Norderstedt

Bühnenshow mit fiesen Sketchen und feinen Schlagern

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Johanna Burmester (l.) und Ramona Hubrich im Sketch „Hier waren wir doch schon mal“.

Johanna Burmester (l.) und Ramona Hubrich im Sketch „Hier waren wir doch schon mal“.

Foto: Heike Linde-Lembke

Amateurtheater Pur ging nach der Corona-Pause wieder „Back on Stage“ – leider kamen nur 40 Zuschauer ins Kulturwerk.

Norderstedt.  Nur 40 Leute? In einem 400-Personen-Saal? Egal. Hauptsache, endlich wieder „Back on Stage“. So heißt auch das Stück, mit dem das Amateurtheater Pur endlich wieder auf die große Bühne im Kulturwerk Norderstedt gehen und vor Publikum spielen konnte. Das Team um Theatergründer Michael Scharbert hatte die Idee, kein vollständiges Theaterstück einzustudieren, sondern einen bunten Mix aus Sketchen, Szenen und Schlagern, der notfalls auch per Zoom zu proben ist.

„Back on Stage“: Amateurtheater Pur wieder auf der Bühne

„Nach zwei Jahren, das ist eine gefühlte Ewigkeit, wollen wir endlich wieder mit einem Potpourri aus Szenen und Musik für Sie spielen“, begrüßte Michael Scharbert die Zuschauerinnen und Zuschauer. Die dankten mit herzlichem Applaus. Initiiert, organisiert, choreographiert und Regie geführt hat Ricarda Mallée, die denn auch strahlte, als der „Lappen“ fürs Theater Pur im großen Saal des Kulturwerks endlich wieder aufging. Mit dem Halb-Playback gespielten Schlager „Theater“ von Katja Ebstein eröffneten Frauke und Helge Meßfeldt an Mikrofon und Schlagzeug den bunten Auftrittsreigen. Eine erste gute Pointe setzten Olga Keck und Manuel Fritze mit „Gespräch beim Frühstück“, in dem es um eine Beziehung des Mannes nach dem Ableben seiner Frau geht. Und der Ehemann in eine böse Falle tappt.

So wie Keck und Fritze boten die Sketche allen Spielerinnen und Spielern viele Gelegenheiten, ihr Können, ihre Lust und Leidenschaft an der Schauspielerei, an der Übertreibung, an fröhlichen, mehr aber noch an fiesen Momenten auszukosten und zu genießen. Alle boten wieder beste Purspieler-Qualitäten. Nervte auch so mancher Sketch durch scheinbar unendliche Satz-Variationen, um die Spannung zu steigern, so reihten sie sich doch rasch aneinander, immer fröhlich angesagt, mal unterstützt von Gong-Dingdong, Tröte, Ratsche oder trommelfelltödlicher Hupe. Allen voran ließen es Michael Stein und Michael Scharbert komödiantisch krachen. Stein brillierte vor allem als „Ich muss mal dringend“-Quengel-Bubi, bestens begleitet von Olga Keck als völlig entnervte Mutter, und in „Das Ei“ mit dem bekannten Spruch „Ich bring sie um, irgendwann bring ich sie um“.

Scharbert zog als Opa und als Proll in „Schaller und Schiller“ alle Register, ebenfalls kongenial mit Olga Keck. Auch Ricarda Mallée begeistert mit ihrer stoischen Spielkraft, beispielsweise im Nonsens-Handydialog „Zwischen Marmelade und Käse“.

( lin )

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