Hartenholm

Feiertag in der Schleswig-Holstein-Liga

Die Fußballer des TuS Hartenholm bleiben zum achten Mal in Folge ungeschlagen, der SV Todesfelde qualifiziert sich für das Hallenmasters in Kiel

Hartenholm. Trainer Jörg Schwarzer ging das alles zu schnell. Plötzlich sollten die Fußballer des TuS Hartenholm Favorit sein? Zugegeben, es gibt sportlich größere Herausforderungen in der Schleswig-Holstein-Liga als Schlusslicht Heikendorfer SV. Doch es ist gerade einmal zwei Monate her, da stand bekanntermaßen noch Hartenholm abgeschlagen ganz unten in der Tabelle. „Jeder im Umfeld hat geglaubt, dass wir Heikendorf sowieso schlagen. Auch die Spieler. Aber das ist nicht so einfach“, so Schwarzer.

Registrierte er allerdings noch im Vorfeld des 16. Spieltags einige Anflüge von Leichtsinn, so war die Mannschaft in den entscheidenden Momenten im Bild. Trotz einiger Wackler blieb der Dorfclub auch im achten Spiel in Folge ungeschlagen, gewann mit 4:1 (2:0) und vergrößerte den Abstand zu den vier Abstiegsplätzen auf immerhin schon fünf Punkte.

Die taktischen Überlegungen des Coaches hatten sich beim Anblick der gegnerischen Formation dabei teilweise schon vor dem Anpfiff erledigt. In diesem Falle ist das ausdrücklich positiv zu verstehen. „Ich hatte ein Spiel erwartet, in dem beide Mannschaften eher abwartend agieren“, so Schwarzer, „aber Heikendorf hat mit einer 3-5-2-Formation versucht, uns früh unter Druck zu setzen.“

Die Hartenholmer bedankten sich auf ihre Weise. Aus einer kompakten Abwehr fuhren die Gastgeber zwei frühe Konter, Jannik Holz (6.) und Christian Jaacks (17.) legten ein 2:0 vor, die Begegnung schien zur Pause entschieden. Jörg Schwarzer: „Dann haben wir aber für 20 Minuten den Faden verloren.“ Heikendorf verkürzte auf 1:2 (59.) und war dem Ausgleich mehrfach nahe – so mussten die Hartenholmer Björn Johannsson und Thilo Quinting jeweils auf der Linie klären.

Die kritische Phase ging indes ohne weiteren Schaden vorüber. Und Jörg Schwarzer bewies nicht zum ersten Mal ein gutes Gespür mit seinen Einwechslungen. Philipp Möller und Morten Liebert kamen für die Schlussphase in die Partie und benötigten ganze drei (Möller) beziehungsweise fünf Minuten (Liebert) für die Treffer zum 3:1 (75.) und 4:1 (85.).

Spontane Feiern sind oft die besten. Das dachte sich auch der SV Todesfelde. Nach dem 4:1 (3:0) im vorerst wichtigsten Match der Saison gegen den PSV Neumünster gab Trainer Sascha Sievers seinem Team frei bis Donnerstag. Der Sportjournalist verabschiedete sich zur Spätschicht ins Büro, während im Vereinsheim „Auszeit“ die Party erst losging. Die Todesfelder hatten zuvor durchaus unter Druck gestanden: Mit einem Sieg wäre die Qualifikation für das Hallenmasters-Turnier in Kiel perfekt gewesen, eine Niederlage hätte wohl das Aus bedeutet.

Ein SVT in Bestform ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass er sich das letzte verbliebene Ticket für den 11. Januar 2014 sichern wollte. „Wir hatten den größeren Willen und die größere Entschlossenheit. Dem PSV ist nicht viel eingefallen“, sagte Sascha Sievers. „Es ist großartig, wie meine Spieler mit der Drucksituation umgegangen sind. Sie haben den Gegner dort gepackt, wo es ihm weh tut.“

Sievers geizte nicht mit Lob, etwa für Linksverteidiger Felix Hamann, der den Neumünsteraner Flügelstürmer Patrick Fürst neutralisierte. „Felix hat sensationell abgeräumt.“ Auch Keeper Joshua Du Preez habe „Sicherheit ausgestrahlt“. Zudem gab es den erhofften Support der insgesamt 430 Zuschauer. „Es war eine Einheit zu sehen, die Fans haben meine Jungs gepusht.“

SV Todesfelde – PSV Neumünster 4:1 (3:0). Tore: 1:0 Jorrit Bernoth (20./Foulelfmeter), 2:0 Martin Fröhlich (29.), 3:0 Jorrit Bernoth (41.), 3:1 Issam Khemiri (70.), 4:1 Tahir Yavuz (88.).SV Todesfelde: Du Preez – Haldau, Petzold, Lembke, Hamann – Schumacher, Testa – Zebold (81. Yavuz), Bernoth, Fröhlich – Lübcke (72. Studt).TuS Hartenholm – Heikendorfer SV 4:1 (2:0). Tore: 1:0 Jannik Holz (6.), 2:0 Christian Jaacks (17.), 2:1 Maik Obels (59.), 3:1 Philipp Möller (75.), 4:1 Morten Liebert (85.).TuS Hartenholm: Newe – Delfs, Johannsson, Quinting, Jäger – Meyerfeldt (78. Käselau), Burmeister, Genz, Jaacks – Holz (72. P. Möller), Holfert(80. Liebert).Tabelle der Schleswig-Holstein-Liga:1. VfB Lübeck (44 Punkte/47:8 Tore), 2. Preetzer TSV (35/45:20), 3. TSV Altenholz (31/40:18), 4. SV Todesfelde (29/35:18), 5. Flensburg 08 (26/35:36), ..., 12. TuS Hartenholm (19/23:30), ..., 15. Husumer SV (14/24:35), 16. SV Eichede II (12/16:36), 17. SSC Hagen Ahrensburg (11/15:34), 18. Heikendorfer SV (8/14:47).