Norderstedt

HG Norderstedt kämpft sich ins Pokalfinale

Der Oberliga-Absteiger gewinnt in der Vorschlussrunde mit 28:25 bei der SG Hamburg-Nord und trifft am 1. Mai auf den FC St. Pauli

Norderstedt. Die Fernsehübertragung der Fußball-Champions-League-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem FC Malaga hielt 80 Handballfans nicht davon ab, sich um 20.15 Uhr in der Halle Tegelsbarg in Hamburg-Poppenbüttel einzufinden. Das Halbfinale des Hamburger Pokalwettbewerbs der Männer zwischen der SG Hamburg-Nord und der als Oberliga-Absteiger feststehenden HG Norderstedt versprach eine spannende Partie auf Augenhöhe.

Trotz des Herzschlagfinales des BVB mussten die Zuschauer ihr Kommen nicht bereuen. Nach einer schnellen und engagiert geführten Partie, in deren Verlauf siebenmal die Führung wechselte, behielten die Norderstedter nach 12:14-Pausenrückstand doch noch mit 28:25 die Oberhand.

Damit werden Saison und Existenz des HGN-Männerteams um einen Tag verlängert. Das Endspiel findet am 1. Mai als Abschluss des Hamburger Pokalfinaltags in der Halle Budapester Straße statt. Pikanterweise ist der Gegner dann Ausrichter und Ligakonkurrent FC St. Pauli, der sich im zweiten Vorschlussrunden-Match mit 39:32 gegen das zweite Team des TSV Ellerbek durchsetzte.

Der 1. Mai ist aber auch der Tag, an dem die HGN-Männer eigentlich ihren Namen abgeben, um künftig in allen Spielklassen in Gemeinschaft mit dem Norderstedter SV als Handball-Team Norderstedt anzutreten. "Das Pokalfinale gehört aber noch zur alten Saison, also spielen wir ein letztes Mal als HGN", sagte Teammanager Sven Vörtmann.

Verdient hat sich die Mannschaft ihr Abschiedsspiel. Die Norderstedter erwischten zwar einen miserablen Start in die zweite Halbzeit, gerieten mit 12:17 in Rückstand, bewiesen dann aber eine tolle Moral und drehten auf. Und zwar zunächst in Person von Heiko Peters, der sich viermal im linken Rückraum durchtankte und die Treffer vom 14:17 bis 17:17 erzielte.

Das Team von Spielertrainer Thiago Santos parierte sogar noch einen weiteren Rückschlag, als die von Ex-NSV-Coach Marcus Schwarzer trainierten Hausherren die 18:17-Führung der HGN in einen eigenen 21:18-Vorsprung (47.) drehten. Nach unglücklicher erster Halbzeit mit vier Fahrkarten netzte der Santos zwischen der 49. und 55. Minute viermal ein und trug so maßgeblich zur 25:23-Führung der HGN bei.

"Das war aber nur ein Faktor, weshalb wir die Partie umgebogen haben", sagte er zufrieden, "entscheidend waren für mich die Spielführung durch Lukas Elandt, die Paraden von Matthias Matuch, der unter anderem drei Siebenmeter gehalten hat, und unsere Steigerung in der Abwehr."

Die SG Hamburg-Nord konnte in der zweiten Halbzeit ihren linken Rückraum und den Kreisläufer kaum noch in Szene setzen. Santos: "Das hat Spaß gemacht; jetzt freuen wir uns auf das Fi nale gegen St. Pauli."

Spielverlauf: 2:0, 4:2, 4:5 (10.), 6:5, 7:6, 7:8 (15.), 9:9, 12:12 (26.), 14:12 - 17:12 (32.), 17:18 (39.), 21:18 (46.), 23:20, 23:23 (52.), 23:25 (55.), 24:25, 24:28 (59.), 25:28.

Tore der HG Norderstedt: Heiko Peters (6), Thiago Santos und Andreas Butzmann (je 5/davon 1 Siebenmeter), Eike Wertz und Christian Schulz (je 4), Florian Deppe (3), Lukas Elandt (1).