SG Todesfelde/Leezen gewinnt das Derby

Schleswig-Holstein-Liga-Handballfrauen bezwingen SV Henstedt-Ulzburg II dank einer überragenden Franziska Haupt mit 32:25

Todesfelde. Das Handballmatch in der Schleswig-Holstein-Liga der Frauen zwischen der SG Todesfelde/Leezen und dem zweiten Team des SV Henstedt-Ulzburg, das mit einem 32:25 (17:17)-Sieg der Gastgeberinnen endete, war für manchen Beobachter schon vor dem Anpfiff entschieden.

Die SG-Crew hatte sich nach dem Abstieg aus der Oberliga mit einem 35:25-Auftaktsieg in Schleswig sofort an der Tabellenspitze angesiedelt. Beim Aufsteiger aus Henstedt-Ulzburg, der den Klassenerhalt anpeilt, herrscht dagegen Unruhe: Knapp zwei Wochen nach dem kurzfristigen Abschied von Coach Britta Jochimsen leitet immer noch Spielerin Tina Bahnsen die Übungseinheiten. Ein möglicher Kandidat für den Trainerjob soll sich an diesem Donnerstag vorstellen.

Bahnsen war erst acht Minuten vor dem Anpfiff vom Punktspiel ihrer weiblichen A-Jugend-Mannschaft in die Todesfelder Halle gerauscht und hatte sich im Eiltempo aufgewärmt. Immerhin brauchte sie ihr Team nicht taktisch einzustellen, da Erich Eggenstein als Matchcoach aushalf.

Den besseren Start erwischte die SG Todesfelde/Leezen, die in der 4. Minute schon mit 5:0 führte – alles schien nach Plan zu laufen. Doch dann machte sich beim Favoriten der Schlendrian breit. „Ich weiß nicht, was in dieser Phase mit meinem Team los war“, sagte Trainerin Gabriella Nemeth, „vielleicht haben alle gedacht, dass es von alleine läuft. Jedenfalls haben wir kaum noch verteidigt. Und wenn du erst einmal den Faden verlierst, brauchst du einen richtigen Neustart.“

Doch der gelang vorerst nicht. Der SV Henstedt-Ulzburg II, der über die gesamte Spieldauer in einer 6:0-Formation verteidigte, verzichtete darauf, Rückraumshooterin Franziska Haupt eine Sonderbewachung zuzuteilen und schaffte in der 16. Minute (9:9) erstmals den Ausgleich. „Wir haben uns teilweise selber die Räume zugeschoben und nicht gut für Franzi gearbeitet“, sagte Gabriella Nemeth. Es spricht für die individuelle Klasse der mit einem Zweitspielrecht auflaufenden Linkshänderin des TSV Travemünde (3. Liga Ost), dass sie dennoch 16 Tore erzielte.

Bis zum Zwischenstand von 20:19 in der 40. Minute entwickelte sich ein ausgeglichenes Match. Erst dann setzte sich die SG Todesfelde/Leezen ab, beim 28:22 (51.) war die Partie zugunsten des Favoriten entschieden.

„Es lag nicht an mangelnder Fitness, dass bei uns in der Schlussphase die Konzentration deutlich nachgelassen hat“, sagte Tina Bahnsen, „wir haben uns sehr gut verkauft und den frühen Rückstand, den ich unserer Nervosität vor dem ersten Auftritt in der Schleswig-Holsten-Liga zuschreibe, gut verkraftet. Das Endresultat ist zu deutlich ausgefallen.“

Spielverlauf: 5:0 (4.), 6:1, 6:5 (11.), 9:7, 9:9 (16.), 11:9, 11:11 (20.), 13:11, 14:13, 14:15 (24.), 16:15, 16:17 (28.), 17:17 – 18:19 (36.), 23:19 (43.), 25:20, 28:23 (52.), 31:23 (57.), 33:25.

Tore der SG Todesfelde/Leezen: Franziska Haupt (16), Carina Schramm (6), Linda Sternberg (5), Hanna Pohlmann (4), Lisa Schilk (1), Tina Haupt (1 Siebenmeter).

Tore des SV Henstedt-Ulzburg II: Jacqueline Galow (5), Tina Bahnsen (4), Johanna Böhl (4/davon 1 Siebenmeter), Sarah Janning-Picker, Leonie Tüngel, Sabrina Wrage und Nadine Hoppe(je 2), Nina Blümel, Nadine Kleefeldt und Yvonne Lorenzen (je 1).