Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

„Laufen ist irgendwie mein Ding“

Robert Schulze vom HSV Handball geht mit einem Zweitspielrecht für den SV Henstedt-Ulzburg auf Torejagd

Henstedt-Ulzburg. Beim Testspielauftakt am 10. Juli gegen das HandballTeam Norderstedt hatte er noch gefehlt. Doch seit zehn Tagen steht nun auch Robert Schulze im Training mit seinen neuen Mannschaftskameraden von Zweitliga-Aufsteiger SV Henstedt-Ulzburg – und ist gewaltig am Schwitzen. Ausdauerläufe im Stadion an der Olivastraße oder Taktikeinheiten in der Halle des SVHU-Sportlands; jetzt läuft das volle Programm auch für den letzten der drei Neuzugänge aus dem U23-Kader von Bundesligist HSV-Handball.

Während Mittelmann Felix Mehrckens, 19, vollständig vom HSV nach Henstedt-Ulzburg gewechselt ist und per Zweitspielrecht in der U23 der Hamburger auflaufen darf, gehen der gleichaltrige Tim Stefan (Rückraum) und eben Linksaußen Schulze den umgekehrten Weg. Das Duo verbleibt weiterhin beim HSV, erhält aber ein Zweitspielrecht für die „Frogs“.

Dass die drei Youngster dem Team des Trainerduos Matthias Karbowski und Amen Gafsi im Kampf um den Klassenerhalt weiterhelfen können, das haben sie in der zweiten Testpartie der Vorbereitung bewiesen. Beim munteren 46:39-Sieg über Oberligist SG Wift Neumünster, hatten Tim Stefan (drei Tore) und Felix Mehrckens (5) zwar ebenfalls stark gespielt und getroffen, die Nase vorn hatte mit sechs Treffern jedoch Robert Schulze. Er begann in den ersten 25 Minuten als Kreisläufer, ehe er im Schlussdrittel dann auf seiner Stammposition sein Können demonstrieren durfte.

Dass der Löwenanteil seiner Erfolgserlebnisse aus Tempogegenstößen resultierte, das wunderte niemanden in der Halle, schon gar nicht Schulze. „Ich bin zwar in der Rückraummitte aufgewachsen“, sagte der nun 1,87 Meter große Juniorenspieler, der schon im Alter von fünf Jahren beim HSV Insel Usedom mit dem Handball begonnen hatte und 2009 zum anderen HSV nach Hamburg wechselte, „aber während andere noch ein wenig mehr in die Länge geschossen sind, wurde ich immer schneller. Laufen ist irgendwie mein Ding. Und mit meiner Schnelligkeit bin ich auf der Linksaußenposition viel besser aufgehoben.“

Die SVHU-Verantwortlichen sind sich seiner individuellen Stärke sehr wohl bewusst und hatten sich daher intensivst um Schulzes Verpflichtung bemüht. Nicht nur, dass die linke Außenposition nominell nun mit Routinier Jens Thöneböhn und Schulze hoch- und gleichwertig doppelt besetzt ist, auch das Team als solches dürfte gestärkt sein. „Wir hatten nach nur zehn Tagen Training gegen die SG Wift Neumünster keinen Fremdkörper in der Mannschaft, die Truppe hat als solche bestens funktioniert“, sagte Matthias Karbowski und schloss Schulze&Co. ausdrücklich mit ein.

Ähnlich sieht es der 23-Jährige, für den immer klar war, dass er Handballer werden würde. „Wenn man einmal die Atmosphäre in der Halle von Usedom erlebt hat, dann springt der Funke einfach über. Seitdem ist mir Handball das Wichtigste“, sagte Schulze. Er fühlt sich bei den „Frogs“ von Beginn an unter Gleichgesinnten. „Das sind feine Leute. Wir haben trotz aller Arbeit eine Menge Spaß beim Training, man merkt schon, dass das Niveau deutlich höher als bei der U23 des HSV ist.“

Dabei hatte der schnelle Rechtshänder schon von der Serie 2011/2012 an die Gelegenheit, für den Bundesligakader des HSV – erstmals gegen Eintracht Hildesheim – aufzulaufen. Die Platzhirsche bei den Hanseaten dauerhaft zu verdrängen, dazu reichte es zwar noch nicht; sich für die 2. Bundesliga zu empfehlen aber allemal.

Beim SV Henstedt-Ulzburg will Schulze einen „schnellen, kämpferischen Handball, bei dem in der Abwehr hart gearbeitet wird“ spielen. Was seiner Meinung nach kein Problem sein sollte. „Ich sehe hier genau das, was wir benötigen. Die individuellen Fähigkeiten stimmen, und beim SVHU ziehen alle an einem Strang.“

Seinen Weg in die Zukunft geht Robert Schulze auch noch neben dem fast täglichen Training – und das mit Köpfchen. In einem Fernstudium an der Deutschen Sportmanagement Akademie (DAS) lässt sich der junge Mann, der in Hamburg-Stellingen wohnt, zum Sportbetriebswirt ausbilden.

Der Sport soll also auch weiterhin sein Leben bestimmen. Dazu passt, dass der gebürtige Usedomer sein Handballwissen schon seit 2010 an den Nachwuchs weitergibt. „Ich trainiere die männliche D-Jugend beim HSV, das macht viel Spaß“, so der Linksaußen, „ja, man kann schon sagen, dass ich Handball lebe.“

Wie sehr, das kann er den Anhängern des SVHU schon am Mittwoch um 19.30 Uhr erneut beweisen. Dann gastiert Drittligist SV Beckdorf in der Maurepashalle – ein echter Härtetest für Schulze und seine neuen Mannschaftskameraden...