Neumünster. „Stunde der Gartenvögel“ des Naturschutzbundes Deutschland findet schon zum 20. Mal statt. Wie die Mitmach-Aktion funktioniert.

Vom 9. bis 12. Mai rufen der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner LBV (Landesbund für Natur- und Vogelschutz) dazu auf, eine Stunde lang Vögel zu zählen und die Resultate zu melden. „Unsere Aktion findet bereits zum 20. Mal statt“, sagt Eva Krautter, die Pressesprecherin des NABU Schleswig-Holstein. „Wir verfügen daher über einen einzigartigen Datenbestand zu den Vogelarten im Siedlungsraum in ganz Deutschland. Das ist ein großer Schatz für den Naturschutz. Denn wir können anhand der festgestellten Bestandstrends Naturschutzmaßnahmen ausrichten und so die Arten gezielt schützen.“

Jeder kann helfen, Daten zu sammeln, indem er oder sie Vögel zählt – und so den Vogelschutz unterstützen. Krautter: „Wer mitmacht, beteiligt sich an einem der größten Citizen-Science-Projekte Deutschlands. Außerdem macht es Spaß, Vögel kennenzulernen und zu zählen. Zudem ist es auch noch gesund.“ Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sich die Beschäftigung mit der Natur und auch das Beobachten der Vögel positiv auf die psychische Gesundheit auswirken.

„Stunde der Gartenvögel“: Vom 9. bis 12. Mai werden Zahlen gesammelt

Bei der „Stunde der Gartenvögel“ wurden 2023 in Schleswig-Holstein insgesamt 2575 Exemplare gezählt, bei der „Stunde der Wintervögel“ 2024 waren es 7514. „Viele überwinternde Arten haben in diesem Jahr zeitig mit dem Brüten angefangen, da es früh schon recht warm war. Wir könnten also bei der,Stunde der Gartenvögel‘ möglicherweise mehr Jungvögel sehen als in anderen Jahren“, vermutet Eva Krautter. Bei den Haussperlingen, Ringeltauben und Amseln hat der erste Nachwuchs das Nest bereits verlassen.

Rotkehlchen sind in fast jedem Garten vertreten. Typisch für sie ist, dass nicht nur die Männchen, sondern auch die Weibchen singen.
Rotkehlchen sind in fast jedem Garten vertreten. Typisch für sie ist, dass nicht nur die Männchen, sondern auch die Weibchen singen. © Stefan Lüders/NABU | Stefan Lüders/NABU

Und so funktioniert die Vogelzählung: Von einem ruhigen Platz im Garten, Park, auf dem Balkon oder vom Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet werden konnte. Die Beobachtungen können online unter www.stundedergartenvoegel.de gemeldet, aber auch per Post oder Telefon – kostenlose Rufnummer am Sonnabend, 11. Mai, von 10 bis 18 Uhr: 0800/11 57 115 – durchgegeben werden. Gemeldet werden kann zudem mit der kostenlosen NABU-Vogelwelt-App, erhältlich unter www.NABU.de/vogelwelt. Meldeschluss ist der Pfingstmontag.

Garten, Park, Balkon oder Zimmerfenster sind gute Beobachtungsstandorte

Wer sich zuvor mit den Gartenvögeln in der Region beschäftigen möchte, findet viele Infos unter www.stundedergartenvoegel.de, darunter Porträts der 40 häufigsten Tiere, Vergleichskarten der am häufigsten verwechselten Vogelarten, einen Vogeltrainer sowie „Reingezwitschert“, den Vogel-Podcast des NABU. Auf der Seite sind vom ersten Zähltag an auch Zwischenstände und erste Ergebnisse abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden.

Mehr aus der Region

Einen guten Überblick über die Ergebnisse der letzten Aktionen gibt es unter www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-gartenvoegel/ergebnisse/15767.html?formchange=1&jahr=2023&bundesland=Schleswig-Holstein&vogelart=&ort=.

Über die Bundesland-Auswahl kann hier gezielt nach Zahlen aus Schleswig-Holstein gesucht werden. Für Kinder bietet die Naturschutzjugend (NAJU) vom 13. bis 17. Mai die „Schulstunde der Gartenvögel“ an. Weitere Infos gibt‘s unter www.NAJU.de/sdg.