Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Das Pokalfinale kann kommen

Fußballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg besiegen Regionalliga-Meister Holstein Kiel verdient mit 2:1

Henstedt-Ulzburg. Die Regionalliga-Fußballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg haben Zweitliga-Aufsteiger Holstein Kiel kalt erwischt – und das gleich zweimal. Mit einem 2:1 (1:0)-Heimsieg fügte die Mannschaft von Coach Claus Rath dem „Überteam“ der Staffel die erste Saisonniederlage zu.

Keine drei Minuten waren verstrichen, da schickte Kathrin Patzke ihre Sturmkollegin Kimberly Zietz mit einem präzisen Zuspiel – vorbei an der indisponierten Abwehrreihe der Kielerinnen – in die Tiefe. Die 18-Jährige lief allein auf Holstein-Keeperin Victoria Bendt zu, behielt die Nerven und versenkte den Ball zur frühen 1:0-Führung für den Aufsteiger in den Maschen.

Ein tolles Zusammenspiel zwischen Routinier und Youngster, das es so beinahe nicht gegeben hätte. Patzke, die eigentlich als „Joker“ auf der Bank Platz nehmen sollte, rutschte kurzerhand doch noch in die Startformation. Christine Schoknecht hatte beim Aufwärmen ein Ziehen im Bein verspürt. „Da wollten wir lieber nichts riskieren und haben ,Schoki‘ draußen gelassen“, sagte Claus Rath, „sie wird jetzt von uns aufgepäppelt, damit sie im Landespokal-Finale am 16. Mai in Kiel gegen Holstein wieder fit ist.“

Für das Highlight im Holstein-Stadion (Anpfiff: 17 Uhr) sollte das Regionalliga-Rückspiel nun die Generalrobe sein, und die verlief überaus erfolgreich. Immer wieder tauchten Kathrin Patzke, Alina Witt und Kimberly Zietz gefährlich vor dem Kieler Tor auf und forderten die Gästekeeperin. Kiel war vorrangig zum Kontern gezwungen. Doch Julia Prosch, die an diesem Tag als Folge der mannschaftsübergreifenden Rotation mit dem Verbandsliga-Team des SVHU im Tor stand, parierte mehrfach gut und strahlte Ruhe aus.

So ging es in die Pause, in der aus der Kieler Kabine kaum ein Laut nach außen drang. Vielleicht hätte den Gästen ein kleiner Adrenalinstoß gut getan, denn keine drei Minuten nach dem Anpfiff klingelte es erneut im Holstein-Kasten. Nach einer Ecke von rechts kratzten die Gäste einen Kopfball von Zietz zwar von der Linie, doch Alina Witt war zur Stelle und traf aus vier Metern zum 2:0.

Es entwickelte sich ein ähnlicher Spielverlauf wie in der ersten Halbzeit, nur dass sich Kiel in der letzen Viertelstunde größere Anteile erarbeitete. Mehrfach musste Julia Prosch eingreifen, und auch Malin Hegeler hatte in der Innenverteidigung zusammen mit Nadja Schubring gut zu tun. Doch das Duo erledigte seinen Job fehlerlos.

Erst eine Standardsituation bescherte den Gästen den Anschlusstreffer. Janne Wensien hämmerte eine Ecke von rechts volley aus elf Metern ins Tor – zu spät für eine Schlussoffensive, denn anschließend pfiff Schiedsrichterin Anna-Kristin Mielke (TuS Fleestedt) die Partie ab. „Das war eine tolle Leistung der gesamten Mannschaft, ich weiß außer einem gelegentlich noch verbesserungswürdigen Zweikampfverhalten nichts zu kritisieren“, sagte Claus Rath.

Hamburger SV schafft nach 1:3-Rückstand noch ein Remis

Staffelgefährte Hamburger SV bewies beim 3:3 (0:2)-Unentschieden im Heimspiel gegen den bisherigen Tabellendritten SV Ahlerstedt/Ottendorf Kampfgeist und Charakter. Das unverändert unter Personalnot leidende Team von Coach Ralf Schehr lag zur Pause mit 0:2 zurück und musste nur vier Minuten nach dem Anschlusstreffer per Kopf durch Mathilda Weisser (64.) das 1:3 durch Laura Vetter hinnehmen. Alina Ogundipe per Kopf (84.) und Anika Michel in der Schlussminute mit einem Volleykracher schafften dann aber doch noch den Ausgleich.