Corona-Pandemie

Norderstedts Inzidenz steigt auf 1561,5

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Christopher Herbst
Malte Göttsch vom Infektionsschutz des Kreises Segeberg, verzeichnete am Freitag 601 Corona-Neuinfektionen.

Malte Göttsch vom Infektionsschutz des Kreises Segeberg, verzeichnete am Freitag 601 Corona-Neuinfektionen.

Foto: Sabrina Müller/Kreis Segeberg

Infektionszahlen in der Stadt sind mehr als sechsmal so hoch wie noch Ende 2021

Kreis Segeberg.  Zunehmend gestattet die Corona-Datenlage wieder Überblick. So hat der Kreis erstmals in diesem Jahr wieder lokale Inzidenzen veröffentlicht, die den Stand von Mittwoch, 19. Januar, wiedergeben. Die letzten Vergleichswerte für die Region stammen vom 27. Dezember. Seitdem hat sich viel verändert. So steht Kaltenkirchen bei 1840,3, dahinter die Stadt Norderstedt (1561,5), dann Bad Bramstedt (1289,0) und Henstedt-Ulzburg (1110,7). Für Norderstedt bedeutet der Wert rund 1250 Neuinfektionen in einer Woche – mehr als sechsmal so viel wie Ende 2021.

Aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, sind die Daten deutlich. So hat es in den ersten beiden Januarwochen die mit Abstand meisten Infektionen bei den 15- bis 34-Jährigen (1955) sowie bei den 35- bis 59-Jährigen (1754) gegeben. In der Gruppe von 5 bis 14 Jahre waren es 682, bei den 0- bis 4-Jährigen 185. Weitaus weniger betroffen sind ältere Menschen: 290 Menschen im Alter von 60 bis 79 haben sich infiziert, und nur 93 in der Altersgruppe 80+. Genau jener Personenkreis also, der die höchste Impfquote hat.

Ein 79-jähriger Mann ist der 204. Todesfall

Am Freitagmorgen stand die Inzidenz für den Kreis bei 1108,6, später vermeldete das Gesundheitsamt weitere 601 Neuinfektionen. 6826 Segebergerinnen und Segeberger sind nachgewiesen infiziert, davon werden allerdings nur 15 in einem Krankenhaus versorgt, davon in einem Fall auf einer Intensivstation. Dennoch hat es den 204. Todesfall gegeben – ein Mann (79), der nicht in einem Pflegeheim lebte.

Die Situation ist auch in der Politik Thema. So haben fast alle Kreistagsfraktionen (nur die AfD fehlt) gemeinsam mit Landrat Jan Peter Schröder einen Appell veröffentlicht. „Die aktuelle Lage ist ernst. Die Inzidenz stellt seit ein paar Wochen beinahe täglich neue Rekorde auf, und bisher wissen wir nicht, welche Auswirkungen es auf die Krankenhäuser, ja das Gesundheitswesen insgesamt, haben wird, wenn die Ansteckungen mit der Omikron-Variante bei den durch Vorerkrankungen und Alter besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen ankommen“, heißt es. Es komme nun auf jeden Einzelnen an. Die Unterzeichner danken dem Infektionsschutz, dieser tue „seit fast zwei Jahren unermüdlich und kompetent das fachlich Notwendige“.

Appell der Politik: Menschen von der Impfung überzeugen

Man schließt mit einem Impf-Aufruf. Wer wieder ohne Einschränkungen leben wolle, müsse sich impfen lassen. „Lassen Sie uns verhindern, dass ein Riss unsere Gesellschaft durchzieht! Und setzen wir uns gemeinsam dafür ein, dass noch mehr Menschen davon überzeugt werden, sich impfen zu lassen! Jede Spritze zählt, schützt mehr als nur EIN Leben und bringt uns dem Ende dieser Pandemie ein Stück näher.“

Diese Passage wollte die AfD nicht mittragen, so der Fraktionsvorsitzende Julian Flak. „Dieses Statement erreicht das genaue Gegenteil dessen, was es vorgibt: Der Aufruf nach Zusammenhalt beinhaltet tatsächlich eine weitere Spaltung. Einschränkungen, so wird suggeriert, können nur wieder aufgehoben werden, wenn sich mehr Menschen impfen lassen.“

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