Norderstedt
Hamburg

Nur fliegen ist schöner

Stabhochspringerin Pia Nicolé Kock pulverisiert bei den U20-Landesmeisterschaften ihre persönliche Bestleistung

Hamburg. Im Mittelpunkt des Interesses zu stehen, ist für Pia Nicolé Kock (Kaltenkirchener Turnerschaft) nichts Ungewöhnliches. Die 16 Jahre alte Leichtathletin ist leidenschaftliche Stabhochspringerin und zumindest in der Region Hamburg/Schleswig-Holstein in ihrer Altersklasse nahezu konkurrenzlos. „Stabhochsprung fand ich schon als Kind toll und habe mir immer gewünscht, das einmal auszuprobieren“, sagte sie. Die passende Gelegenheit bot sich vor dreieinhalb Jahren, als ihr bei ihrem damaligen Verein, der LG Elmshorn, ein Probetraining angeboten wurde.

Bei den gemeinsamen Landesmeisterschaften von Schleswig-Holstein und Hamburg in der Alsterdorfer Leichtathletikhalle ging Pia Nicolé Kock in der mit nur vier Juniorinnen äußerst dünn besetzten U20-Klasse an den Start. Die Kontrahentinnen schieden nach und nach aus. Als mit Jule Schnoor (Wellingdorfer TV) nach 2,95 Metern Schluss war, kämpfte Kock nur noch gegen sich selbst.

Die 3,30 Meter schaffte die Gymnasiastin ebenso wie kurz darauf die 3,45 Meter. Unterstützt wurde sie bei ihrer Rekordjagd von Sabine Schulte. Die 38-Jährige, die als Landestrainerin die schleswig-holsteinischen Topsportler in ihrer früheren Paradedisziplin betreut, empfahl Pia Nicolé Kock, während des Wettbewerbs auf einen anderen Stab umzusteigen. Dieser Tipp war goldrichtig. „Ich habe am Ende einen Stab gehabt, der für eine Höhe von vier Metern ausgelegt ist“, so Kock.

Diese Höhe schaffte sie zwar nicht ganz, aber mit 3,55 Metern hatte sie ihren persönlichen Rekord gleich um 25 Zentimeter verbessert. Eine tolle Steigerung, doch zehn Zentimeter mehr hätten es trotzdem sein können – das wäre die Norm für die Deutschen U20-Meisterschaften in Neubrandenburg (14./15. Februar) gewesen.

Eine weitere Gelegenheit, diese Höhe zu bewältigen, bietet sich Pia Nicolé Kock am Wochenende, wenn in Hamburg die gemeinsamen Titelkämpfe der Jugend U18 sowie der Männer und Frauen stattfinden. Ganz ohne Druck können dort die Youngster des SV Friedrichsgabe starten. Jaqueline Eylmann, Melina Mattern, Anna Lindenau und Annike Rohlff kamen im 4x200-Meter-Staffelwettbewerb hinter dem SC Poppenbüttel als Zweite ins Ziel. Wichtiger war die gelaufene Zeit. Mit 1:46,59 Minuten knackte das SVF-Quartett locker die DM-Norm der Altersklasse U20 (1:48 Minuten).

Zunächst hatte allerdings allgemeine Verwirrung geherrscht, denn die elektronische Zeitmessanlage war ausgefallen – nicht zum ersten Mal bei Veranstaltungen dieser Art in Hamburg. „Für die Quali ist die elektronische Zeitmessung aber Pflicht. Handgestoppte Zeiten werden nicht anerkannt“, sagte Friedrichsgabes Trainer Roy Brusenbauch. Der ausrichtende Hamburger Leichtathletikverband brachte die Technik aber wieder in Schuss.

Das scheint auch Lasse Prüß zu sein. „Ich habe seit der Schülerklasse noch nie eine komplette Saison verletzungsfrei überstanden“, sagte der in der Vergangenheit von Bänder- oder Muskelfaserrissen gebeutelte Mehrkämpfer des SC Rönnau 74, „jetzt fühle ich mich wieder gut, die Schmerzen sind komplett weg.“

In Hamburg demonstrierte der Negernböteler seine Vielseitigkeit und ging im 60-Meter-Hürdensprint, im 200-Meter-Lauf, im Weit- und Hochsprung, im Kugelstoßen sowie in der 4x200-Meter-Staffel an den Start. Heraus kamen dabei ein Landesmeistertitel über 200 Meter (22,99 Sekunden) sowie zweite Plätze im Hochsprung (1,93 Meter) und im 4x200-Meter-Wettbewerb mit Janosch Teegen, Fabian Buckmann und Philipp Wudtke.

Bei den Schülern triumphierte der Deutsche Meister im Block Sprint/Sprung, Aaron Köhler (Bramstedter Turnerschaft), über 60 Meter Hürden (8,49 Sekunden) und im Weitsprung, wo er mit seinem besten Versuch bei 6,41 Metern landete. Besonders stolz war Schülertrainer Christian Köhler beim Blick auf die Startliste des 60-Meter-Finales der Altersklasse M15: Mit Sohn Aaron (2.), Tim Wiedemann (5.) und Dominik Posdorfer (7.) waren gleich drei Athleten der BT dabei.

Eleen Göhre von der Leichtathletikgemeinschaft Alsternord wurde dreifache Hamburger Schülermeisterin in den Disziplinen 60 Meter, 300 Meter und Kugelstoßen.