Norderstedt

Verhaltener Jubel nach dem 28:26

Die Oberliga-Handballer der HG Norderstedt fahren gegen Schülp ihren dritten Saisonerfolg ein, verlieren aber Thiago Santos.

Norderstedt. Wendepunkt oder Pyrrhussieg? Was für die Oberliga-Handballer der HG Norderstedt (13./ 7:25 Punkte) der 28:26 (17:13)-Heimsieg über die HSG Schülp/Westerrönfeld (7./14:16) wert ist, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Die nächsten sechs Punktspiele des Teams von Coach Andreas Rastner dürften ausschlaggebend dafür sein, ob der Aufsteiger bis zum Saisonende auf den Klassenerhalt hoffen darf oder ob er bereits vorzeitig das rettende Ufer der Nichtabstiegsränge aus den Augen verliert.

Als wäre die Aufgabe für den Oberliga-Neuling, in zehn verbleibenden Partien fünf Punkte Rückstand auf Rang elf (FC St. Pauli/12:20 Zähler) wettzumachen, nicht ohnehin schwer genug, kommt es nun noch dicker: Möglicherweise wird die HGN die wichtigsten Spiele im Ab stiegskampf gegen den FC St. Pauli (2. Februar), Verfolger HG Hamburg-Barmbek (16. Februar), den Zehnten SG Wift (23. Februar) und den Tabellenzwölften MTV Herzhorn (3. März) ohne Thiago Santos bestreiten müssen.

Das Unheil brach über die Norderstedter zu einem Zeitpunkt herein, als eitel Sonnenschein herrschte. Voller Schwung nach der vierwöchigen Wettkampfpause hatten sich die Hausherren geradezu in einen Rausch gespielt. Über den Zwischenstand von 11:11 (19.) setzten sich die HGN-Männer binnen 17 Minuten bis auf 21:14 ab.

Die Abwehr ermöglichte den Gästen kein Durchkommen. Im Angriff waren es Andreas Butzmann und eben Thiago Santos, die dem Match mit sieben bzw. sechs Toren den Stempel aufdrückten. Dann der Schock. Knapp 38 Minuten sind gespielt, als Santos einen Gegenstoß hinkend abbricht und sich zu Boden fallen lässt. Der Goalgetter greift sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an den rechten Oberschenkel.

Defensivspezialist Tobias Schadendorf beißt in den sauren Apfel und übernimmt neben seiner extrem kraftraubenden Aufgabe im Abwehrmittelblock nun auch die linke Rückraumposition. Allen in der Halle des Schulzentrums Süd ist klar: Santos wird bis zum Schlusspfiff kein Tor mehr werfen.

Dieser Gedanke setzt sich auch in den Köpfen der HGN-Spieler fest. Ihre Aktionen werden fahrig, in den verbleibenden 22 Minuten produzieren die Norderstedter 19 Ballverluste und Fehlwürfe. Die Gäste schöpfen wieder Hoffnung, kämpfen beherzt und sind besonders mit Einzelaktionen immer wieder erfolgreich.

Die Konsequenz: Nach 57 Minuten steht es 26:26. Den Leistungen des HGN-Torhüter-Duos Matthias Matuch und Sven Meyer ist es zu verdanken, dass die unbeantworteten Treffer von Lukas Elandt und Eike Wertz doch den Sieg bringen. "Aber es ist sehr bitter, dass uns die Rückraumspieler ausgehen", kommentierte Andreas Rastner lakonisch seine Personalmisere, "denn auch Lennart Risch wird uns länger wegen einer Leisten-OP fehlen. Jetzt müssen die Verbliebenen noch enger zusammenrücken."

Aufholjagd der HGN-Frauen gegen den TV Fischbek wird nicht belohnt

Während die Männer der HG Norderstedt Glück im Unglück hatten und den dritten Saisonsieg feierten, kassierten die HGN-Frauen in der Hamburg-Liga eine bittere 32:33 (10:15)-Heimpleite gegen den TV Fischbek. Zweimal hatte das Team von Coach Hauke Reumann einen Fünf-Tore-Rückstand aufgeholt, um dann doch durch einen Siebenmeter in der Schlusssekunde als Verlierer vom Feld zu gehen.

Oberliga, Männer: HG Norderstedt - HSG Schülp/Westerrönfeld 28:26 (17:13). Spielverlauf: 1:3, 5:9, 7:10, 11:11, 16:11, 17:13 - 19:13, 21:14 (36.) 21:17 (43.), 23:19 (49.), 24:23 (53.), 26:23, 26:26 (57.), 28:26. Tore der HGN: Andreas Butzmann (8/1 Siebenmeter), Thiago Santos (6), Eike Wertz, Lukas Elandt, Christian Schulz (je 3), Jan Beermann und Tobias Schadendorf (je 2), Florian Deppe (1). Hamburg-Liga, Frauen: HG Norderstedt - TV Fischbek 32:33 (10:15). Spielverlauf: 5:3, 7:7, 7:13 (23.), 10:15 - 12:17, 16:21, 19:25 (43.), 25:26 (48.), 29:28 (51.), 29:30, 32:30 (56.), 32:33 (60.). Tore der HGN: Larissa Geisler (10/davon 6 Siebenmeter), Kim Borchers und Madlin Rieboldt (je 5), Christine Köhn (4), Mia Harmsen (3), Josefine Palm und Lena Harmsen (je 2), Vanessa Meiburg (1).