Norderstedt
Bad Bramstedt

Matthias Prey jagt das EM-Ticket

Der 25 Jahre alte Zehnkämpfer des SC Rönnau 74 hat an diesem Wochenende in Götzis seine erste Chance, um die geforderte Norm zu erfüllen

Bad Bramstedt. „Mir geht es richtig gut, ich bin zu 100 Prozent fit“, sagt Matthias Prey. Eine Aussage, die Zuversicht verbreitet. Und die braucht der 25 Jahre alte Athlet des SC Rönnau 74 auch. Denn maximale körperliche Leistungsfähigkeit und eine ebenso große mentale Stärke sind gefordert, wenn der Sportsoldat an diesem Wochenende beim internationalen Hypomeeting im österreichischen Götzis seinen ersten Zehnkampf im Jahr 2014 absolviert.

Und der ist gleich ein ganz wichtiger. Eine Spitzenpunktzahl ist notwendig, um eines der begehrten Tickets für die Europameisterschaften in Zürich vom 12. bis 17. August zu ergattern. Dass das schwer wird, weiß der Deutsche Siebenkampf-Hallenmeister von 2013.

Schließlich sind mit Pascal Behrenbruch (Persönliche Bestleistung: 8558 Punkte), Rico Freimuth (8372), Arthur Abele (8372) und Kai Kazmirek (8366) gleich vier starke DLV-Starter für den prestigeträchtigen Wettkampf im Mehrkampf-Mekka Götzis gemeldet. Insgesamt 26 „Könige der Leichtathletik“ stehen auf der Teilnehmerliste. Darunter sind mit Vize-Olympiasieger Tray Hardee (USA, 8790 Punkte) und dem Silbermedaillengewinner der diesjährigen Hallenweltmeisterschaften in Sopot, Andrej Krauchanka (8617), auch internationale Topstars.

Matthias Prey konzentriert sich auf sich selber. Jeder muss seinen Zehnkampf erst einmal verletzungsfrei und ohne Salto Nullo von Anfang bis Ende durchstehen. Das gilt auch für den Bramstedter. „Mein Ziel sind persönliche Bestleistung plus X. Dafür trainiere ich das ganze Jahr“, sagt er. Wie schnell im Mehrkampf das Aus kommen kann, weiß der U18-Vizeweltmeister aber auch ganz genau. Und dass sogar über Nacht eine Verletzung kommen kann, auch. So geschehen vor den Mehrkampf-Landesmeisterschaften in Lübeck. „Ich hatte mich wohl verlegen und hatte Schmerzen im Rücken- und Oberschenkelbereich. Ich bin sofort zu meinem Physiotherapeuten Andrew Pfennig gefahren, der hat meine Statik kontrolliert und festgestellt, dass sich ein Wirbel verschoben hatte. Zwei Tage später war aber alles wieder in Ordnung“, so Prey.

Der Auftritt bei den Meisterschaften in der Hansestadt, wo der Sportsoldat nur einige ausgewählte Disziplinen absolvierte, lässt für das Wochenende hoffen. Mit 1,87 Metern im Hochsprung und übersprungenen 4,50 Metern mit dem Stab war Matthias Prey sehr zufrieden. „Andere sind besser in dem Bereich. Aber wenn ich dort konstante Leistungen bringe, kann ich die fehlenden Punkte mit meinen stärkeren Disziplinen im Wurfbereich, im Sprint und mit dem Weitsprung wieder rausholen“, sagt der B-Kadersportler, der auch dem DLV-Top-Team 2014 angehört. In der Tat traut sich Matthias Prey vor allem in seiner Schokoladendisziplin Weitsprung eine Menge zu und denkt schon weiter. „Ich möchte auf jeden Fall auch wieder bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm starten. Im vergangenen Jahr habe ich ja dort den sechsten Platz im Weitsprung belegt.“

Wer das Mehrkampfmeeting in Götzis verfolgen möchte, findet auf der offiziellen Veranstalterhomepage alle Informationen. Dort kann auch eine App fürs Mobiltelefon heruntergeladen werden, die Live-Ergebnisse und vieles mehr liefert.

www.meeting-goetzis.at

Matthias Preys persönliche Bestleistungen in den Mehrkampf-Einzeldisziplinen sowie im Zehnkampf seit der Saison 2008 100 Meter: 10,95 Sekunden (2013, Ulm); Weitsprung: 7,88 Meter (2013, Ratingen); Kugelstoß: 16,26 Meter (2014, Frankfurt, Halle); Hochsprung: 1,94 Meter (2008, Hannover); 400 Meter: 49,89 Sekunden (2012, Ulm); 110 Meter Hürden: 14,36 Sek. (2013, Ratingen); Diskuswurf: 50,63 Meter (2013, Ratingen); Stabhochsprung: 4,50 Meter (2014, Lübeck); Speerwurf: 63,64 Meter (2013, Ratingen); 1500 Meter: 4:28,62 Minuten (2011, Lübeck). Zehnkampf: 8215 Punkte (2013, Ratingen).