Henstedt-Ulzburg

"Wir wollen ganz oben angreifen"

SVHU-Handballer gehen mit reduziertem Etat und neuen Spielern in die Drittliga-Saison 2013/2014

Henstedt-Ulzburg. Gerade erst hatten die Handballer des SV Henstedt-Ulzburg ihr letztes Punktspiel mit 30:37 gegen den ThSV Eisenach verloren, waren nach einem Jahr Zweitklassigkeit in die 3. Liga abgestiegen - doch Olaf Knüppel wirkte trotzdem tiefenentspannt. "Ich hatte schon vor diesem Match meinen Frieden mit der Situation gemacht", sagte der Geschäftsführer der SVHU Handball GmbH, "mir war klar, dass sich die SG Leutershausen im Fernduell mit uns den Klassenerhalt nicht mehr nehmen lassen würde."

Im Interview mit Abendblatt-Redakteur Frank Best zieht Knüppel eine Bilanz der Spielzeit 2012/2013 und erläutert den Stand seiner Planungen für die kommenden Saison.

Hamburger Abendblatt:

Herr Knüppel, gibt es trotz des sportlichen Abstiegs noch eine Chance auf Zweitliga-Handball in Henstedt-Ulzburg? Der SVHU wäre die Nummer eins auf der Nachrückerliste, falls die Handball Bundesliga GmbH dem TV Großwallstadt die Lizenz für die 2. Bundesliga verweigern sollte...

Olaf Knüppel:

Am 12. Juni wissen wir mehr. Ich gehe aber davon aus, dass sich die Vereinsverantwortlichen mit der HBL einigen werden und Großwallstadt die Lizenz bekommt; das Thema ist für mich durch.

Was bedeutet der Abstieg für den Handball in Henstedt-Ulzburg?

Knüppel:

Aus meiner Sicht nicht viel. Alle haben vor der Saison mitbekommen, dass die Zweitliga-Saison ein großes Abenteuer wird. Und alle, vom Aufbauteam bis hin zum Vorstand des Gesamtvereins, sind im letzten Jahr bis ans Limit gegangen. Nun können wir ein wenig durchschnaufen, das ist der positive Aspekt. Demgegenüber steht die unglaubliche Enttäuschung über unser sportliches Abschneiden.

Wird das Budget für die erste Mannschaft verringert?

Knüppel:

Wir werden unseren Etat in der 3. Liga von 750.000 auf 500.000 Euro reduzieren.

Bleibt Tobias Skerka weiterhin Trainer?

Knüppel:

Ja, auf jeden Fall.

Stefan Pries, Rasmus Gersch, Maik Makowka, Tim-Philip Jurgeleit und Markus Noel stehen künftig nicht mehr zur Verfügung. Wie sollen die Lücken im Kader geschlossen werden?

Knüppel:

Mit Linksaußen Malte Voigt und Torhüter Aleksandar Djordjic kommen zwei junge Spieler von der SG Flensburg-Handewitt, außerdem laufen Gespräche mit Kandidaten für den rechten Rückraum, den Kreis und die Rechtaußenposition. Unsere größte Baustelle ist der linke Rückraum. Kevin Wendlandt fällt mindestens bis Februar 2014 aus; aber es gibt Hoffnung, dass Florian Bitterlich nach der Sommerpause wieder fit ist.

Stehen auch Ausländer auf ihrer Liste?

Knüppel:

Nein, wir setzen nur auf Spieler aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, alles andere ist für uns nicht bezahlbar. Und ich hoffe mittelfristig auf unseren Nachwuchs. Die jüngsten Ergebnisse der Oberliga-Qualifikationsrunden zeigen, dass unser Jugend-Konzept greift. Das macht mir große Freude.

Mit welchem Ziel geht der SVHU in die Serie 2013/2014?

Knüppel:

Wir wollen ganz oben angreifen. Doch es ist einfacher, eine Klasse zu halten, als aufzusteigen.