Todesfelde

Der letzte Angriff kostet den Sieg

SV Todesfelde kann nach 2:2 gegen Strand 08 nicht mehr auf Platz zwei überwintern, Hartenholm verliert 1:5 in Kropp

Todesfelde. Das Drehbuch war schon vor Anpfiff geschrieben. Im letzten Heimspiel des Jahres wollten die Fußballer des SV Todesfelde ihre ohnehin schon gute erste Saisonhälfte in der Schleswig-Holstein-Liga veredeln. Zweifel an einem Erfolg im Joda-Sportpark bestanden kaum, schließlich war mit dem NTSV Strand „nur“ ein Mittelklasse-Club zu Gast. Zudem hatte Todesfelde seine Fans in den letzten Wochen fast ausschließlich verwöhnt – mit Siegen, aber auch mit Vertragsverlängerungen zahlreicher Leistungsträger.

Eine acht Wochen andauernde Erfolgsserie hatte allerdings schließlich mit dem 1:2 bei Holstein Kiel II ein Ende genommen. Dennoch sollte dies nur ein Ausrutscher sein. Aber was dann kam, war ein zweiter Stimmungstöter. Der letzte Angriff, der letzte Versuch der Gäste aus Timmendorf, Todesfelde kann den Ball in drei Versuchen nicht klären und Beytullah Bilgen erzielt tatsächlich das 2:2 (2:0) für die zur Pause eigentlich schon geschlagene Mannschaft des Tabellenelften.

Was nach dem Punktverlust folgte, waren lange Gesichter quer über die Sportanlage. „Wir hatten es nicht anders verdient“, schimpfte Trainer Sascha Sievers. „Dabei hatten wir uns in der Pause noch gesagt, dass wir eine Schippe drauflegen müssen. Wir wollten höher verteidigen, gutes Pressing spielen und Strand dort packen, wo es denen weh tut.“

Zumal das Feld bereitet gewesen war. Kapitän und Abwehrchef Dominik Lembke hatte nach einer Ecke von Jorrit Bernoth das 1:0 vorgelegt (23), ehe Oliver Zebold mit seinem bereits 14. Saisontor kurz vor Ende des ersten Durchgangs ebenfalls erfolgreich war (43.). Nach dem Seitenwechsel beobachtete Coach Sievers indes von der Seitenlinie, wie sein Team es an Konzentration vermissen ließ. „Die Mannschaft hatte das Spiel abgehakt, das war fahrlässig. Und da nehme ich keinen raus.“

So verpasste es auch Angreifer Rene Lübcke, sich wenige Tage nach seiner Vertragsverlängerung bis 2015 selbst zu belohnen. Zweimal scheiterte der 29-Jährige freistehend am gegnerischen Keeper, verpasste somit das wohl vorentscheidende 3:1. Sascha Sievers: „Einmal fehlte ihm da die Übersicht, bei der zweiten Chance die Entschlossenheit für einen Schuss mit Urgewalt.“

Platz drei hält der SV Todesfelde zwar mit dem Unentschieden. Gleichwohl hat die Mannschaft wohl eine Gelegenheit ausgelassen, sogar auf Rang zwei überwintern zu können. „Das 2:2 war jetzt ein richtiger Tritt vor das Schienbein. Auch gegenüber unseren Fans, die beim letzten Heimspiel noch einmal so richtig Stimmung gemacht haben“, sagte Sascha Sievers.

Klar, dass der SVT-Trainer nun für die letzte Partie des Jahres 2013 beim TSV Altenholz am kommenden Sonnabend, 14 Uhr, eine Leistungssteigerung fordert – ganz gleich, ob manche Akteure ausgelaugt sein mögen. „Es gibt 1000 gute Gründe, in Altenholz noch einmal zuzupacken.“

Für gute Laune sorgten indes zwei weitere Personalien. So verlängerte der Verein einerseits den Vertrag mit dem Offensivtalent Tim Niklas Jocham, 19, vorzeitig bis 2016. Ferner gehört Jannik Hellberg, Mittelfeldspieler aus der A-Jugend der SG Trave, vom Sommer 2014 an zum Kader des SVT.

Im Lager des TuS Hartenholm musste Trainer Jörg Schwarzer nach der 1:5 (0:3)-Pleite beim TSV Kropp einräumen, ein wichtiges Detail noch nicht geklärt zu haben. Die Schlüsselszene der Partie ereignete sich in der 25. Minute, als die Hartenholmer beim Zwischenstand von 0:1 einen Foulelfmeter zugesprochen bekamen. Kein Spieler, auch nicht Kapitän Martin Genz, fühlte sich zunächst zuständig für die Ausführung des Strafstoßes.

Und Coach Schwarzer hatte eben keinen Schützen bestimmt. „Keiner hat Verantwortung übernommen. Und dann ist Marc Jäger 30 Meter weit von hinten angekommen.“ Der Linksverteidiger schoss den Ball über die Latte, bis zur Pause kassierte sein Team zwei weitere Gegentreffer, das Match war verloren.

Unglücklich auch der Auftritt von Angreifer Morten Liebert, der für Meckern sowie ein Handspiel die Gelb-Rote Karte sah. Er wird am Sonnabend (14 Uhr) im Match gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter VfB Lübeck fehlen. Wobei längst noch nicht feststeht, ob die Partie tatsächlich stattfinden kann. Die Rasenplätze in Hartenholm sind in einem schlechten Zustand und haben eine Pause genauso nötig wie die Mannschaft. Andererseits erwartet der Club viele Gästefans aus Lübeck, sodass der Sonnabendtermin attraktiv und finanziell lukrativ ist.

TSV Kropp – TuS Hartenholm 5:1 (3:0). Tore: 1:0, 2:0 Jörn Vogt (16./27.), 3:0 Thomas Vogt (38.), 4:0 Finn Matthies (55.), 4:1 Christian Jaacks (73./Foulelfmeter), 5:1 Daniel Schwennsen (82.).Gelb-Rote Karte: Morten Liebert (TuS/57./Handspiel, Meckern).TuS Hartenholm: Newe – Bruhn, Johannsson, Quinting, Jäger (46. P. Möller) – Ollenschläger (68. Oldenburg), M. Möller, Genz, Jaacks (82. Delfs) – Holz – Liebert.SV Todesfelde – NTSV Strand 08 2:2 (2:0). Tore: 1:0 Dominik Lembke (23.), 2:1 Oliver Zebold (43.), 2:1 Hayri Akcasu (52.), 2:2 Beytullah Bilgen (90.).SV Todesfelde: Du Preez – Haldau, Petzold, Lembke, Hamann – Schumacher, Bernoth, Testa (77. Yavuz) – Zebold (89. Brumshagen), Fröhlich (71. Studt) – Lübcke.