Bad Bramstedt

Im Juni segelt Arved Fuchs gen Grönland

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Wolfgang Klietz
Arved Fuchs bei Seegang auf seinem Fischkutter Damar Aaen. Sie wurde 1931 aus Eiche gebaut und nimmt es auch mit Packeis auf.

Arved Fuchs bei Seegang auf seinem Fischkutter Damar Aaen. Sie wurde 1931 aus Eiche gebaut und nimmt es auch mit Packeis auf.

Foto: Arved Fuchs

Expedition „Ocean Change“ zum Klimawandel wird im Nordatlantik fortgesetzt. Welche Rolle die Band Santiano spielt.

Bad Bramstedt/Reykjavík . Nach der Expedition ist vor der Expedition. Der Bramstedter Arved Fuchs bereitet mit seinen Mitarbeitern die Fortsetzung der Expedition „Ocean Change“ vor, die ihn in diesem Jahr in die rauen Gewässer um Grönland und die einsam gelegene Insel Jan Mayen führen wird, die 550 Kilometer nördlich von Island liegt. Auch bei dieser Reise wird die Mannschaft im Nordatlantik wieder mit Sonden Daten für die Klimaforschung sammeln. Fans können erneut die Route der „Dagmar Aaen“ online in Echtzeit verfolgen.

Arved Fuchs: Expedition „Ocean Change" wird fortgesetzt

Der Zeitplan steht bereits fest. Im April werden der 68-Jährige und Teile seiner Crew per Auto mit der Fähre vom dänischen Hanstholm nach Island reisen, um Ausrüstung zur „Dagmar Aaen“ zu bringen und im Hafen der Hauptstadt Reykjavík das Boot auf die Reise vorzubereiten.

Die Crew konnte im vergangenen Herbst nicht, wie geplant, den Nordosten Kanadas ansteuern, um dort mit einer kleinen Besatzung das Boot zum Überwintern zurückzulassen. Die strengen Corona-Regeln in Nordamerika hatten die Pläne des Bramstedters durcheinander gebracht.

Fuchs und sein Mannschaft mussten die Gewässer zwischen Kanada und Grönland wieder verlassen, um noch vor der Hurrikansaison sicher in Island anzukommen. Dort genehmigten die Behörden die Ankunft Crew und der „Dagmar Aaen“.

Arved Fuchs: Expedition wird im Juni fortgesetzt

Mitte Juni startet die Mannschaft die Fortsetzung der Expedition und wird zunächst vier Wochen in der Dänemarkstraße zwischen Grönland und Island unterwegs sein. Ab Mitte Juli geht die Reise weiter – wenn das Eis die Fahrt ermöglicht – zur unbewohnten Insel Jan Mayen mit ihrem 2000 Meter hohen Vulkan. Auch bei der darauf folgenden Fortsetzung der Reise an die Küste Ostgrönlands sind die Männer und Frauen an Bord darauf angewiesen, dass das Eis die Route ermöglicht.

Während der gesamten Zeit sollen Sonden Daten wie Temperatur, Salzgehalt und andere Informationen im Wasser sammeln. „In diesem Jahr erweitern wir die Messungen um eine weitere Sonde“, sagt Fuchs. Dabei arbeitet er eng mit dem Geomar-Institut in Kiel, der Universität Oldenburg sowie dem Deutschen Wetterdienst und dem staatlichen französischen Wetterdienst Météo-France zusammen.

Die Zusammenarbeit mit diesen Institutionen habe sich bereits im vergangenen Jahr bewährt, sagt Fuchs. Die Wissenschaftler waren sehr zufrieden mit den Daten, die von Bord der „Dagmar Aaen“ in den entlegenen Gewässern gesammelt und übermittelt wurden.

Arved Fuchs: Rückkehr nach Hamburg für September geplant

In diesem Jahr werden auch Wissenschaftler an Bord sein und forschen. Erstmals setzen sie dabei ein Hydrophon ein, mit dem die Geräusche unter Wasser aufgezeichnet werden. „Das können Schiffsgeräusche, Walgesänge oder das Knistern von Eis sein“, sagt Arved Fuchs. Das Hydrophon bleibt bis zur Rückreise nach Hamburg im Einsatz.

Dort werden die „Dagmar Aaen“ und ihre Crew pünktlich am 29. September erwartet und beim Extremwetterkongress des Meteorologen Frank Böttcher zu Gast sein. Dort wollen Fuchs und die Wissenschaftler die Informationen, die sie während der Expedition gesammelt haben, vorstellen. „Dort sind wir fest eingeplant“, sagt der Bramstedter.

Arved Fuchs: Zusammenarbeit mit Band Santiano geplant

Noch vor der Reise nach Island wird außerdem feststehen, wie die geplante Zusammenarbeit von Arved Fuchs und der Band Santiano aussehen wird. Die Shantyrocker aus dem Norden hatten Fuchs angesprochen, ob er sich mit einer Botschaft zum Klimawandel an der bevorstehenden Tournee „Wenn die Kälte kommt“ beteiligen wird. „Denen ist das Thema wirklich wichtig“, sagt Arved Fuchs.

Santiano-Geiger Peter David „Pete“ Sage und der Bramstedter kennen sich seit 25 Jahren aus Flensburg, wo die „Dagmar Aaen“ während der Expeditionspausen liegt. Band-Mitglied Björn Both hat Fuchs übers Segeln kennengelernt. „Wir haben ein sehr freundschaftliches Verhältnis“, sagt Arved Fuchs. „Santiano“ habe sich bereits für die Meeresschutzorganisation „Sea Shepherd“ eingesetzt und will weitere Projekte im Umwelt- und Klimaschutz unterstützen.

Derzeit überlegen die Musiker und Fuchs, ob sie aus Videomaterial von den Expeditionen einen Film über die Schönheit der polaren Landschaften zeigen, die durch die Erderwärmung in akuter Gefahr sind. Noch stehen die Details der Kooperation jedoch nicht vollständig fest.

Das Hamburger Abendblatt wird auch in diesem Jahr über die Expedition von Arved Fuchs berichten und online seine Einträge im Logbuch veröffentlichen.

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