Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Auswärts sind sie eine Macht

Zweitliga-Handballer des SV Henstedt-Ulzburg triumphieren schon zum dritten Mal hintereinander in fremder Halle

Henstedt-Ulzburg. Diese Tabelle sollten sich die Zweitliga-Handballer des SV Henstedt-Ulzburg ausschneiden: Auf Platz vier rangieren dort die Männer des Trainerduos Matthias Karbowski/Amen Gafsi. Allein die noch verlustpunktfreien Teams der DJK Rimpar Wölfe und des SC DHfK Leipzig sowie vom HSC 2000 Coburg, bei dem es zum Punktrundenstart eine 22:28-Niederlage gesetzt hatte, sind noch besser gestellt als der Aufsteiger.

Das Problem an dieser Statistik: Sie spiegelt nur die Auswärtsbilanz des SVHU wider, deren jüngstes Zeugnis der 33:26 (14:12)-Triumph beim Nordrivalen HC Empor Rostock ist. Im Gesamtklassement reicht dieser dritte Saisonerfolg jedoch nur zu Rang zehn, denn in eigener Halle gab es bislang für die „Frogs“ nichts Zählbares.

Ein Umstand, der die Freude über den Sieg in der mit rund 1500 Fans besetzten Stadthalle nicht schmälern konnte. Rückraumspieler und Mannschaftskapitän Nico Kibat freute sich ganz besonders über den doppelten Punktgewinn. „Ich habe vorher noch nie in Rostock gewonnen, das ist jetzt nach dem Sieg vor vier Wochen beim VfL Bad Schwartau nun schon meine zweite Premiere für Nordderbys, die ich mit dem SVHU feiere.“

Vor heimischem Publikum hatten bei den Henstedt-Ulzburgern zuletzt technische Fehler, schlampige Pässe und Pech im Abschluss zur Tagesordnung gehört. Davon war beim furiosen Auftritt in der Hansestadt gegen den Angstgegner, der zweimal in Folge die Endstation in der ersten Runde des DHB-Pokals war, nichts zu merken. Der SVHU zeigte keinen Respekt, baute seinen durch Kibat bestens organisierten Abwehrriegel auf, provozierte Rostocker Fehler und bestrafte diese umgehend kaltblütig.

„Das haben die Jungs wirklich gut gemacht; wir haben unser Tor mit Leidenschaft verteidigt und waren unsererseits auf die Abwehrvarianten und die robuste Gangart der Rostocker gut vorbereitet“, sagte Coach Amen Gafsi.

Von der Hypothek eines 0:5-Rückstandes nach nur sechs Minuten – für drei der SVHU-Treffer hatte Nico Kibat höchstpersönlich gesorgt – erholten sich die Gastgeber nur kurzzeitig um den Seitenwechsel herum. Empor schaltete auf eine offensive 4:2-Abwehr um, erzielte Ballgewinne und glich in der 35. Minute zum 15:15 aus.

Doch dieses Momentum, von dem sich die HCE-Anhänger die Wende erhofften, blieb ein Strohfeuer. Auch dank der wenigen, aber wirksamen Wechseloptionen, die Coach Matthias Karbowski nutzte. 25 Minuten lang ersetzte Youngster Justin Rundt Stammkeeper Jan Peveling im Tor. Der 19-Jährige zeigte sieben Paraden und unterstützte so die Absetzbewegung der Gäste, die nach einem 6:1-Lauf binnen sechs Minuten endgültig auf die Siegerstraße einbogen.

Dieses nicht zuletzt durch die neun Treffer von Tim Völzke. Er musste im linken Rückraum die komplette Partie durchspielen, da Teamkollege Kevin Wendlandt erneut wegen seiner Knieprobleme ausfiel. „Das war eine richtig, richtig gute Partie von Tim“, sagte Karbowski. Er vergaß aber auch Daniel Eggert im rechten Rückraum nicht. „Er ist mit einer Fersenprellung ins Match gegangen, hat zwei Schmerztabletten genommen und die Zähne zusammengebissen. Das war symptomatisch für den Einsatz des gesamten Teams.“

Spielverlauf: 0:5 (6.), 5:6 (12.), 5:9 (16.), 7:9, 10:11 (22.), 12:12, 12:14 (30.) – 13:15, 15:15 (35.), 15:17, 16:18, 16:21 (41.), 18:23, 21:24 (46.), 21:28 (52.), 23:30 (55.), 25:32 (57.), 26:33. Tore des SV Henstedt-Ulzburg: Nico Kibat (10/5 Siebenmeter), Tim Völzke (9), Jens Thöneböhn (6), Pavle Karacic (4), Daniel Eggert, Martin Laursen (je 2). Tabelle: 1. DJK Rimpar Wölfe (14:0 Punkte/191:159 Tore), 2. SC DHfK Leipzig (14:0/199:171), 3. HSG Nordhorn-Lingen (11:3/201:176), ..., 10. SV Henstedt-Ulzburg (6:8/193:187), 11. EHV Aue (6:8/175:180), ..., 13. HC Empor Rostock (6:8/189:206), ..., 17. TSV Bayer Dormagen (4:10/173:200), 18. TUSEM Essen (2:12/148:179), 19. Eintracht Hildesheim (2:12/166:205), 20. GSV Eintracht Baunatal (2:12/158:201).