Henstedt-Ulzburg

Müde „Frogs“ gewinnen Hinrunden-Finale

Die Drittliga-Handballer des SV Henstedt-Ulzburg können sich beim 28:20-Sieg über den ATSV Habenhausen erst nach der Pause absetzen

Henstedt-Ulzburg. Die Drittliga-Handballer des SV Henstedt-Ulzburg hatten guten Grund gehabt, ihren letzten Hinrundengegner der Saison 2013/2014, den Drittletzten ATSV Habenhausen, bei sich in der Bremer Hinni-Schwenker-Halle ernst zu nehmen. Zwar stand am Ende der Partie ein standesgemäßer 28:20 (14:12)-Erfolg für den Tabellenführer und Titelaspiranten zu Buche, doch der Weg dorthin war merklich beschwerlicher, als es sich die Gäste erhofft hatten.

So hatte die magere Torausbeute für die „Frogs“, die durchschnittlich pro Partie 34 Treffer erzielen, wohl eine Ursache in einem gleich doppelten personellen Aderlass. Während der zuletzt stark aufspielende Renke Bitter wegen seines angeschlagenen Sprunggelenks im rechten Rückraum vollends geschont wurde, kam auch der durch einen Magen-Darm-Infekt geschwächte Kapitän und Regisseur Nico Kibat erst spät in der Partie und dann auch nur kurzzeitig in der Abwehr zum Einsatz.

So zeigte sich die Angriffsmaschinerie der Henstedt-Ulzburger, die diesmal von Beginn an von Matthias Karbowski geleitet wurde, im ersten Durchgang mit einigen Anlaufschwierigkeiten. Zu zahlreichen vergebenen Torchancen gesellten sich jedoch auch individuelle Nachlässigkeiten in der Abwehr. Dass die Hausherren so zu manch vermeidbarem Treffer kamen, war nur der eine Faktor, der Coach Tobias Skerka wurmte. „Wir haben in der ersten Halbzeit auch kaum Ballgewinne erzielt und so nur zwei Tore aus dem gegenstoß heraus erzielt“, sagte Skerka, „das ist viel zu wenig.“

So war es vorrangig dem Top-Torschützen des SVHU, Tim Völzke, zu verdanken, dass die Gäste in dieser ersten Hälfte – von den zwischenzeitlichen 4:5 und 5:6-Rückständen (12., 18.) abgesehen – nicht weiter in die Bredouille gerieten. Der Rechtshänder zeigte im linken Rückraum schöne Aktionen und erzielte sämtliche seiner sechs Treffer in Halbzeit eins. „Das war eine sehr feine Leistung von Tim, die man schon hervorheben sollte“, sagte ein zufriedener Tobias Skerka.

Die zweite Halbzeit brachte dann in der Abwehr den aus vorherigen Spielen gewohnt abwehrstarken SVHU zum Vorschein. Mit dem für die Defensive eingewechselten Nico Kibat im Mittelblock ließ die 6:0-Formation der „Frogs“ nur wenig von den Hausherren zu. Unterstützt von einem bärenstarken Jan Peveling im Tor, der 23 Paraden – darunter ein Siebenmeter – beisteuerte, kamen die Bremer nicht mehr mit ihren Angriffsbemühungen durch und erzielten erst in der 49. Minute ihren dritten Treffer dieser Halbzeit.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste jedoch bereits für klare Verhältnisse gesorgt. Von 15:13 waren sie innerhalb von sieben Minuten auf 22:13 davongezogen und konnten bereits von da an von diesen Habenhausenern nicht mehr eingeholt werden. Neben den nun erfolgreich exerzierten Gegenstößen kamen die Henstedt-Ulzburger auch im Positionsangriff immer leichter zum Erfolg. Regisseur Matthias Karbowski brachte sich teils selber schön zum Abschluss und setzte auch seine Nebenleute immer wieder gut ein.

„Dass wir uns dann so schnell deutlich absetzen konnten, war die Gelegenheit, wieder durchzuwechseln und allen im Kader Spielanteile zu geben“, sagte Tobias Skerka, der somit auch Youngster Finn Nowacki seine Premiere im Drittligateam ermöglichte. Doch dem Einsatz des 17-Jährigen war keine lange Dauer beschieden. Die überaus pfeiffreudigen Unparteiischen Thore Poguntke/Hauke Schneider (Hannover), die insgesamt neunmal Akteure des SVHU sowie sechsmal einen Habenhausener zum Abkühlen auf die Bank schickten, ließen Nowacki nach nur knapp drei Minuten 3. Liga seiner erste Zeitstrafe zuteil werden. „Dabei war das alles andere als eine hitzige oder überharte Partie“, meinte Skerka.

Letztlich fuhren die „Frogs“ einen verdienten Sieg ein und machten sich auf einen entspannten Heimweg. Und Entspannung ist ein wichtiges Stichwort für die Drittliga-Handballer, denen noch am Dienstag, 18.30 Uhr, in der Halle Maurepasstraße die Viertelfinalpartie im Landespokal gegen die eigene zweite Mannschaft des SVHU (Schleswig-Holstein-Liga) ins Haus steht.

„Ich hoffe, dass es ein ordentliches und sauberes Spiel gegen unsere Zweite wird, auch wenn die nach ihrer ärgerlichen 33:34-Niederlage bei den Tills Löwen in der Liga etwas gutmachen wollen“, sagte Skerka, „aber meinem Team ist anzusehen, dass es müde ist und dringend in seine zweiwöchige Handball-Pause gehen muss."

Spielverlauf: 1:3 (8.), 3:4, 5:4 (12.), 6:5, 6:8 (18.), 8:10, 10:12 (25.), 12:14 – 13:15 (32.), 13:22 (40.), 14:25 (45.), 15:27 (52.), 17:27, 17:28 (56.), 20:28.Tore des SV Henstedt-Ulzburg: Tim Völzke (6), Matthias Karbowski (5), Jens Thöneböhn (4), Christoph Wischniewski (4/davon 3 Siebenmeter), Lars Bastian und Lasse Kohnagel (je 3), Florian Bitterlich, Lars-Uwe Lang und Malte Voigt (je 1).3. Liga Ost, Frauen: TSV 1860 Travemünde – SV Henstedt-Ulzburg 31:30 (15:12).