Finn Drümmer erklärt die Königsdisziplin

Das Zehnkampftalent vom SV Henstedt-Ulzburg hat sich für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert und trainiert dafür sogar in den Ferien

Die sommerlichen Temperaturen, die zum Ende der Schulferien herrschen, sorgen für Rekordzahlen in Freibädern, an Badeseen und den Nord- und Ostseestränden.

Für Leistungssportler bedeuten die Temperaturen allerdings viel Überwindung und eine gute Planung, um ihr Trainingspensum trotzdem abzuarbeiten.

Auch für Finn Drümmer, Leichtathlet beim SV Henstedt-Ulzburg. "Ich versuche, möglichst morgens zu trainieren, wenn es noch nicht so warm ist", sagt der 17-Jährige. Einmal am Tag reicht aber nicht aus, denn Finn Drümmer hat sich für den Zehnkampf entschieden. Und so muss er oft mehrere Disziplinen nacheinander oder kombiniert üben.

Zehnkampf verlangt von den Athleten Kondition, Sprintschnelligkeit, Kraft, koordinative Fähigkeiten und Konzentration. Nicht ohne Grund werden diese Sportler als die "Könige der Athleten" bezeichnet.

Finn Drümmer nutzt jede freie Minute, um unter der Regie seines Coaches Wilhelm Dahmen im Ulzburger Beckersbergstadion zu trainieren. Hinzu kommen Lauf- oder Wurfeinheiten in Eigenregie im Kaltenkirchener Marschwegstadion. Den Aufwand betreibt der junge Kaltenkirchener gerne, denn am 17. und 18. August stehen die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Bernhausen an. Zum ersten Mal hat sich Finn Drümmer für die nationalen Titelkämpfe qualifiziert.

Zwei Tage dauert ein Zehnkampf. Finn erklärt, bei welcher Disziplin es worauf ankommt.

100 Meter: "Der Start ist sehr wichtig. Ich habe da meine Probleme und komme leider zu spät weg. Ich muss das Feld immer von hinten aufrollen." Finns Bestzeit liegt bei 11,90 Sekunden, aufgestellt bei seinem letzten Zehnkampf im Juni in Langen.

Weitsprung: Mit 6,27 Metern - gesprungen bei den offenen Bezirksmeisterschaften in Lübeck - kann Finn gut leben. Aber er weiß, dass er noch Kapazitäten hat. "Wenn ich den Absprungbalken richtig treffe, dann geht da noch Einiges", sagt er.

Kugelstoß: "Das ist zurzeit meine schwächste Disziplin. Das klappt leider gar nicht." Trainer Wilhelm Dahmen weiß, woran es liegt: "Er ist bei der Drehung in der Hüfte zu langsam." Finns Ziel sind 13 Meter und mehr, momentan steht die Bestweite bei 12,55 Metern - aufgestellt im Winter in der Segeberger Kreissporthalle. Höchste Zeit für einen neuen Rekord!

Hochsprung: Hier stehen 1,92 Meter zu Buche - eine Höhe, mit der sich der Kaltenkirchener fast für die Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften in Rostock (1,95 Meter) qualifiziert hätte. Eine von Finns Schokoladendisziplinen also? "Der Anlauf muss passen. Man muss nach dem Absprung immer die Spannung halten - vor allem über der Latte. Hochsprung macht Spaß!"

400 Meter: Mit dem 400-Meter-Lauf hat Finn keine großen Probleme. "Die Disziplin ist die letzte des ersten Zehnkampftages. Deshalb ist der Lauf natürlich ziemlich anstrengend. Auf den letzten 100 Metern versuche ich noch mal alles zu geben, was geht." Seine Bestzeit: 54,29 Sekunden (aufgestellt in Bernhausen).

110 Meter Hürden: Hier gilt das Gleiche wie beim 100-Meter-Sprint: Der Start ist wichtig. Hinzu kommt eine gute Hürdentechnik. "Da habe ich aber kaum Probleme. Ab der dritten Hürde läuft's bei mir meistens. Im Training stolpert man schon mal, das gehört dazu." Die Höhe ändert sich übrigens mit dem Alter. Momentan muss Finn über 91,4 Zentimeter springen. In der Altersklasse U 20 sind es dann 1 Meter und bei den Erwachsenen 1,06 Meter. Finns Bestzeit liegt bei 15,58 Sekunden, aufgestellt in Bernhausen.

Diskuswurf: Mit dem 1,5 Kilogramm schweren Diskus kommt Finn nicht immer gut zurecht. Seine Bestweite von 37,16 Metern stellte er im Juni in Langen auf. In Bernhausen - zwei Wochen zuvor - hatte er keinen gültigen Versuch.

Stabhochsprung: "Das Training ist sehr aufwendig und nicht überall möglich. Ich versuche deshalb, möglichst viele Wettkämpfe zu bestreiten, um Praxis zu sammeln." Zum Gruppentraining fährt Finn Drümmer gerne nach Hamburg. "Mit den anderen Zehnkämpfern ist es sehr nett", sagt der Zwölftklässler, der dann unter der Anleitung von Landestrainer Hinrich Brockmann übt. Seine bisherige Maximalhöhe von 3,40 Meter hat Finn in Bernhausen und in Langen überquert.

Speerwurf: Der richtige Wind und eine gute Technik sind hier besonders wichtig. "Manchmal werfe ich zu steil an, dann fällt der Speer zu früh runter." Speerwurf gehört erst mit 14 Jahren zum Wettkampfprogramm, kein Wunder also, dass in puncto Anstellwinkel, Anlauf und Armhaltung noch viel getan werden kann. Mit den in Langen erzielten 44,09 Metern ist Finn zufrieden.

1500 Meter: "Wie man sich das Rennen einteilt, hängt auch davon ab, was man noch erreichen kann oder welche Zeit man laufen muss, um sein Ziel zu erreichen. Bei meinem Wettkampf in Langen wusste ich, wenn ich Bestzeit laufe, schaffe ich die nötigen 6200 Punkte und damit die Quali für die Deutschen Meisterschaften." Das tat Finn und lief in Langen die anvisierte Bestzeit (4:45,76 Minuten).

Sein persönlicher Zehnkampfrekord liegt bei 6215 Punkten. Finn Drümmer: "Bei der DM will ich auf jeden Fall meine Bestleistung steigern. Mein Ziel sind 6300 Punkte."