Henstedt-Ulzburg

Liudmila Yermachek wird zum Albtraum des SVHU

In den ersten 30 Minuten des Drittliga-Handballspiels zwischen den Frauenmannschaften der TSG Wismar und des SV Henstedt-Ulzburg wurden Erinnerungen an die Hinrundenbegegnung am 3. November 2012 wach.

Henstedt-Ulzburg. Damals hatte SVHU-Torfrau Jennifer Knust die Hansestädterinnen mit ihren Paraden schier zur Verzweiflung gebracht - genau wie nun in der Sporthalle an der Bürgermeister-Haupt-Straße.

Dass die Henstedt-Ulzburgerinnen trotzdem nicht erneut die Oberhand behielten und am Schluss mit 24:28 (13:11) den Kürzeren zogen, hatte vor allem zwei Gründe. Knust hielt nach der Pause wesentlich schwächer. Und Wismars russische Rückraumschützin Liudmila Yermachek, die im ersten Spielabschnitt nur sporadisch eingesetzt wurde und dabei lediglich durch einen verworfenen Siebenmeter in der 14. Minute aufgefallen war, verbreitete nach dem Seitenwechsel permanent Angst und Schrecken in der Hintermannschaft des SVHU. Ihre Bilanz: acht Feldtore und zwei verwandelte Strafwürfe.

"Yermachek hat mit einer Trefferquote von fast 90 Prozent und den geschickten Anspielen auf ihre Teamkolleginnen letztendlich den Unterschied ausgemacht", sagte Henstedt-Ulzburgs Trainer Volker Paul.

Zum Vergleich: Bente Maassen, mit zehn Treffern beste SVHU-Werferin, wirkte zwar spritziger und dynamischer als die oft unscheinbar und behäbig agierende "Schaltzentrale" der TSG Wismar. Sie leistete sich aber auch mehr Fehlversuche und stand zudem wesentlich länger als die Russin auf dem Feld.

Kopfzerbrechen bereitete den Gäste zudem eine taktische Umstellung des Gegners. Paul: "Wismar hat in der zweiten Halbzeit auf eine 6:0-Abwehr mit einem kompakten Mittelblock umgestellt, außerdem haben uns die Tore aus der zweiten Welle gefehlt. Und genau die sind unsere Stärke."

Wer weiß, wie das Match ausgegangen wäre, wenn das Heimspiel des SV Henstedt-Ulzburg gegen den HC Sachsen Neustadt-Sebnitz vor etwas mehr als einer Woche nicht einer Unwetterwarnung zum Opfer gefallen wäre. "Man gerät da schon aus dem Wettkampfrhythmus, aber das war sicherlich nicht entscheidend für die Niederlage in Wismar", sagte Volker Paul.

Wann die Partie gegen den Tabellenvorletzten der 3. Liga Ost nachgeholt wird, steht übrigens noch nicht fest. "Wir haben unserem Gegner drei Termine für die Neuansetzung genannt. Jetzt müssen wir abwarten, wie Neustadt-Sebnitz auf die Vorschläge reagiert", so der SVHU-Coach.

Tore des SV Henstedt-Ulzburg: Bente Maassen (10/davon 2 Siebenmeter), Rabea Dieckmann (4/2), Laura Neu, Marleen Völzke (beide 3), Nina Schilk, Janicke Bielfeldt (beide 2).