Henstedt-Ulzburg

Nach Schließungen: Hoffnung für Caterpillar-Beschäftigte

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Protestaktion der Caterpillar-Beschäftigten im September, hier mit Staatssekretär Thilo Rohlfs.

Protestaktion der Caterpillar-Beschäftigten im September, hier mit Staatssekretär Thilo Rohlfs.

Foto: Jörg Riefenstahl / Riefenstahl

Ein Investor wird gesucht, der auch den Logistik-Standort in Henstedt-Ulzburg übernimmt. Was bisher bekannt ist.

Henstedt-Ulzburg. Es gibt offenbar mehrere Optionen für die Zukunft der Caterpillar-Standorte im Norden, darunter die Logistik in Henstedt-Ulzburg. Wie berichtet, will der US-Konzern den Bau von Schiffsmotoren und von Dieselmotoren für Kraftwerke im nächsten Jahr einstellen. Betroffen hiervon sind über 800 Beschäftigte, darunter 60 in Henstedt-Ulzburg.

Laut „Kieler Nachrichten“ gibt es Interessenten für die Fertigung von Ersatzteilen – und auch für die Logistiksparte. Das Unternehmen selbst will das nicht bestätigen. Parallel fordern die Betriebsräte und die IG Metall, dass ein Käufer das gesamte Geschäft, also neben Kiel und Henstedt-Ulzburg auch Rostock, übernehmen soll.

Caterpillar will Standorte in Norddeutschland schließen

Der Norderstedter Bundestagsabgeordnete Bengt Bergt (SPD), selbst Mitglied bei der IG Metall, beschreibt eine paradoxe Situation gerade in Henstedt-Ulzburg – die Gemeinde zählt zu seinem Wahlkreis. „Momentan ist es so, dass Caterpillar die Standorte weiterhin schließen möchte – aber mit der absurden Forderung um die Ecke kommt, dass gerade Henstedt-Ulzburg mehr Arbeit leisten soll, weil jetzt die Kunden Ersatzteile bestellen und die Logistik herausgefordert ist.“

Die Folge für die Mitarbeitenden: Es sollen Zusatzschichten geschoben werden. „Es sind Wochenendprämien im Gespräch. Aber die Betriebsräte gewähren die extra Arbeitszeiten nicht. Die Geschäftsführung versucht, die Belegschaft zu spalten. Das ist eine alte Methode.“

Caterpillar sucht neuen Betreiber für die Logistiksparte

Laut Bergt wolle Caterpillar einen neuen Betreiber für die Logistik finden – ohne Tarifbindung. Bei einem Treffen in Kiel, an dem unter anderem die Betriebsräte, die Gewerkschaft, Landtagsabgeordnete und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer teilnahmen, wurde eine Strategie präsentiert.

Vorrangiges Ziel: Die Zerschlagung zu verhindern. „Caterpillar will komplett raus“, sagt Bergt. Man müsse dafür sorgen, dass die Technologie und das Know-how für mittelschnell drehende Dieselmotoren, aber auch Wasserstoffantriebe und Hybridmotoren im Norden und in Europa gehalten würden, so Bergt. „Vielleicht findet sich ein Investor, der das Gesamtpaket übernimmt.“

Der Henstedt-Ulzburger Landtagsabgeordnete Stephan Holowaty (FDP) sieht weiterhin einen Markt für die Dieselmotoren. „Diese haben eine ausgezeichnete Qualität, das können andere nicht nachbauen. Die Auftragsbücher sind voll.“ Die Strategie des Wirtschaftsministeriums sei, Caterpillar zu überzeugen, die Sparten im Paket zu verkaufen. Die Henstedt-Ulzburger Logistik sei untrennbar mit der Herstellung verbunden. „Dort arbeiten Mitarbeiter, die zuvor bei der Fertigung in Kiel waren und zusätzliche Logistikerfahrung haben.“

( che )

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