Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Schwacher Beginn bricht SVHU das Genick

Henstedt-Ulzburgs Zweitliga-Handballer halten in Eisenach ab der 11. Minute mit – doch zu diesem Zeitpunkt ist das Match schon längst gelaufen

Henstedt-Ulzburg. 49 Minuten lang präsentierten sich die Handballer des SV Henstedt-Ulzburg in der Auswärtspartie beim Thüringer Sportverein Eisenach als gleichwertiger Gegner. Das Problem: Als Zweitliga-Aufsteiger SVHU im ungleichen Duell mit Bundesliga-Absteiger ThSV seinen Rhythmus fand, war die Partie schon längst entschieden. Vor knapp 2000 Zuschauern hatten die Hausherren mit einem 10:4-Blitzstart den Grundstein für ihren ungefährdeten 38:30 (23:15)-Erfolg gelegt.

Schon zweimal in dieser Saison, gegen den GSV Eintracht Baunatal sowie den HC Empor Rostock, hatten den Henstedt-Ulzburgern 30 oder mehr Treffer zu Auswärtssiegen gereicht. Nicht so in der Werner-Aßmann-Halle. „Die Eisenacher haben uns gleich zu Beginn auf dem falschen Fuß erwischt“, sagte Matthias Karbowski, der zusammen mit Amen Gafsi das einzige Trainerduo in der zweithöchsten deutschen Klasse bildet, „die sind sehr konzentriert und leidenschaftlich zur Sache gegangen, da wollte jeder Spieler beim neuen Coach punkten.“

Nach einem völlig verkorksten Saisonstart mit 7:9 Zählern hatten die Verantwortlichen des Meisterschaftsfavoriten die Notbremse gezogen, den glücklosen Adalsteinn Eyjolfsson durch Velemir Petkovic ersetzt. Zum Leidwesen des SVHU ließ der erhoffte Effekt des Trainerwechsels nicht lange auf sich warten. Fast über die gesamte Spielzeit rannten die ThSVer wie um ihr Leben.

Der in dieser Saison auf fremdem Parkett bisher so überzeugend auftretende SV Henstedt-Ulzburg ließ dagegen einige Wünsche offen. Den Gästen fehlte die nötige Aggressivität. Aber auch das Zweikampf- und Rückzugsverhalten sowie die Beinarbeit waren zunächst alles andere als optimal. „23 Gegentore in der ersten Halbzeit sind eindeutig zu viel“, kritisierte Matthias Karbowski. Ob’s an der ungewohnten Kulisse lag? „In Eisenach herrscht schon eine andere Atmosphäre als bei uns zu Hause“, sagte der frühere Bundesliga-Profi des HSV.

Immerhin: Der SVHU investierte viel, um die sich frühzeitig abzeichnende Niederlage erträglich zu gestalten – ein Beleg dafür, dass die Moral der Mannschaft intakt ist. „Alle haben zusammengehalten und nach der Pause eine deutliche Steigerung geschafft“, sagte Amen Gafsi. In der Tat endete die zweite Halbzeit 15:15 unentschieden.

Im letzten Abschnitt feierte Rückraum-Nachwuchsmann Tim Stefan sein Zweitliga-Debüt und erzielte dabei zwei Tore. „Er hat das sehr ordentlich gemacht“, lobte Karbowski den Youngster des HSV Handball. Stefan darf aufgrund des Zweitspielrechts in der 2. Bundesliga das Trikot der „Frogs“ überstreifen und kommt nach seiner Verletzungspause langsam in Schuss.

Eine – wenn auch nur kurze – Bewährungschance erhielten auch der junge Schlussmann Timo Schmidt, der in der 56. Minute für Stammkeeper Jan Peveling eingewechselt wurde, sowie Mittelmann Felix Mehrkens, der sich einmal in die Torschützenliste eintrug. „Die Jungs waren Lichtblicke“, so Gafsi.

Trotz der Niederlage in Eisenach bleibt der SV Henstedt-Ulzburg weiterhin Tabellen-13. Um im Ranking nicht weiter nach unten zu rutschen, soll am kommenden Sonnabend endlich der erste Heimerfolg in der 2. Bundesliga seit dem 16. Februar 2013 her. Um 19 Uhr kommt Schlusslicht Eintracht Hildesheim in die Halle 2 des Schulzentrums Maurepasstraße.

„Das wird mit Sicherheit eine Begegnung auf Augenhöhe. Obwohl wir zu Hause bisher viermal verloren haben, weigere ich mich, von einem Heimkomplex zu sprechen. Es ist ein Vorteil, vor den eigenen Fans spielen zu können, und wir gehen leicht favorisiert ins Match“, sagte Matthias Karbowski.

Spielverlauf: 2:0 (4.), 4:2 (6.), 6:2 (7.), 8:3 (8.), 10:4 (11.), 14:7 (15.), 16:9 (17.), 20:11 (24.), 22:13 (28.), 23:15 (30.) – 27:17 (37.), 29:20 (43.), 30:22 (46.), 32:25 (51.), 34:26 (54.), 36:29 (57.), 38:30 (60.)Tore des SV Henstedt-Ulzburg: Nico Kibat (7/davon 4 Siebenmeter), Daniel Eggert, Stanislav Demovic, Tim Völzke (alle 5), Florian Bitterlich (3), Tim Stefan (2), Felix Mehrkens, Pavle Karacic, Jens Thöneböhn (alle 1).