Polizei Kreis Segeberg

Falsche Handwerker: Trickdiebe schlugen in Bad Bramstedt zu

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Andreas Burgmayer
Die Polizei warnt vor Trickdieben im Kreis Segeberg.

Die Polizei warnt vor Trickdieben im Kreis Segeberg.

Foto: Fotostand / Gelhot / picture alliance

Die Täter täuschten einen Wasserrohrbruch vor. Was die Männer im Haus eines Bad Bramstedters erbeuteten.

Bad Bramstedt.  Schon wieder haben Trickdiebe im Kreis Segeberg zugeschlagen und mit einer alten Masche Beute gemacht. Ein Krimineller gab sich im Bad Bramstedter Memellandweg als Handwerker aus, der Wasserleitungen prüfen wollte.

Der angebliche Handwerker meldete sich gegen 14 Uhr an der Tür eines Bad Bramstedters und behauptete, dass es auf einer nahe gelegenen Baustelle zu einem Wasserrohrbruch gekommen sei. Um den Rohrbruch reparieren zu können, müsse das Wasser im Wohnhaus abgestellt werden. Der Hausbesitzer ging auf die Bitte ein und führte den „Handwerker“ in den Keller. Dort drehten sie tatsächlich den Haupthahn der Wasserversorgung ab. Währenddessen blieb die Haustür offen stehen.

Der „Monteur“ lief durchs Haus, der Besitzer blieb im Keller

Der falsche Monteur begann nun die Wasserhähne im übrigen Haus zu überprüfen und wies den Anwohner an, im Keller zu bleiben. Anschließend verließ der mit blauer Arbeitshose und -jacke bekleidete, etwa 40-jährige Mann das Haus. Erst nach einigen Stunden bemerkte der Geschädigte das Fehlen von 400 Euro Bargeld aus seinem Geldbeutel und eine geöffnete Schmuckschatulle. Der Unbekannte war ungefähr 1,70 Meter groß und von kräftiger Statur. Er hatte dunkle nach hinten gegelte Haare und wurde als Mitteleuropäer beschrieben. Dem Geschädigten war in diesem Zusammenhang zudem ein auf der Straße geparkter weißer Kombi aufgefallen. Beamte der Polizeistation Bad Bramstedt bitten unter 04551/88 40 um Hinweise zu dem Unbekannte oder dem möglicherweise verwendeten Fahrzeug.

Hilfe in der Nachbarschaft oder bei der Polizei holen

Die Polizei warnt davor, fremde Personen in die eigenen vier Wände zu lassen. Trickdiebstahl in Wohnungen ist nach dem Taschendiebstahl auf der Straße die vermutlich häufigste Straftat, von der ältere Menschen betroffen sein können. Alle bekannten Täter-Arbeitsweisen lassen sich auf drei Grundmuster zurückführen: das Vortäuschen einer Notlage, die scheinbar eine Hilfeleistung oder Unterstützung durch das Opfer in der Wohnung erfordert. Das Vortäuschen einer offiziellen Funktion, die den Täter vermeintlich zum Betreten der Wohnung berechtigt. Und das Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer, die eine Einladung zum Betreten der Wohnung nahelegt. Opfer der Täterinnen und Täter sind fast ausschließlich ältere, teils hochbetagte Menschen. Beim Trickdiebstahl an der Haustür werden viele Maschen angewandt. Von der Bitte nach einem Glas Wasser oder Papier und Stift, um einem Nachbarn eine Nachricht zu hinterlassen, bis zu angeblichen Handwerkern sind der Kreativität der Diebe keine Grenzen gesetzt.

Die Polizei rät Betroffenen, sich nachbarschaftliche Unterstützung zu holen oder direkt bei der Polizei zu melden. Bei angeblichen Dienstleistern kann es helfen, diese zunächst vor der verschlossenen Tür warten zu lassen. Ein anschließender Anruf bei der Firma sollte über die Echtheit des Mitarbeiters Klarheit verschaffen.

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