Bad Segeberg

Altenheim schließt – 75 Menschen suchen neuen Platz

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Foto: KNITTERMEIER

Das Propsteialtenheim leidet unter einem Sanierungsstau. Die nötigen Sanierungen würden 7,5 Millionen Euro betragen. Dem Kirchenkreis ist da zu viel.

Bad Segeberg.  Das Propsteialtenheim in der Bad Segeberger Südstadt wird Mitte 2022 geschlossen. Die 1965 eröffnete Einrichtung hat noch 75 Bewohnerinnen und Bewohner – sie alle müssen sich nun eine neue Bleibe suchen. Und die 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Heimes einen neuen Job.

Betreiber des Heimes ist der Kirchenkreis Plön-Segeberg. Das Haus leide unter einem Sanierungsstau. Die über Jahre aufgeschobenen, aber nötigen Sanierungen beziffern sich laut Angaben der Heimleitung auf 7,5 Millionen Euro. Eine Summe, die für den Kirchenkreis nicht mehr leistbar seien. Die Kosten könnten durch die Landesvereinbarungen, die der Sozialhilfeträger verhandelt, nicht refinanziert werden, sagt Propst Daniel Havemann, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. „Wir haben lange versucht, einen Partner zu finden, der größer und finanzstärker ist als wir, um das Gebäude und die Trägerschaft für dieses Heimes zu übergeben. Das ist uns trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen. Neben der baulichen Situation des Hauses hat dies auch tarifliche Gründe.“

Mit der Frist bis Mitte 2022 wolle man den Bewohnerinnen und Bewohnern die Zumutung ersparen, mitten in der vierten Welle der Corona-Pandemie ein neues Zimmer finden zu müssen. Geschäftsführerin Barbara Kempe: „Wir werden alles in unseren Möglichkeiten Stehende tun, um sie beim Umzug in ein neues Heim oder bei einer neuen beruflichen Perspektive zu unterstützen.“ Eine Möglichkeit zum Umzug biete die neue Senioreneinrichtung mit 104 Pflegeplätze im diakonischen Umfeld, die im Juni 2022 in Trappenkamp eröffne. „Natürlich besteht auch die Möglichkeit, früher ausziehen.“

Offenbar wurde im Kirchenkreis auch über die Zukunft des zweiten Propsteialtenheimes in Bad Segeberg diskutiert, dem Marienhof am Matthias-Claudius-Weg 4. Er werde in der Trägerschaft des Kirchenkreises bleiben. Dort sei es gelungen, mit der Aufnahme einer Tagespflege, eine tragfähige Zukunftsperspektive zu schaffen.

( abm )

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