Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

SVHU-Handballer melden Insolvenz an

Drittligist hält den Spielbetrieb aufrecht und bietet seinen Aktiven Arbeitsverhältnisse

Henstedt-Ulzburg. Dass in absehbarer Zeit etwas von Tragweite bei den Leistungs-Handballern des SV Henstedt-Ulzburg passieren würde, das war seit Oktober 2013 mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung für den wirtschaftlichen Träger der Drittliga-Handballer, die SVHU Handball GmbH, offenkundig.

Nun ist es soweit. „Da weitere Sponsoren (ihre Zuwendungen) außerordentlich gekündigt haben und eine umfängliche Sanierung so nicht möglich ist, hat die SVHU Handball GmbH beantragt, das Eigenverwaltungsverfahren aufzuheben und in ein Insolvenzverfahren überzugehen.“ So lautet die Kerninformation einer Pressemitteilung, die Joachim Jakstat, Team-Manager und Pressesprecher der „Frogs“, gestern an die Medien geschickt hat.

Wichtigster Aspekt der Nachricht, den Geschäftsführer Olaf Knüppel hervorhebt, ist es, dem Begriff Insolvenz seinen Schrecken zu nehmen. „Die Eröffnung eines solchen Verfahrens heißt ja, dass ein Unternehmen in Schwierigkeiten ist und dass dessen Geschäftsführung nun ihren Pflichten nachkommt, um das Bestehen zu sichern.“

Dabei geht es nicht nur um die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs zumindest in der 3. Liga, wofür der Verein schon für die Serie 2014/2015 grünes Licht gegeben hat. Knüppel sieht Zukunfts-Perspektiven: „Unsere Sponsoren haben sich nicht von uns abgewandt, sie wollen helfen, Probleme der Zukunft zu lösen und nicht Altlasten zu tragen“, sagt Olaf Knüppel. „Mir ist aber klar, das Vertrauen verloren gegangen ist, man wird mich bestimmt mit Katzendreck bewerfen.“

Der Handball-Chef verweist auf die jüngste Entwicklung, die den SVHU für Spieler sogar weiterhin zur interessanteren Adresse machen soll. „Unsere Aktiven werden bei Sponsoren in neue Beschäftigungs- oder Ausbildungsverhältnisse eintreten“, sagt Knüppel und sieht sich bei den Mitgliedern des neu gewonnenen Wirtschaftsrats sowie bereits aktiven Sponsoren aus dem Mittelstand in guten Händen. „Ein Beispiel für diese neue Entwicklung ist unser Torhüter Jan Peveling, der nun langfristig bei der Bode GmbH unterkommen wird.“

Der Geschäftsführer der „Frogs“ konnte über Wirtschaftsratsmitglieder und Förderer „nahezu allen Spielern des ersten Männerteams eine hochwertige berufliche Tätigkeit neben dem Handball anbieten“, wie es in der Pressemitteilung heißt. „Allein Torhüter Stephan Hampel hat vom außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch gemacht“, sagt Knüppel. „Stephan geht zum TSV Altenholz, weil er in Kiel studiert und dort vor Ort sein möchte. Ich kann ihn insofern gut verstehen, er ist aber zurzeit der einzige Spieler, der sich zum Ausstieg entschieden hat.“