Norderstedt
Bad Bramstedt

Bestleistungen zum Saisonabschluss

Beim 15. Bramstedter Werfertag erzielen die Nachwuchstalente aus dem Kreis Segeberg hervorragende Weiten mit Speer, Diskus und Kugel

Bad Bramstedt. Was die klimatischen Bedingungen angeht, nimmt der Sommer offenbar kein Ende. Die Temperaturen sind noch zweistellig, das nächste Hoch ist in Sicht. Der milde Frühherbst lässt unter anderem die Herzen der vielen Hobby- und Leistungssportler im Kreis Segeberg höher schlagen. Statt in der Halle zu schwitzen, wird nach wie vor an der frischen Luft geworfen, gelaufen und gesprungen.

Das bekam auch Andreas Bernecker, Organisator des 15. Bramstedter Werfertages, zu spüren. Der Leichtathletiktrainer der Bramstedter Turnerschaft zählte auf dem Sportplatz am Schäferberg 58 Aktive und registrierte damit doppelt so viele wie 2013. „Fast die Hälfte davon waren Nachmeldungen“, sagte Bernecker, der dadurch den Zeitplan vor allem in den Schüler- und Jugendklassen nicht mehr einhalten konnte. Die jungen Sportler nahmen die Verzögerungen indes gelassen hin.

Zwar waren aufgrund des Ferienbeginns nur wenige Athleten der BT am Start. Doch Bernecker, seines Zeichens auch Speerwurf-Landestrainer, sah viele gute Leistungen seiner Schützlinge, auch wenn diese für andere Clubs starten. So überzeugten Smilla Brusenbauch und Lennard Precht (beide SV Friedrichsgabe). Precht erzielte mit dem 600-Gramm-Speer im zweiten Durchgang 44,24 Meter und gewann damit den Wettbewerb der Altersklasse M15. „Ich hatte mir 43 Meter vorgenommen“, sagte der 15-Jährige. In die Fußstapfen seines fünf Jahre älteren Bruders, des früheren Mehrkämpfers Hendrik Precht, will das Nachwuchstalent aber nicht treten.

„Meine Lieblingsdisziplinen sind Speerwerfen und Weitsprung. Mehrkampf ist nichts für mich“, so Lennard Precht, der sich mit seiner neuen Bestweite an die Spitze der schleswig-holsteinischen Jahresbestenliste im Jahrgang M15 katapultierte. Seine Vereinskameradin Smilla Brusenbauch sieht das anders. Sie will 2015 wieder im Block Sprint/Sprung angreifen. Mit 2572 Punkten belegt die Tangstedterin in der Altersklasse W14 den zweiten Platz in der Landesbestenliste. Besser ist nur die Flensburgerin Stella Holpert mit 2619 Zählern.

Im Speerwurf steht Smilla Brusenbauch mit 38,70 Metern sogar ganz oben im Ranking. Beim Werfertag reichten 35,71 Meter zum deutlichen Sieg. Aaron Köhler (W14), der sich in diesem Jahr den deutschen Meistertitel im Block Sprint/Sprung gesichert hatte, verzichtete auf diesen Wettbewerb und freute sich stattdessen über seine Weiten im Kugelstoßen (11,33 Meter) und im Diskuswerfen (34,99 Meter). Aktuell trainiert der Bramstedter zweimal pro Woche auf dem Sportplatz, er übt aber auch viel in Eigenregie. Sein Ziel für 2015 steht auch schon: „Ich würde meinen DM-Titel gerne verteidigen.“

Der Bramstedter Werfertag diente dem Nachwuchs auch zum Kennenlernen neuer Disziplinen. „Für uns kommt 2015 der Speerwurf dazu“, sagte Belinda Czierlinski vom SC Rönnau 74. Die 13-Jährige erreichte 28,40 Meter und war in ihrer Altersklasse die Beste. Im Kugelstoßen kam Belinda auf 5,93 Meter. „Beim Fest der 1000 Zwerge in Hamburg habe ich sogar 6,60 Meter gestoßen“, sagte die Bornhövederin.

Weitere Erfolge für Aktive aus dem Kreis Segeberg gab es durch Kevin Kock, Pia Kock, Josephine Kock (alle Kaltenkirchener TS), Karl Löbe, Mike Schlabinger, Martin Friedemann, Olivia Alexnat, Belinda Czierlinski, Pia Lotta Steffens (alle SC Rönnau 74), Kai Neuhaus (Bramstedter TS) und Hannelore Rüdiger vom MTV Segeberg. Aus einem ganz anderen Grund strahlte Leoni de Graaf beim Werfertag. Die Tangstedterin, die für den VfL Oldesloe startet, bekam Post vom Deutschen Leichtathletikverband und ist seit vergangener Woche Mitglied des deutschen C-Kaders.

Die 17-Jährige darf sich somit auf eine intensive Förderung freuen. „Gemeinsam mit unseren Bundestrainern verfolgen wir das Ziel, Sie über einen langfristigen und altersgerechten Leistungsaufbau, über die internationalen Nachwuchsmeisterschaften hinaus, zukünftig auf die Welt- und Europameisterschaften oder Olympischen Spiele vorzubereiten“, steht am Ende des von DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen und Vizepräsident Hartmut Grothkopp unterschriebenen Briefes. „Das ist schon ziemlich cool“, sagte Leoni de Graaf stolz.