Henstedt-Ulzburg

„Athletisch sind wir weiter als 2012“

Volker Paul, Trainer der Drittliga-Handballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg, spricht über den Punktrundenstart am Sonntag beim Buxtehuder SV II

Henstedt-Ulzburg. Der Grundstein für eine erfolgreiche Saison ist gelegt. Acht Wochen lang hat Trainer Volker Paul die Handballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg in 75 Übungseinheiten unerbittlich gedrillt, Angriffszüge und Abwehrvarianten einstudiert, seinen Kader taktisch geschult. An diesem Sonntag will sich das durch die kollektive Schinderei gestählte Team nun für den immensen physischen und zeitlichen Aufwand belohnen.

Um 15 Uhr startet der SVHU im Schulzentrum Nord mit der Auswärtspartie bei der zweiten Mannschaft des Buxtehuder SV in die Punktrunde der 3. Liga Ost. Im Interview mit dem Hamburger Abendblatt zieht der 56 Jahre alte Übungsleiter eine Bilanz der Vorbereitung und spricht über seine Erwartungen für die Serie 2013/2014.

Hamburger Abendblatt:

Herr Paul, Sie gehen in Ihre zweite Spielzeit als Trainer des SV Henstedt-Ulzburg. Was unterscheidet das aktuelle SVHU-Team von der Crew des Jahres 2012?

Volker Paul:

Im athletischen Bereich ist die Mannschaft sicherlich ein ganzes Stück weiter als damals. Das ist allerdings keine große Überraschung, da wir unser ambitioniertes Vorbereitungsprogramm auf einem höheren Level als in der vergangenen Saison beginnen konnten. Technisch und taktisch sind wir allerdings noch nicht dort, wo ich zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich sein wollte.

Woran liegt das?

Paul:

Der verletzungsbedingte Ausfall unserer Rückraumregisseurin Marleen Völzke, die sich einen dreifachen Bänderriss im linken Sprunggelenk zugezogen hat und noch einige Wochen ausfallen wird, ist ein großes Handicap. Es wird schwer, Leni gleichwertig zu ersetzen.

Wer kommt als Interimslösung für diese Position in Frage?

Paul:

Nina Schilk, Alisa Oehme, Janne Hübner und Svenja Glasewald. Letztendlich wird die Tagesform darüber entscheiden, wer von ihnen im Rückraum die Fäden zieht.

Es fällt auf, dass mit Christina Vogt ein Neuzugang sofort zur Mannschaftsführerin gewählt worden ist…

Paul:

Das hat mich nicht gewundert. Tine ist ja nicht ohne Grund 2010 mit dem Buxtehuder SV Europacupsiegerin geworden. Sie bringt sich vom ersten Tag an positiv ein, ist eine große Stütze für die jüngeren Spielerinnen und als neue Abwehrchefin immens wichtig für uns. Vorne am Kreis fehlt ihr noch ein wenig die Kompaktheit, aber sie hat in den vergangenen Wochen deutliche Fortschritte gemacht.

Und wie haben sich die beiden anderen externen Verstärkungen bisher präsentiert?

Paul:

Janne Hübner ist ein Rohdiamant. Sie hat sich sehr gut entwickelt, wir müssen aber Geduld mit ihr haben und dürfen sie vor allem zu Saisonbeginn nicht überfordern. Svenja Glasewald macht athletisch einen ausgezeichneten Eindruck und ist ungemein engagiert. Es bleibt abzuwarten, ob sie auch spielerisch in der 3. Liga mithalten kann.

Stillstand bedeutet ja bekanntlich Rückschritt. In der letzten Saison war der SV Henstedt-Ulzburg Tabellenvierter der 3. Liga Ost und Landespokalsieger. Worauf dürfen sich die SVHU-Fans diesmal einstellen?

Paul:

Unser Ziel ist eine Platzierung zwischen Rang eins und drei, das ist mit dem jetzigen Kader absolut realistisch. Um ganz oben mitspielen zu können, müssen wir allerdings von Verletzungspech verschont bleiben. Momentan stehen wir bei 75 bis 80 Prozent unseres Leistungsvermögens.

Welche Vereine sind die härtesten Rivalen?

Paul:

Ich schätze die TSG Wismar mit ihrer überragenden Rückraumschützin Liudmila Yermachek sehr stark ein, die haben sich noch einmal gut verstärkt. Außerdem dürften die Junior-Teams der Bundesliga-Vereine HC Leipzig und Buxtehuder SV eine wichtige Rolle im Kampf um einen der vorderen Plätze spielen.

Der SVHU muss am Sonntag in Buxtehude ran. Das klingt nicht gerade nach einem Wunschgegner zum Auftakt…

Paul:

Es gibt sicherlich dankbarere Aufgaben im ersten Match. Die zweite BSV-Mannschaft ist schwer einzuschätzen, weil man nie genau weiß, welche Spielerinnen aus dem Bundesliga-Kader zur Verfügung stehen. Sicher ist allerdings, dass sich unser Gegner zerreißen wird, weil das erste Team zuschaut. Die Buxtehuderinnen wollen uns vor dem DHB-Pokalspiel in Henstedt-Ulzburg am 5. Oktober noch einmal beobachten.

Ihr Tipp für Sonntag?

Paul:

In der vergangenen Saison haben wir unser erstes Spiel beim MTV 1860 Altlandsberg mit 28:30 verloren. Das wollen wir diesmal besser machen.