Norderstedt
Bad Segeberg

Eoin Ryan springt zum Sieg

Der in Lübeck lebende Ire gewinnt mit der Stute Tuja beim Bad Segeberg Jumping International das Stechen um den Großen Preis

Bad Segeberg. Turnierleiter Christian Schlicht konnte sich das Grinsen nicht verkneifen. Mit seiner Einschätzung, wer denn den großen Preis beim Bad Segeberg Jumping International gewinnen würde, lag der 50-Jährige goldrichtig. „Ich tippe auf Eoin Ryan“, sagte Schlicht vor dem abschließenden Stechen. Der in Lübeck lebende Ire tat dem Organisator des viertägigen Springsportevents den Gefallen und überzeugte mit der elf Jahre alten Holsteiner Stute Tuja.

Eoin Ryan blieb fehlerfrei, legte mit 43,42 Sekunden auch den schnellsten Ritt aller 16 Teilnehmer hin und freute sich anschließend über das Siegerpreisgeld von 3750 Euro. Er verwies den ebenfalls fehlerfreien Thomas Kleis (Gadebusch) und For Success (44,73 Sekunden) auf Rang zwei.

Fachkompetenz bewiesen Christian Schlicht und seine Mitstreiter Jörg Baltruschat und Manfred von Allwörden aber nicht nur beim Orakeln, sondern von Anfang bis Ende der Veranstaltung. Die Idee, in Bad Segeberg ein internationales Springturnier auf hohem Niveau ins Leben zu rufen, kam gut an. 8000 Zuschauer strömten an vier Tagen zum Landesturnierplatz. Rund um das 2013 fertiggestellte Spring- und Dressur-Areal wurden ein VIP-Zelt, Zuschauertribühnen sowie zahlreiche Verpflegungs- und Informationsstände aufgestellt.

Das Veranstaltertrio hatte eigens für das neue Format die Agentur SBA Sport International gegründet. Die gemeinsame Idee entstand zu Beginn des Jahres. „Unser Ziel war, diejenigen Pferdesportler, die ansonsten im benachbarten Ausland starten, nach Schleswig-Holstein zu holen und ihnen hier tolle Wettbewerbe zu bieten. Wir wollten etwas für unser schönes Bundesland tun. Das ist uns mit Bad Segeberg Jumping International gelungen“, sagte Turnierdirektor Manfred von Allwörden, 53, der seit 25 Jahren Pferde züchtet und 2012 den renommierten Grönwohldhof übernahm. Für ihn war das Reitsportspektakel eine Herzensangelegenheit.

Das Gesamtpreisgeld von 42.000 Euro lag für ein internationales Turnier der Kategorie CSI* am oberen Limit. „Aber nicht nur Geld lockt die Starterinnen und Starter an. Genauso wichtig sind gute Bedingungen für die Sportler und Pferde“, so Jörg Baltruschat, „wir haben dafür gesorgt, dass es den Teilnehmern, aber auch den Pflegern, die im Hintergrund arbeiten, an nichts mangelt.“

Das Konzept ging auf. Jörg Baltruschat, Christian Schlicht und Manfred von Allwörden bekamen von Zuschauern und Teilnehmern viel Lob. „Der Boden ist perfekt. Er federt ein bisschen nach, das ist für die Pferde sehr angenehm. Mir fällt wirklich nichts ein, was mich stört. Es ist eine tolle Veranstaltung“, sagte André Schröder. Der Lentföhrdener, der seit diesem Jahr für Aserbaidschan reitet, gewann mit Arivederci Alex eine internationale Prüfung und triumphierte mit Uppercut Chavannais im abendlichen Flutlichtspringen.

„Die Atmosphäre war fantastisch“, so Schröder, der den eigens für das viertägige Turnier gebauten Abreiteplatz ebenfalls für gut befand. „Der ist rund. Das hatten wir so auch noch nicht.“

Den Großen Preis ritt der Junioren-Europameister von 2007 mit Sir Poldi, einem zehn Jahre alten Hannoveraner Wallach. Den Einzug in das Stechen schaffte der 24-Jährige indes nicht. Zwei Abwürfe und zwei zusätzliche Fehlerpunkte wegen Zeitüberschreitung waren zu viel, um das Finale der besten 16 Starter zu erreichen.

Dort brillierte schließlich der Ire Eoin Ryan. Auch er geizte nicht mit Lob. „Das ganze Turnier ist super für uns Reiter gemacht.“ Für Manfred von Allwörden und seine beiden Mitstreiter ist die positive Resonanz gleichzeitig Verpflichtung. „Das Lob spornt uns an, auf diesem Weg weiterzumachen. Im kommenden Jahr wird es auf jeden Fall eine Fortsetzung von Bad Segeberg Jumping International geben. Der Termin steht aber noch nicht fest“, so von Allwörden.

Der Rasen, auf dem beim Landesturnier und anderen Pferdesportveranstaltungen in Bad Segeberg normalerweise die wichtigsten Springprüfungen stattfinden, stand diesmal nur dem Nachwuchs zur Verfügung. Im Kinderland mit Hüpfburgen und Mini-Springparcours für Fußgänger konnten sich die Kleinen nach Herzenslust austoben.

Die nächste große Veranstaltung auf dem Landesturnierplatz in Bad Segeberg ist die Kreismeisterschaft der Reiterbünde vom 20. bis 22. Juni.