Handball: Todesfelde scheitert im DM-Viertelfinale

Tränen der Enttäuschung

| Lesedauer: 3 Minuten
Joachim Jakstat

Die weibliche B-Jugend unterliegt der JSG Nellingen-Wolf schlugen vor fast 700 Zuschauern mit 26:27.

Wahlstedt

Die Tribüne war voll besetzt, in den Aufgängen und im Oberrang an der Balustrade drängten sich die Zuschauer. Fast 700 Handball-Fans erlebten in der Wahlstedter Sporthalle mit dem Rückspiel des DM-Viertelfinales der weiblichen B-Jugend zwischen dem SV Todesfelde und der JSG Nellingen-Wolfschlugen ein denkwürdiges Match.

Eine Halbzeit lang durfte das SVT-Team trotz einer 21:25-Niederlage in der ersten Partie vom Einzug in die Vierer-Endrunde um die Deutsche Meisterschaft träumen. Am Ende setzten sich jedoch die Gäste mit 27:26 (10:15) durch. Die jungen Mädchen des SV Todesfelde, die aufopferungsvoll gekämpft hatten, vergossen Tränen der Enttäuschung.

Bis zur Pause lag die Truppe von Trainerin Gabriella Nemeth noch auf Kurs. Mit einem wahren Handball-Feuerwerk setzten sie die Gäste von Beginn an unter Druck, egalisierten schon nach zehn Minuten den Rückstand und lagen zeitweise sogar mit sechs Treffern in Front.

Die Revanche schien zu glücken, zumal die Unparteiischen Sekunden vor dem Wechsel die Spielmacherin der Gäste nach einer rüden Attacke gegen Trixi Rohlfs vom Platz stellten. Doch nach dem Wiederanpfiff wendete sich das Blatt. Fortan hatte das Schiedsrichtergespann die Spielerinnen aus Todesfelde im Visier und verhängten sieben Zeitstrafen gegen die Gastgeberinnen. Damit nicht genug: In der 38. Minute musste Charleen Hansen nach ihrer dritten Hinausstellung auf die Tribüne; zehn Minuten später ereilte Rieke Hornig das gleiche Schicksal.

Zu diesem Zeitpunkt war die packende Partie allerdings bereits entschieden. Die JSG Nellingen-Wolfschlugen hatte beim Zwischenstand von 22:22 den Ausgleich geschafft. Der dezimierte SV Todesfelde stemmte sich zwar bis zum Schlusspfiff verzweifelt gegen die drohende Niederlage und das Ausscheiden, doch die Löcher im Abwehrverbund waren inzwischen zu groß, die Durchschlagskraft aus der ersten Halbzeit dahin.

"Wir haben halt nicht einen so großen Kader mit ausgeglichen starken Spielerinnen wie die JSG Nellingen-Wolfschlugen", sagte Gabriella Nemeth, "wir konnten die frühe Knieverletzung von Sarah Sanmann und die Roten Karten für Charleen Hansen und Rieke Hornig nicht kompensieren."

Mit ihrem Team war die SVT-Trainerin dennoch zufrieden. "Die erste Halbzeit war Handball vom Feinsten. In einem Jahr werden wir dieses Niveau auch über ein volles Spiel durchhalten", so Nemeth.

Nachdem sich die erste Enttäuschung der Todesfelder Mädchen gelegt hatte, feierten sie gemeinsam mit den Gästen. Die baten den SV Todesfelde sogar in die Mitte ihres Jubelkreises und würdigten so auch die Leistung der unterlegenen Mannschaft.

"Ich bin stolz auf mein Team und auf das, was mein Verein auf die Beine gestellt hat", sagte Gaby Nemeth, "diese Gänsehaut-Atmosphäre werden die Mädchen so schnell nicht vergessen."

Keine Frage: Die weibliche B-Jugend-Mannschaft ist ein Aushängeschild für das sportbegeisterte Dorf Todesfelde. Die Vereinsverantwortlichen fühlen aber auch eine Verantwortung den Mädchen gegenüber und möchten die Spielerinnen auf deren Weg in die große Handball-Welt weiterhin fördern.

Für den SV Todesfelde spielten: Franziska Haupt (11 Tore/3 Siebenmeter), Trixi Rohlfs (10), Charleen Hansen (3), Julia Böttger, Rieke Hornig (je 1), Sarah Sanmann, Lisa Steenbock, Annabelle Duus, Hanna Pohlmann, Jennifer Kaml, Rica-Emily Meins, Melanie Göde.

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