Tennis

Kaltenkirchen: Vorteil Horst-Schröder-Pokal

Das Preisgeld-Tennisturnier des TC an der Schirnau setzt erneut Maßstäbe in puncto Organisation, Verpflegung, Betreuung und Ergebnisservice.

Kaltenkirchen. Am Ende hakte es dann doch ein wenig beim 16. Horst-Schröder-Pokal. Vier Tage lang lief beim traditionellen Tennisturnier des TC an der Schirnau, das mit 10.000 Euro Preisgeld die höchstdotierte Konkurrenz im Kreis Segeberg ist, alles wie am Schnürchen. Doch dann, kurz nachdem Turnierfavorit Stefan Seifert (TC BW Neuss) seinen Matchball gegen den an Position zwei gesetzten Daniel Masur vom Tennispark Versmold zum 4:6, 6:3, 6:4-Finalsieg verwandelt hatte, streikte bei der Siegerehrung die Technik.

Als Turnierdirektor Björn Kroll per Funkmikrofon seine Dankesworte an die rund 200 Zuschauer, sein Helferteam, die zahlreichen Sponsoren und nicht zuletzt die Aktiven richten wollte, verstummten die Lautsprecher nach wenigen Worten. Doch so familiär, wie es schon zuvor auf den Plätzen des TC an der Schirnau und der Kaltenkirchener TS zugegangen war, so endete die Traditionsveranstaltung dann auch.

Mit angehobener Stimme richtete Kroll seine Botschaft ans aufmerksam lauschende Publikum - es war wie so oft in den vergangenen Jahren eine zufriedene Bilanz.

2011 hatte der Horst-Schröder-Pokal beispielsweise den Preis des besten nationalen Turniers der Head German Masters Serie erhalten. "Wir sind mit beinahe schon zu gutem Wetter für unseren Aufwand belohnt worden", sagte Björn Kroll, dem ein fast 30-köpfiges Organisationsteam zur Seite stand. "Wir haben mit der Qualität der Matches, der Verpflegung, Spielerbetreuung, dem Platzservice und Linienrichtern auf dem Centre Court geglänzt."

Ein Pluspunkt für den Horst-Schröder-Pokal im Vergleich zu anderen deutschen Preisgeldturnieren ist auch der Ergebnisdienst. Jugendliche speisen alle Spielstände live ins Internet ein - so auch Finn Steinberg, 17, aus Bad Oldesloe.

"Das waren spannende und anstrengende Tage", sagte der Schüler und Klassenkamerad von Scoring-Koordinator Philipp Storjohann. "Philipp hat mich zum Mitmachen überredet, und wir haben dann gleich auf der Anlage die drei Nächte gecampt. 2014 bin ich gerne wieder dabei, dann aber nicht im Zelt - das ist doch ganz schön kalt."

Auf den Luxus von Ballkindern und Linienrichtern musste Damen-Siegerin Lisa Matviyenko vom Club an der Alster in ihrem Finale auf Court drei gegen Yvonne Hübler (Club zur Vahr) verzichten. Doch die ungesetzte 15-Jährige nahm den fehlenden Komfort gerne in Kauf; brachte ihr der deutliche 6:1, 6:0-Sieg über die an Nummer sieben eingestufte Bremerin 1000 Euro Prämie ein.

"Das Geld lege ich für meinen Führerschein zurück. Ein halbes Jahr vor meinem 17. Geburtstag beginne ich mit Fahrstunden." Matviyenko verzichtete auf die Teilnahme am Doppelwettbewerb, weil sie an diesem Dienstag in Berlin bei einem mit 10.000 Euro Preisgeld dotierten Turnier in Berlin startet.

Das Schonprogramm hätte wohl auch Carolin Schmidt (TC Rot-Weiss Wahlstedt) gut getan. Die 19- Jährige, die an der Seite von Clubkameradin Janine Weinreich die Doppelkonkurrenz gewann, musste im Einzel-Viertelfinale gegen Yvonne Hübler beim Stand von 0:6 und 1:1 aufgegeben. "Ich hatte eine Muskelreizung in der rechten Hand, weil ich an diesem Tag sechs Spiele bestreiten musste", sagte Schmidt, "zum Glück hat mich das im volleylastigeren Doppel nicht behindert."