Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Coach Claus Rath hat ein Luxusproblem

Nach dem wichtigen 4:2-Erfolg in Burg Gretesch herrscht im Kader der Fußballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg ein ungewohnter Konkurrenzkampf

Henstedt-Ulzburg. Für Claus Rath, den Trainer der Regionalliga-Fußballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg, hätte der Start aus der Winterpause nicht besser verlaufen können. Im ersten Punktspiel unter seiner Regie nach dem Rücktritt von Coach Jan Siemers Anfang Dezember durfte Rath einen 4:2 (1:0)-Sieg bei der TSG 07 Burg Gretesch bejubeln.

Seit dem 6:0-Erfolg am 13. Oktober gegen die SF Wüsting-Altmoorhausen ist dies für den Aufsteiger erst der zweite „Dreier“. Zur Erinnerung: Der am 6. Oktober erspielte 5:1-Triumph in Burg Gretesch war vom Verband wegen einer fälschlich erteilten Freigabe für Neuzugang Kristin Engel kassiert und die Partie neu angesetzt worden.

„Vielleicht habe ich auch wegen dieser Vorgeschichte zu Spielbeginn eine große Unruhe im Team registriert“, sagte Claus Rath, der ein letztes Mal auf Engel verzichten musste, „bis zum Führungstreffer durch Kathrin Patzke hatten wir keinen Zugriff auf die Partie und uns viele Ballverluste erlaubt.“

Erst in der zweiten Halbzeit fand der SVHU zur erhofften Souveränität, erhöhte durch Jennifer Michel auf 2:0 und konterte die Gretescher Anschlusstreffer zum 1:2 und 2:3 durch Tore von Michelle von Appen und Kimberly Zietz. Am Ende wäre sogar ein höherer Sieg möglich gewesen.

Claus Rath sieht sich in seiner Linie bestätigt. „Ich versuche, das Training immer mit ein wenig Spaß, zum Beispiel einem frechen Spruch, zu versehen“, so der Coach, „habe ich den Eindruck, dass das Team dabei volle Leistung abruft, behalte ich den Weg bei. Natürlich ist die Überraschung dann groß, wenn ich doch mal dazwischenfahre. Das unterscheidet mich von Jan Siemers, der immer sehr sachlich-nüchtern arbeitet. Aber deswegen hatten wir uns beide als Team auch so gut ergänzt.“

Zusammen mit den nach längeren Verletzungspausen zurückkehrenden Alina Witt, Carolin Schimmel, Christin Schoknecht und Svenja Winter oder den nun spielberechtigten Neuzugängen Kristin Engel und Malin Hegeler stehen Rath völlig neue Möglichkeiten offen: „Letzte Woche hatte ich mit 21 Spielerinnen beim Training ein Luxusproblem.“ Aber: Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft.

Das nächste Regionalliga-Punktspiel bestreitet der SV Henstedt-Ulzburg am Sonntag um 14 Uhr. Dann gastiert der Tabellendritte SV Ahlerstedt/Ottendorf am Schäferkampsweg.

HSV-Frauen holen nach 0:2-Rückstand noch einen Punkt

Zufrieden hat auch Staffelkonkurrent Hamburger SV die Rückfahrt vom Nachholspiel beim SV Werder BremenII angetreten. Nach frühem Rückstand in der 3. Minute und dem vermeintlichen Todesstoß durch das 0:2 (67.) besann sich das Team von HSV-Coach Ralf Schehr erfolgreich auf seine Kämpferqualitäten.

Marilén Bistricianu nach Zuspiel von Mannschaftsführerin Catherine Knobloch und Sebnem Dairecioglu, die von Fjolla Gara in Szene gesetzt wurde, sorgten für den umjubelten Ausgleich.

„Unser Problem war, dass Werder mindestens eine Klasse besser als unsere Vorbereitungsgegner aus der Verbandsliga ist“, sagte Jens Gercken, Teambetreuer und Mitglied der Abteilungsleitung, „die Bremerinnen standen uns auf den Füßen; aber im Verlauf des Spiels haben wir uns gesteigert.“

Fußball-Regionalliga Nord, Frauen

TSG 07 Burg Gretesch – SV Henstedt-Ulzburg 2:4 (0:1).

Tore: 0:1 Kathrin Patzke (29.), 0:2 Jennifer Michel (60.), 1:2 Patricia Neemann (66.), 1:3 Michelle von Appen (76.), 2:3 Johanna Beermann (81.), 2:4 Kimberly Zietz (85.).SV Henstedt-Ulzburg: Vogt – Weech, Schubring, Hegeler, Kunrath – Schoknecht, Einfeldt (89. Hege) – von Appen (76. Zietz), Tiarks (69. Witt), Patzke, Michel.

SV Werder Bremen II – Hamburger SV 2:2 (1:0).

Tore: 1:0 Julia Hechtenberg (3.), 2:0 Nina Woller (66.), 2:1 Marilén Bistricianu (68.), 2:2 Sebnem Dairecioglu (83.).Hamburger SV: Schippmann – Holst, Knobloch, F. Witte, Weisser – Zollfrank (70. K. Witte), Gara – Kretzschmar, Dairecioglu – Bistricianu (70. Diekhoff), Ogundipe (83. Akbulut).

Tabelle: 1. Holstein Kiel (30 Punkte/28:4 Tore),2. TSV Havelse (21/19:11), 3. SV Ahlerstedt/Ottendorf (17/17:14), 4. ESV Fortuna Celle (17/20:21),5. Bergedorf 85 (16/22:15), 6. Hamburger SV (15/21:14), 7. Werder Bremen II (14/18:18), 8. TSV Eintracht Immenbeck (13/19:24), 9. TSG 07 Burg Gretesch (11/19:20), 10. SV Henstedt-Ulzburg (10/16:16), 11. SF Wüsting-Altmoorhausen (1/5:47), 12. FFC Oldesloe zurückgezogen.