Bad Segeberg

Wer hat noch Erinnerungen an die Wollspinnerei?

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Blick in die 1852 gegründete Wollspinnerei Blunck. Das ehemalige Familienunternehmen soll als Museum erhalten werden.

Blick in die 1852 gegründete Wollspinnerei Blunck. Das ehemalige Familienunternehmen soll als Museum erhalten werden.

Foto: Petra Dreu / Dreu

Förderverein des künftigen Museums ruft die Bürgerinnen und Bürger im Kreis zur Mitarbeit auf. Was gewünscht ist.

Bad Segeberg.  Sie sei eine Perle der Industriekultur – davon ist Thomas Krüger, Vorsitzender des Fördervereins der Wollspinnerei Blunck in Bad Segeberg, überzeugt. Der 1852 gegründete Familienbetrieb soll zu einem Museum ausgebaut werden. Die dafür nötigen 1,2 Millionen Euro hat der Förderverein bereits durch Spenden und Landeszuschüsse eingeworben.

Wollspinnerei Blunck: Förderverein sucht Zeitzeugen

Nun wurde ein neuer Internet-Auftritt des Fördervereins Wollspinnerei Blunck freigeschaltet. Unter www.wollspinnereiblunck.de erscheint nun eine übersichtlichere und attraktivere Homepage, die gut strukturiert das laufende Museumsprojekt vorstellt und zur Mitarbeit einlädt. Außerdem gibt es einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung des Unternehmens, es wird über den ehemaligen Fertigungsprozess informiert und der bisherige Weg der Aktivitäten des Fördervereins auf dem Weg zum Museum geschildert.

Ein weiteres Anliegen des Fördervereins ist eine Bitte an die Einwohnerinnen und Einwohner im Kreis Segeberg, für das laufende Museumsprojekt eigene Erinnerungen, die man an den ehemaligen Betrieb hat, beizutragen. Dies können Fotos, Zeitungsartikel oder gerne auch eine kleine Kurzgeschichte sein, die eine ehemalige Verbindung mit persönlichen Erfahrungen oder Erlebnissen zur Wollspinnerei Blunck wiedergibt.

„Auf diese Weise möchten wir gerne auch die Menschen im Kreis Segeberg anregen, sich am Museumsprojekt zu beteiligen, und würden uns über Rückmeldungen bis zum 30. November dieses Jahres freuen“, sagt Thomas Krüger.

Fachliche Unterstützung für Museumsprojekt

Für die Bewahrung des Betriebsensembles als Museum hat der Förderverein hochkarätige fachliche Unterstützung. Projektmanager ist der Ingenieur und Diplom-Kaufmann Bernhard Jacobson aus Lübeck. Er war unter anderem Projektleiter beim Bau des Deutschen Auswandererhauses in Bremerhaven. „Mich reizt die Komplexität an diesem Projekt. Sie besteht darin, die Vielzahl der Akteure zu bündeln, die Inhalte einer breiten Besucherschaft anspruchsvoll zu vermitteln sowie später einen weitgehend wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen“, sagt Jacobson. „Und in authentischen Räumen ein Museum einzurichten – wann hat man schon diese Chance?“

Im wissenschaftlichen Begleitgremium zur Museumsentwicklung, im sogenannten „Spinnrat“, werden die Ethnologin Silke Göttsch-Elten, die Kunsthistorikerin Dagmar Linden und der ehemaligen Landeskonservator und Leiter des Landesdenkmalamtes Schleswig-Holstein, Michael Paarmann, mitarbeiten. Ebenso soll auch die enge Zusammenarbeit mit dem Landesverein der Inneren Mission als Betreiber des in das Betriebsensemble integrierten Café-Restaurants „Spindel“ intensiviert werden, um weitere Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen zu entwickeln. Bis 2023 soll die Spinnerei saniert sein, weitere 24 Monate wird die Museumsentwicklung dauern, für die ein Kostenvolumen von 450.000 Euro veranschlagt wird.

Förderverein Wollspinnerei Blunck: Wer etwas zum Museum beizutragen hat oder mitarbeiten möchte, kann sich unter 04551/891 50 04 oder 0176/23 48 04 96 beim Verein melden.

( abm )

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