Tom Wetzel auf die Verliererstraße.

„Dabei haben wir nicht schlecht verteidigt. Aber als wir noch Zugriff aufs Spiel hatten und sich die Gelegenheit bot, höher in Führung zu gehen, sind uns zwei, drei Fehler im Abschluss und Aufbau unterlaufen, die Empor Rostock gnadenlos ausgenutzt hat“, sagte SVHU-Urgestein Florian Bitterlich.

Er sah sich im Abwehr-Mittelblock nahezu perfekten Distanzschützen gegenüber. Bemerkenswert die teilweise aus elf, zwölf Metern abgefeuerten Würfe von Patrik Hruscak oder auch Tom Wetzel, die kaum zu verteidigen waren. Beim SV Henstedt-Ulzburg konnte nur Daniel Eggert im rechten Rückraum überzeugen, wenn ihm der Vorstoß zum Kreis gelang.

„Es hätte uns gut getan, wenn zumindest ein gegnerischer Shooter nicht in Form gewesen wäre“, sagte Coach Matthias Karbowski mit einem Anflug von Galgenhumor, „so haben wir aus dem Rückraum 24 Tore kassiert, aber auch den Beweis erhalten, dass Rostock in Bestbesetzung stärker ist, als es der Tabellenplatz andeutet.“

Dabei hatten die Henstedt-Ulzburger, bei denen Stanislaw Demovic, Sasa Todosijevic und Pavle Karacic 60 Minuten lang auf der Auswechselbank schmorten, gar nicht mal ihren schlechtesten Tag erwischt; mit elf Ballverlusten und 16 Fehlwürfen hielt sich die Fehlerquote im Rahmen. „Wir müssen einfach anerkennen, dass unser Gegner besser war“, sagte Matthias Karbowski, „aber wir haben gekämpft und fast 60 Minuten lang alles probiert.“